Telekom, Vodafone

2G-Abschaltung: O2, Telekom und Vodafone schalten bis 2028 ab

01.06.2026 - 11:25:55 | boerse-global.de

O2 Telefónica kündigt die Abschaltung seines 2G-Netzes für 2028 an. Industrie und Logistik müssen ihre M2M-Geräte umstellen.

2G-Abschaltung: O2, Telekom und Vodafone schalten bis 2028 ab - Bild: über boerse-global.de
2G-Abschaltung: O2, Telekom und Vodafone schalten bis 2028 ab - Bild: über boerse-global.de

Damit folgt das Unternehmen den Konkurrenten Deutsche Telekom und Vodafone, die ebenfalls für 2028 die Stilllegung des veralteten GSM-Standards planen.

Frequenzen für die Zukunft freimachen

Die Abschaltung des jahrzehntealten Standards dient einem klaren Ziel: Die freiwerdenden Frequenzen sollen für moderne Technologien genutzt werden. Durch die Räumung der 2G-Bänder wollen die Netzbetreiber die Kapazität und Leistungsfähigkeit ihrer 4G (LTE)- und 5G-Netze deutlich steigern.

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Die Entscheidung folgt auf die bereits 2021 abgeschlossene Abschaltung der 3G-Netze in Deutschland. Mallik Rao, Technikvorstand von O2 Telefónica, begründet den Schritt mit den gestiegenen Anforderungen: Die 2G-Technologie entspreche nicht mehr den heutigen Anforderungen an die mobile Kommunikation. Der Datenhunger der Nutzer sei explodiert – allein 2025 flossen 6,4 Milliarden Gigabyte durch das O2-Netz, ein zwanzigfacher Anstieg im Vergleich zu vor zehn Jahren.

Herausforderung Flächenabdeckung

Besonders knifflig ist die Lage beim Blick auf die geografische Reichweite. Laut Bundesnetzagentur bietet 2G mit 99,78 Prozent die flächendeckendste Versorgung in Deutschland. Zum Vergleich: 4G-Antennen erreichen 97,79 Prozent, 5G-Antennen 95,29 Prozent der Landesfläche.

Während die meisten Privatkunden bereits 4G- oder 5G-fähige Geräte nutzen, müssen Besitzer alter 2G-Handys aufrüsten, um weiterhin erreichbar zu sein. Der Aufwand dürfte sich für die meisten in Grenzen halten – die Zahl reiner 2G-Geräte im Privatgebrauch ist überschaubar.

Industrie und Logistik unter Zugzwang

Ganz anders sieht es in der Industrie aus. Zahlreiche Machine-to-Machine (M2M)-Anwendungen und Internet-of-Things (IoT)-Geräte sind noch auf 2G angewiesen. Alarm- und Umweltanlagen sowie intelligente Stromzähler nutzen die alte Technologie oft noch.

Vodafone hat für Industriekunden eine Übergangsfrist bis 2030 angekündigt. Der Konzern will Teile des 2G-Spektrums für diese Anwendungen reservieren, um Unternehmen Zeit für die Modernisierung ihrer Infrastruktur zu geben.

Besonders betroffen ist die Logistikbranche: Ältere On-Board-Units (OBU) für die Lkw-Maut werden nach der 2G-Abschaltung funktionsunfähig. Spediteure sollten die Geräte rechtzeitig bei autorisierten Servicepartnern austauschen lassen. Der Sicherheitskonzern Verisure hat bereits vorgesorgt: Im ersten Quartal 2026 investierte das Unternehmen 19,2 Millionen Euro in ein spezielles Upgrade-Programm, um seine Systeme von 2G und 3G zu befreien.

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Weltweiter Trend zur Netzmodernisierung

Die deutschen Pläne sind Teil einer globalen Entwicklung. Branchenexperten sehen 2026 als Höhepunkt der weltweiten Abschaltung alter 2G- und 3G-Netze. In China etwa schaltet Zhejiang Unicom am 15. Juni 2026 sein landesweites 3G-Netz (WCDMA) endgültig ab.

Während die alten Standards verschwinden, laufen die Forschungen an der nächsten Generation bereits auf Hochtouren. Am 30. Mai 2026 endete erfolgreich das deutsche Forschungsprojekt „6G-TakeOff“ nach drei Jahren Laufzeit. Unter der Leitung der Deutschen Telekom und mit 19 Partnern – darunter Airbus, O2 Telefónica und Rohde & Schwarz – entwickelten die Forscher eine einheitliche 3D-Netzarchitektur aus Bodenstationen, Drohnen und Satelliten. Sieben Patentanmeldungen gingen aus dem Projekt hervor. Der kommerzielle Start von 6G wird für Anfang der 2030er Jahre erwartet.

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