Zwillinge, Gene

5.789 Zwillinge untersucht: Gene prĂ€gen Obst- und GemĂŒseverzehr mit

Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 14:55 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Erbfaktoren erklĂ€ren 25 Prozent des Obst- und 17 Prozent des GemĂŒsekonsums; Umweltbedingungen prĂ€gen die ErnĂ€hrung stĂ€rker.
Nahaufnahme von frischem Obst und GemĂŒse auf einer hölzernen ArbeitsflĂ€che bei natĂŒrlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

ErnÀhrungsgewohnheiten gelten in der öffentlichen Wahrnehmung oft als reine Frage der Disziplin oder der familiÀren PrÀgung. Eine Untersuchung des Centre for Healthy Brain Ageing (CHeBA) an der University of New South Wales (UNSW Sydney) liefert nun detaillierte Einblicke in das Zusammenspiel von Veranlagung und Umwelt.

Die Auswertung zeigt, dass genetische Unterschiede durchaus beeinflussen, welche Mengen an Obst und GemĂŒse Menschen zu sich nehmen – biologische Faktoren jedoch keineswegs allein ĂŒber den Speiseplan entscheiden.

Zwillingsdaten quantifizieren biologische Veranlagung

FĂŒr die Untersuchung griffen die Forschenden von CHeBA und UNSW Sydney auf Daten von 5.789 Zwillingen im Alter von 45 bis 90 Jahren zurĂŒck, die aus vier internationalen bevölkerungsbasierten Studien stammen. Der Vergleich von eineiigen und zweieiigen Zwillingspaaren ermöglichte es dem Team, die relativen Anteile von Erbfaktoren und Umweltbedingungen an den ErnĂ€hrungsmustern zu berechnen.

Dabei ergab die Analyse, dass der Obstkonsum zu 25 % vererbbar ist. Beim GemĂŒsekonsum liegt der genetisch bedingte Anteil demnach bei 17 %. Daraus folgt im Umkehrschluss, dass rund 75 % beziehungsweise mehr der beobachteten Schwankungen auf nicht-genetische EinflĂŒsse zurĂŒckgehen.

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Äußere Rahmenbedingungen wie das persönliche Umfeld, die VerfĂŒgbarkeit von Lebensmitteln und individuelle Alltagsroutinen behalten somit das weitaus grĂ¶ĂŸere Gewicht bei der Frage, wie viel Frischeprodukte konsumiert werden.

Kein einzelnes Gen steuert Vorlieben fĂŒr gesunde ErnĂ€hrung

Zudem stellten die Forschenden von CHeBA und UNSW Sydney eine positive genetische Korrelation zwischen dem Obst- und dem GemĂŒsekonsum fest. Wer genetisch bedingt zu mehr Obst greift, neigt tendenziell auch bei GemĂŒse zu höheren Mengen. Gleichzeitig fand sich in den untersuchten Kohorten im mittleren bis höheren Alter kein nachweisbarer gemeinsamer familiĂ€rer Umwelteinfluss auf den Konsum oder auf depressive Symptome.

Beteiligte Wissenschaftlerinnen warnen jedoch vor falschen RĂŒckschlĂŒssen aus den Ergebnissen. Dr. Karen Mather hielt fest, dass es kein einzelnes Obst-Gen oder GemĂŒse-Gen gebe. Die biologische Komponente setze sich vielmehr aus komplexen Mechanismen zusammen, zu denen etwa Geschmacks- und Geruchswahrnehmungen oder Stoffwechselprozesse zĂ€hlen können.

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Hauptautorin Dr. Annabel Matison unterstrich zudem, dass ein genetischer Einfluss keineswegs mit einem genetischen Schicksal gleichzusetzen sei. Da der ĂŒberwiegende Teil der ErnĂ€hrungsgewohnheiten durch nicht-genetische Faktoren bestimmt wird, bieten gezielte Maßnahmen zur VerhaltensĂ€nderung und gesundheitsfördernde Rahmenbedingungen weiterhin großes Potenzial, um den Konsum pflanzlicher Nahrungsmittel in der Bevölkerung nachhaltig zu steigern.

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