ROUNDUPUS-Regierung, Zusatzzölle

Zusatzzölle gegen China erneut aufgeschoben

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 06:35 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die bis November ausgesetzten zusÀtzlichen Zölle auf Importe chinesischer Waren werden laut US-Finanzminister Scott Bessent um weitere zwei Monate aufgeschoben.

Das sagte Bessent am Mittwoch (Ortszeit) dem Sender Fox News zu Beginn eines dreitÀgigen Staatsbesuchs des chinesischen PrÀsidenten Xi Jinping in Washington.

"Wir haben heute vereinbart, das sogenannte Busan-Abkommen zu verlĂ€ngern", sagte Bessent. Im sĂŒdkoreanischen Busan hatten PrĂ€sident Donald Trump und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping vergangenen Oktober ein Aussetzen hoher zusĂ€tzlicher Zölle vereinbart. WĂ€re die Einigung ausgelaufen, hĂ€tte China zudem Exportkontrollen auf seltene Erden ausgeweitet, die seit ihrer EinfĂŒhrung im April 2025 auch Unternehmen in Europa betreffen. Der Handelskonflikt beider Staaten war im April 2025 eskaliert, als die Regierungen sich gegenseitig mit Zusatzzöllen von ĂŒber 100 Prozent ĂŒberzogen.

Zollstreit eskalierte nach Trumps AmtsĂŒbernahme

Wie Bessent mitteilte, soll der Aufschub statt bis zum 10. November nun bis zum 10. Januar gelten. "Das verschafft uns mehr Zeit, um zu prĂŒfen, was wir auf wirtschaftlicher Ebene tun können." Der Einigung waren Bessent zufolge mehrere Treffen mit Chinas Vizepremier He Lifeng vorausgegangen. Die chinesische Seite Ă€ußerte sich nicht unmittelbar zu dem von Bessent angekĂŒndigten Aufschub.

Nach Trumps AmtsĂŒbernahme hatte sich der Zollstreit im FrĂŒhjahr 2025 deutlich verschĂ€rft. Die USA erhöhten ihre Einfuhrzölle auf chinesische Waren schrittweise auf bis zu 145 Prozent. China reagierte mit Gegenzöllen von bis zu 125 Prozent und verhĂ€ngte Exportkontrollen auf strategisch wichtige Rohstoffe. Im Mai einigten sich beide Seiten in Genf auf eine zunĂ€chst 90-tĂ€gige Aussetzung und verlĂ€ngerten die Pause bei weiteren Treffen.

Streitpunkt KĂŒnstliche Intelligenz

Bei den Auseinandersetzungen zwischen den beiden grĂ¶ĂŸten Volkswirtschaften der Welt geht es nicht nur um Zölle. Peking kritisiert US-Exportkontrollen auf Halbleiter und Chips fĂŒr die Entwicklung von KĂŒnstlicher Intelligenz. Washington wirft China dagegen vor, bestimmte Rohstoffe gezielt zurĂŒckzuhalten. FĂŒr die Ausfuhr seltener Erden benötigen auslĂ€ndische Unternehmen derzeit Genehmigungen, die das chinesische Handelsministerium erteilt.

Das Genehmigungsverfahren gilt nach Angaben von Handelskammern allerdings als undurchsichtig und aufwendig, weil die Behörde viele detaillierte Angaben zur Verwendung der Rohstoffe verlangt. Mitunter werden Lizenzen ohne Angabe von GrĂŒnden nicht erteilt. Die USA kritisierten bereits im Vorfeld, dass China seine Zusage, wieder zuverlĂ€ssig seltene Erden zu liefern, nicht einhalte. Offiziell argumentiert China, mit den Exportkontrollen die Nutzung seltener Erden fĂŒr militĂ€rische Zwecke unterbinden zu wollen.

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