ROUNDUP, Deutschland

Deutschland liefert weiteres Patriot-System an Ukraine

14.04.2024 - 09:35:03

Zur StÀrkung der Ukraine in ihrem Abwehrkampf gegen Russland liefert die Bundesregierung ein weiteres Luftabwehrsystem vom Typ Patriot.

Das teilte das Bundesverteidigungsministerium am Samstag mit. Es kommt aus BestĂ€nden der Bundeswehr und soll unverzĂŒglich ĂŒbergeben werden.

Bislang hat Deutschland zwei Patriot-Systeme an die Ukraine geliefert. Das System habe sich im Kampf gegen die russische Aggression bewĂ€hrt, teilte das Verteidigungsministerium mit. Die Lieferung sei auch im Zusammenhang mit den intensiven gemeinsamen BemĂŒhungen von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) und Außenministerin Annalena Baerbock (GrĂŒne) zu sehen, bei den Partnern fĂŒr mehr Luftverteidigungssysteme fĂŒr die Ukraine zu werben.

Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj dankte Bundeskanzler Olaf Scholz fĂŒr die Entscheidung zur Lieferung eines weiteren Patriot-Systems sowie weiterer Raketen fĂŒr die bereits in der Ukraine im Einsatz stehenden Patriot. "Danke, Olaf, fĂŒr Deine FĂŒhrung", schrieb Selenskyj auf der Plattform X (ehemals Twitter). "Dies ist ein echtes Zeichen der UnterstĂŒtzung der Ukraine in einer fĂŒr uns kritischen Zeit." Zugleich rief Selenskyj die FĂŒhrer anderer LĂ€nder auf, dem Beispiel Deutschlands zu folgen.

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius sagte laut Mitteilung: "Der russische Terror gegen ukrainische StĂ€dte und die Infrastruktur des Landes fĂŒhrt zu unermesslichem Leid." Er gefĂ€hrde die Energieversorgung der Menschen und zerstöre die fĂŒr die Einsatzbereitschaft der ukrainischen StreitkrĂ€fte wichtigen Industrieanlagen. "Wir gehen mit unserer UnterstĂŒtzung der Ukraine so weit, wie wir es mit Blick auf unsere eigene Einsatzbereitschaft vertreten können. Ich habe mich bereits vor dieser Entscheidung fĂŒr eine möglichst schnelle Neubeschaffung eingesetzt und wir arbeiten mit Hochdruck an der Nachbeschaffung", sagte Pistorius.

Ähnlich Ă€ußerte sich Baerbock. Der russische PrĂ€sident Wladimir Putin wolle die Ukraine vernichten. "Jeden Tag zerstören seine Raketen und Drohnen das, was die Menschen zum Leben brauchen. Mit dem weiteren Patriot-System stehen wir den Menschen in der Ukraine bei und verstĂ€rken den Schutzschirm ĂŒber ihren StĂ€dten", sagte sie am Samstag. "Und wir unterstreichen damit, dass wir Verantwortung ĂŒbernehmen." Anfang April hatte Baerbock verstĂ€rkte internationale Anstrengungen zur Lieferung von mehr Luftverteidigungssystemen verlangt. "Leider sind die BestĂ€nde, gerade auch unsere eigenen Patriot-Systeme, mittlerweile ziemlich erschöpft", sagte die GrĂŒnen-Politikerin damals.

Die FDP-Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann nannte die Entscheidung zur Lieferung richtig und lĂ€ngst ĂŒberfĂ€llig. "Angesichts der neuerlichen BrutalitĂ€t der aktuellen russischen Angriffe muss man sich aber fragen, warum erst jetzt und wieder so spĂ€t? Immer laufen wir hinterher", kritisierte die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses.

Der ukrainische PrĂ€sident Selenskyj hatte zuletzt immer wieder Patriot-Flugabwehrsysteme fĂŒr den Schutz des Luftraums gegen russische Raketen- und Drohnenangriffe gefordert. Um den Luftraum abzuriegeln, seien 25 Systeme mit jeweils 6 bis 8 Batterien nötig, sagte Selenskyj Anfang April. "Alle unsere Partner wissen dies ganz genau, sie kennen sogar die Punkte, an denen die entsprechenden Systeme platziert werden sollten."

Bundeskanzler Scholz bekrĂ€ftigte in einem Telefonat mit Selenskyj Deutschlands SolidaritĂ€t mit der Ukraine. Beide hĂ€tten Möglichkeiten der weiteren StĂ€rkung der ukrainischen Luftverteidigung besprochen, teilte Regierungssprecher Steffen Hebestreit am Samstag mit. Scholz und Selenskyj hĂ€tten ĂŒbereingestimmt, dass weitere Anstrengungen von Partnern dabei erforderlich seien, teilte Hebestreit mit.

@ dpa.de