Zweigeteilte, Krise

Zweigeteilte Wirtschaft / Krise in der Industrie verstÀrkt sich, Dienstleistungssektor bleibt stabil

16.10.2024 - 10:52:57

MĂŒnchen - Die Stimmung unter deutschen FinanzvorstĂ€nden sinkt. Das zeigen die Ergebnisse des halbjĂ€hrlich stattfindenden Deloitte CFO Survey. Mehr als ein Drittel der Befragten schĂ€tzt demnach die wirtschaftlichen Aussichten schlechter ein als noch vor drei Monaten. Der Indexwert, die Differenz zwischen positiven und negativen EinschĂ€tzungen, fĂ€llt drastisch von 9 Prozent im FrĂŒhjahr auf -17 Prozent. An der Erhebung nahmen zwischen dem 12. September und dem 2. Oktober 185 FinanzvorstĂ€nde deutscher Großunternehmen teil.

Die Schere zwischen Industrie und Dienstleistungen geht weiter auf

Massive Branchenunterschiede prĂ€gen das Bild der wirtschaftlichen Stimmungslage. Insbesondere das verarbeitende Gewerbe, allen voran die Chemieindustrie (Indexwert: -42%), kĂ€mpft mit schwacher Nachfrage und leidet unter geopolitischen Risiken. Der Maschinenbau und die Automobilindustrie sind mit Indexwerten von -19 Prozent und -23 Prozent stark betroffen. Nach einem positiven Ausblick im FrĂŒhjahr verschlechtern sich die Erwartungen im Handel drastisch (Indexwert: -67%). Nicht ganz so gravierend, aber immer noch im stark negativen Bereich entwickelt sich die KonsumgĂŒterindustrie (Indexwert: -32%).

Im Dienstleistungssektor bleibt der Indexwert mit 2 Prozent noch im positiven Bereich und ist damit deutlich besser als der Durchschnitt aller Branchen. "Dienstleistungsunternehmen profitieren nach wie vor von Nachholeffekten im Zuge der Corona-Pandemie oder auch von der Zinswende", sagt Dr. Alexander Börsch, Chefvolkswirt und Leiter Research bei Deloitte. "Wenn sich die Spaltung in der deutschen Wirtschaft jedoch weiter vertieft, wird der Dienstleistungssektor die schwÀchelnde Industrie langfristig nicht ausgleichen können."

Investitions- und BeschĂ€ftigungsplanungen bleiben leicht rĂŒcklĂ€ufig

Trotz der negativen GeschĂ€ftsaussichten fallen die Unternehmensplanungen fĂŒr die kommenden zwölf Monate gemĂ€ĂŸigter aus. Die Unternehmen erwarten steigende UmsĂ€tze (Indexwert: 22%). Der Anstieg fĂ€llt damit etwas moderater aus als noch im FrĂŒhjahr (Indexwert: 27%). Gleichzeitig rechnen die CFOs mit sinkenden operativen Margen (Indexwert: -10%, FrĂŒhjahr: -2%).

Die Planungen fĂŒr Investitionen und BeschĂ€ftigung stagnieren im Durchschnitt aller Branchen im leicht negativen Bereich (Indexwerte: -1% und -5%, FrĂŒhjahr: -1% und -4%). Insbesondere das verarbeitende Gewerbe geht von einem BeschĂ€ftigungsabbau und weniger Investitionen aus. Vor allem unter den befragten CFOs aus der Automobilindustrie plant ein Großteil mit einem Abbau von ArbeitsplĂ€tzen (Indexwert: -92%). Einen positiven Ausblick liefert der Dienstleistungssektor. Mehr als die HĂ€lfte der Befragten möchte in den nĂ€chsten zwölf Monaten stĂ€rker investieren und mehr BeschĂ€ftigte einstellen.

NachfrageschwĂ€che ist fĂŒr CFOs das grĂ¶ĂŸte Risiko, Kapitalkosten verlieren an Relevanz

Im Vergleich zur FrĂŒhjahrserhebung legt die schwache Inlandsnachfrage als Risiko noch einmal deutlich an Bedeutung zu (von 59% auf 67%) und stellt damit nach wie vor das grĂ¶ĂŸte Risiko fĂŒr die befragten FinanzvorstĂ€nde dar. Zunehmende Regulierung in Deutschland und geopolitische Risiken tragen fĂŒr mehr als die HĂ€lfte der Teilnehmenden (55% und 52%) ebenfalls zur wirtschaftlichen Unsicherheit bei.

Im gleichen Zug verlieren steigende Kapitalkosten fĂŒr die CFOs an Relevanz. Der Wert sinkt um 12 Prozentpunkte auf 10 Prozent. Auch befĂŒrchten die CFOs aktuell keine großen Preissteigerungen mehr: Sie erwarten einen RĂŒckgang der Inflation auf 2,8 Prozent in den kommenden zwölf Monaten. "Die fallende Inflation und weitere Zinssenkungen dĂŒrften Konsum und Investitionen ankurbeln", sagt Dr. Alexander Börsch. "Auch wenn geopolitische Unsicherheiten das nĂ€chste Jahr weiterhin stark prĂ€gen werden und die wirtschaftliche Stagnation in Deutschland deutlich lĂ€nger dauert als erwartet, sind die Voraussetzungen fĂŒr eine konsumgetriebene Erholung intakt."

Weitere Ergebnisse der Studie finden Sie hier: https://ots.de/Io77ES

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