Feinstaub, Schadstoffe

Expertenrat: Umweltkrisen gefÀhrden die Gesundheit

19.06.2023 - 17:20:17

15 Prozent der TodesfĂ€lle in Europa sind auf umweltbedingte Risikofaktoren zurĂŒckzufĂŒhren. Ein Risikofaktor sticht dabei besonders heraus.

Umweltkrisen sind nach Ansicht eines Beratergremiums der Bundesregierung eine zunehmende Gefahr fĂŒr die Gesundheit der BĂŒrgerinnen und BĂŒrger. In Europa seien etwa 15 Prozent der TodesfĂ€lle auf umweltbedingte Risikofaktoren zurĂŒckzufĂŒhren, hieß es in einem veröffentlichten Sondergutachten des SachverstĂ€ndigenrates fĂŒr Umweltfragen (SRU). Eine besonders große Bedeutung fĂŒr die Gesundheit habe die Belastung der Luft mit Schadstoffen, insbesondere mit Feinstaub.

«Feinstaub trĂ€gt zu Atemwegserkrankungen bei und kann auch andere Organe und Organsysteme wie das Herz-Kreislauf-System beeintrĂ€chtigen», schreiben die Expertinnen und Experten. «Ein besonderes Augenmerk liegt auf den kleinsten Partikeln, dem Ultrafeinstaub. Dieser kann besonders tief in den menschlichen Körper eindringen und unterschiedliche negative Wirkungen auf die Gesundheit verursachen.» Bislang gebe es keinen gesonderten Grenzwert fĂŒr UltrafeinstĂ€ube. GrĂ¶ĂŸte Verursacher dieser Feinstaubbelastungen seien der Verkehr sowie Verbrennungsprozesse in der Industrie und den Haushalten.

Besonders gefĂ€hrdet zu erkranken sind dem Beratergremium zufolge sozial benachteiligte Menschen. Sie seien ĂŒberdurchschnittlich oft LĂ€rm und Luftschadstoffen ausgesetzt, die vom Straßenverkehr verursacht werden. «Die Kommunen sollten diese Quartiere gezielt entlasten», sagte Ratsmitglied Wolfgang Köck. «Gesundheitsbezogener Umweltschutz in der stĂ€dtischen Planung benötigt eine aktivere Mitwirkung der GesundheitsĂ€mter und eine stĂ€rkere Beteiligung der Öffentlichkeit sowie finanzielle UnterstĂŒtzung durch Bund und LĂ€nder.»

@ dpa.de