Deutsche Wirtschaft sieht AbhÀngigkeit von USA kritisch
15.01.2025 - 12:31:18Der Wahlsieg von Donald Trump und sein bevorstehender Amtsantritt löst in der deutschen Wirtschaft Sorgen ĂŒber die AbhĂ€ngigkeit von den USA aus. In einer reprĂ€sentativen Umfrage des Digitalverbandes Bitkom unter Unternehmen aus allen Branchen sagten 81 Prozent, dass sie abhĂ€ngig vom Import digitaler Technologien und Leistungen aus den USA seien - 40 Prozent «eher abhĂ€ngig» und 41 Prozent «stark abhĂ€ngig».
Neue GeschÀftsstrategie notwendig
56 Prozent der Firmen sieht sich durch den Wahlsieg Donald Trumps gezwungen, ihre GeschĂ€ftsstrategie anzupassen. Jedes zweite Unternehmen (50 Prozent) erklĂ€rte, man mĂŒsse voraussichtlich seine Lieferketten Ă€ndern. Konsens in der deutschen Wirtschaft ist die Aussage, Deutschland mĂŒsse sich unabhĂ€ngiger von den USA machen. 95 Prozent der Unternehmen stimmen dieser Forderung zu.
FĂŒr die Studie wurden im vergangenen November und Dezember 603 Unternehmen ab 20 BeschĂ€ftigten in Deutschland telefonisch befragt. AbhĂ€ngig vom Ausland im Digitalbereich sehen sich demnach 90 Prozent der Firmen.Â
«Sehr stark abhÀngig von den USA»
Bitkom-PrĂ€sident Ralf Wintergerst sagte, digitale SouverĂ€nitĂ€t bedeute nicht, dass man alles selbst können mĂŒsse. «Es geht nicht um Autarkie, sondern darum, dass man selbstbestimmt Technologien einsetzen kann.» Von den USA sei Deutschland allerdings sehr stark abhĂ€ngig. Und wenn nicht entschieden gegengesteuert werde, werde diese AbhĂ€ngigkeit weiter wachsen.Â
Wintergerst verwies darauf, dass in der Umfrage 87 Prozent der Unternehmen sagen, dass der technologische Vorsprung der USA gegenĂŒber Deutschland und Europa weiter wachsen werde, «weil die Amerikaner mehr investieren, mehr auf Deregulierung setzen - und weil sie auch beginnen, ihren BĂŒrokratieapparat weiter "auszumisten"».Â
Nicht ĂŒberlebensfĂ€hig
In der Umfrage sagten etwas mehr als ein Drittel (39 Prozent) der Firmen, sie könnten 13 bis 24 Monate ohne Digitalimporte ĂŒberleben. 36 Prozent wĂ€ren sieben bis zwölf Monate ĂŒberlebensfĂ€hig, 17 Prozent sogar nur bis zu sechs Monate. LĂ€nger als zwei Jahre könnten lediglich drei Prozent der Unternehmen durchhalten.
Kummer bereitet der deutschen Wirtschaft nicht nur die AbhÀngigkeit von den USA, sondern auch von China. Hier sehen sich 44 Prozent als «stark abhÀngig» und weitere 35 Prozent als «eher abhÀngig».
Bei den Digitalimporten stehen EndgerĂ€te wie Smartphones und Laptops ganz oben auf der Liste, die 90 Prozent der Unternehmen importieren. Drei Viertel (75 Prozent) fĂŒhren Software ein. 71 Prozent importieren Cybersicherheits-Anwendungen wie Firewalls und 69 Prozent digitale Bauteile wie etwa Chips, Halbleiter oder Sensoren.


