Pflanzenstoffe, Poria

100 Pflanzenstoffe getestet: Poria cocos fördert drei Probiotika-StÀmme

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 22:15 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Im Tiermodell verstĂ€rkte die Kombination aus Pilz-Polysaccharid und Probiotikum die Darmbesiedlung und milderte EntzĂŒndungszeichen; weitere Forschung ist nötig.
Nahaufnahme von getrockneten Poria cocos PilzstĂŒcken auf einer sauberen LaboroberflĂ€che. Illustration mit AI erstellt.

Ein aus dem Pilz Poria cocos gewonnenes Roh-Polysaccharid kann die Ansiedlung von probiotischen Bakterien im Darm fördern und entzĂŒndliche Darmerkrankungen lindern. Dies geht aus einer im Fachjournal Frontiers in Microbiology publizierten Forschungsarbeit aus dem Jahr 2026 hervor.

Die Untersuchung liefert detaillierte Einblicke in die synergistische Wirkung von bioaktiven Pilz-Polysacchariden und probiotischen BakterienstÀmmen bei der Linderung von Colitis-Symptomen im Tiermodell.

Spezifische Wachstumsförderung probiotischer StÀmme

Im Rahmen einer Testreihe mit 100 kommerziell verfĂŒgbaren Pflanzenpolysacchariden zeigte das Poria-cocos-Polysaccharid (PcP) eine herausragende Wirkung.

Als einzige der untersuchten Substanzen steigerte PcP bei einer Konzentration von 1 mg/ml das Wachstum aller drei StĂ€mme des PrĂ€parats Golden Bifid – bestehend aus Bifidobacterium longum, Lactobacillus bulgaricus und Streptococcus thermophilus von Inner Mongolia Shuangqi Pharmaceutical – um ĂŒber 80 Prozent.

DarĂŒber hinaus verbesserte PcP die Anheftung der nĂŒtzlichen Mikroorganismen an menschliche Darmepithelzellen signifikant. In Laborversuchen mit Caco-2-Zellen stieg die bakterielle AdhĂ€sionsrate fĂŒr B. longum von 3,2 auf 5,2 Prozent, fĂŒr L. bulgaricus von 29,4 auf 48,0 Prozent und fĂŒr S. thermophilus von 4,1 auf 6,7 Prozent.

Parallel dazu kurbelte die Substanz die mikrobielle Produktion von kurzkettigen FettsÀuren und Stoffwechselprodukten an: Die Konzentrationen von Acetat stiegen um 66,3 bis 74,7 Prozent, Propionat legte um 30,0 bis 56,3 Prozent zu, Butyrat verzeichnete ZuwÀchse von 28,0 bis 49,0 Prozent und Laktat stieg um 11,1 bis 35,0 Prozent.

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Nachhaltige Darmbesiedlung und Schutz vor Colitis

Die im Labor beobachteten Effekte bestĂ€tigten sich auch in vivo. Bei MĂ€usen, denen PcP in einer Dosierung von 200 mg/kg Körpergewicht ĂŒber eine Woche verabreicht wurde, erreichte die fĂ€kale BakterienhĂ€ufigkeit nach sieben Tagen das 13,2-, 32,4- beziehungsweise 72,3-Fache des Ausgangswerts.

Ohne den Polysaccharid-Zusatz lagen die Vergleichswerte lediglich beim 6,2-, 6,5- und 6,1-Fachen. Selbst zwei Wochen nach dem Absetzen des PrÀparats blieb eine deutliche Anreicherung messbar, die noch das 3,5- bis 13,9-Fache der Baseline betrug.

In der Summe lag die Keimzahl bei der kombinierten Gabe von PcP und dem Probiotikum 3,5- bis 17,6-mal höher als bei der Gabe des Probiotikums allein. Im sogenannten DSS-Colitis-Modell an mĂ€nnlichen C57BL/6-MĂ€usen (sechs Tiere pro Gruppe) erwies sich die Kombinationstherapie bei der Linderung von EntzĂŒndungszeichen als wirksamer im Vergleich zu den jeweiligen Einzelbehandlungen.

Bemerkenswert waren auch die Ergebnisse bei MĂ€usen mit gestörter Darmflora infolge einer Antibiotikatherapie. WĂ€hrend PcP als Monotherapie bei diesen Tieren keine Wirkung entfaltete, fĂŒhrte die Kombination aus Golden Bifid und PcP zu einer fĂ€kalen Abundanz vom 174-, 202- und 248-Fachen, verglichen mit dem 77-, 124- und 100-Fachen bei alleiniger Verabreichung von Golden Bifid.

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Methodische EinschrÀnkungen der Untersuchung

Die Autoren der Studie weisen laut einem Bericht vom 29. Oktober 2026 auf verschiedene methodische Limitationen hin. So handelte es sich bei der getesteten Substanz um einen Rohextrakt und kein hochreines Isolat.

Zudem kam fĂŒr die Keimmessungen eine qPCR-Methode zum Einsatz, welche nicht zwischen lebenden und abgestorbenen Bakterien differenzieren kann. Ferner beschrĂ€nkten sich die Tierversuche ausschließlich auf mĂ€nnliche MĂ€use, weshalb weitere Untersuchungen zur Übertragbarkeit der Resultate erforderlich sind.

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