1&1 gewinnt Highspeed-Test 2026: 945 Punkte vor Telekom
31.05.2026 - 10:48:48 | boerse-global.deDie Bundesnetzagentur übernimmt offiziell die nationale Durchsetzung des EU-Datengesetzes – und steht vor einem paradoxen Problem: Noch nie hatten so viele Haushalte Zugang zu schnellem Internet, doch die Nachfrage bleibt weit hinter den Erwartungen zurück.
Ausbau-Rekord trifft auf zögerliche Kunden
Rund 32 Millionen Haushalte in Deutschland haben mittlerweile Zugang zu Glasfaseranschlüssen. Allein im vergangenen Jahr kamen 5,4 Millionen hinzu. Doch die Quote der tatsächlichen Vertragsabschlüsse ist ernüchternd: Nur etwa ein Viertel der berechtigten Haushalte nutzt die schnelle Technologie auch. DSL bleibt mit 21,8 Millionen Anschlüssen der unangefochtene Marktführer.
Diese Kluft zwischen Verfügbarkeit und Nutzung setzt mehrere Regionalanbieter massiv unter Druck. In Nordrhein-Westfalen meldeten Ruhrfibre und Metrofibre Insolvenz an, die Deutsche Glasfaser kürzte ihre Ausbauziele. Die Branche hofft nun auf eine geplante Gesetzesnovelle noch in diesem Jahr, die die Nachfrage ankurbeln soll.
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Überraschung im Geschäftskunden-Test
Im Wettbewerb der Hochgeschwindigkeitsanbieter setzte sich 1&1 an die Spitze. Der Anbieter gewann den SOHO-Highspeed-Test 2026 von connect professional und zafaco mit 945 von 1.000 Punkten – knapp vor der Deutschen Telekom. Grundlage waren 1,5 Millionen Messungen zwischen Mitte Februar und Mitte März. Besonders überzeugen konnte 1&1 bei Stabilität, Verfügbarkeit und Upload-Geschwindigkeiten.
Dresdner Vorreiterrolle
Vodafone schaltete im Mai in Dresden die ersten Glasfaseranschlüsse für über 4.000 Haushalte und Unternehmen frei. Das Projekt umfasst 200 Kilometer Glasfaserkabel und 13 Verteilerpunkte. Rund 1.600 bisher unterversorgte Adressen sollen profitieren – die meisten Anschlüsse sollen bis 2027 fertiggestellt sein.
Verbraucherrechte im Fokus
Die Verbraucherzentrale Niedersachsen erinnert an diesem Wochenende an die Rechte der Kunden: Wer dauerhaft unter langsamen Internetgeschwindigkeiten leidet, hat Anspruch auf Preisminderung, Entschädigung oder Sonderkündigungsrecht. Zugleich kritisiert die Behörde weiterhin unerwünschte Vertragsabschlüsse und das Fehlen einheitlicher Mindeststandards für die Mobilfunkabdeckung.
Neue Ära der Datenregulierung
Mit der Übernahme der Aufgaben aus dem Digitalverwaltungs- und Datennutzungsgesetz (DADG) betreibt die Bundesnetzagentur künftig ein Beschwerdeportal und überwacht die Regeln für IoT-Datenzugriff und Cloud-Anbieterwechsel. Während die Behörde die allgemeinen Bestimmungen des EU-Datengesetzes durchsetzt, bleibt der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) für personenbezogene Daten zuständig.
Auf dem ISPA-Forum in Wien Ende Mai bewerteten IT-Rechtsexperten die aktuellen EU-Pläne für einen KI- und Daten-„Omnibus“ als unzureichend für die digitale Unabhängigkeit Europas. Diskutiert wurde auch das kommende Cybersecurity Act 2, das Hochrisiko-Anbieter von kritischer Infrastruktur ausschließen soll.
Während die Bundesnetzagentur die Durchsetzung neuer Datengesetze übernimmt, stellt der EU AI Act Unternehmen bereits vor konkrete Dokumentationspflichten. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet Ihnen einen kompakten Überblick über alle Fristen und Risikoklassen der neuen KI-Verordnung. EU AI Act in 5 Schritten verstehen
Streaming-Boom und Bildungsdebatte
Über 70 Prozent der deutschen Haushalte nutzen inzwischen Streaming-Dienste, die täliche Nutzungsdauer auf mobilen Geräten liegt bei über drei Stunden. Besonders beliebt: Cloud-Gaming, interaktive Livestreams und digitale Brettspiele.
Die hohe Digitalaffinität ruft jedoch zunehmend Kritiker auf den Plan. Der Aktionsrat Bildung fordert ein Social-Media-Verbot für Grundschüler – wegen Suchtgefahr und Aufmerksamkeitsstörungen. Bundesfamilienministerin Karin Prien empfiehlt, Kinder unter drei Jahren komplett bildschirmfrei zu lassen. Auch Kanzler Merz unterstützt die Forderung, den Zugang zu sozialen Netzwerken für unter 14-Jährige einzuschränken.
Bildungsforscher des DIPF warnen vor einer wachsenden digitalen Kluft: Der Kompetenzunterschied zwischen privilegierten und benachteiligten Schülern habe sich im letzten Jahrzehnt deutlich vergrößert. Zwar nutzen 75 Prozent der Jugendlichen KI für Hausaufgaben, doch ohne standardisierte Ausstattung und spezielle Lehrerfortbildung drohe die Digitalisierung die soziale Ungleichheit weiter zu verschärfen.
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