Abnehmspritzen, Geruchssinn

Abnehmspritzen: Geruchssinn um 81% stärker gefährdet

Veröffentlicht: 09.07.2026 um 02:48 Uhr, Redaktion boerse-global.de

GLP-1-Medikamente wie Semaglutid erhöhen relatives Risiko für Sinnesstörungen, bleiben aber selten. Novo Nordisk treibt orale und implantierbare Varianten voran.

Abnehmspritzen: Studie zeigt Risiko für Geruchs- und Geschmacksstörungen
Abnehmspritzen - Nahaufnahme einer menschlichen Zunge mit leichten, abstrakten Verzerrungen, die eine veränderte Geschmackswahrnehmung andeuten. 09.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Nebenwirkungen bleiben zwar selten, aber die relative Risikosteigerung ist enorm.

Geruchsstörungen um 81 Prozent erhöht

Forschende der Fachzeitschrift JAMA Otolaryngology haben Anfang Juli 2026 Daten von rund 877.000 Typ-2-Diabetes-Patienten ausgewertet. Das Ergebnis: Unter der Therapie mit GLP-1-Rezeptoragonisten wie Semaglutid oder Liraglutid stieg das relative Risiko für Geruchsstörungen um 81 Prozent. Bei Geschmacksstörungen waren es immerhin 52 Prozent.

Doch die absolute Häufigkeit bleibt gering. Die Rate für Geruchsstörungen lag bei 0,15 Prozent – in der Kontrollgruppe bei 0,07 Prozent. Bei Geschmacksstörungen waren es 0,18 Prozent gegenüber 0,10 Prozent.

Die Forscher betonen: Die Ergebnisse stammen aus einem Beobachtungszeitraum von zwei Jahren. Einen direkten Beweis für eine Kausalität liefern sie nicht. Fachleute raten Patienten davon ab, die Medikation eigenständig abzusetzen.

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Wegovy kommt als Tablette

Parallel zur Nebenwirkungsforschung schreitet die Entwicklung neuer Darreichungsformen voran. Ende Mai 2026 empfahl der EMA-Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) die Zulassung von Wegovy in Tablettenform.

Bisher mussten Patienten den Wirkstoff Semaglutid wöchentlich spritzen. Die neue orale Variante kommt täglich auf nüchternen Magen zum Einsatz. Danach gilt eine Wartezeit von 30 Minuten vor der ersten Mahlzeit.

Studien zeigen: Mit der Tablette verlieren Patienten rund 14 Prozent ihres Gewichts über 64 Wochen. Die Injektion erreicht in 72 Wochen bis zu 19 Prozent. Die Nebenwirkungen ähneln sich – Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit treten bei etwa 44 Prozent der Anwender auf. Die gesetzliche Krankenversicherung erstattet die Kosten nicht, da die Präparate als Lifestyle-Arzneimittel gelten.

Implantat für sechs bis zwölf Monate

Noch einen Schritt weiter geht Novo Nordisk. Der Konzern evaluiert zusammen mit Vivani Medical ein miniaturisiertes Semaglutid-Implantat namens NPM-139. Die NanoPortal-Technologie soll den Wirkstoff über sechs bis zwölf Monate kontinuierlich abgeben.

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Der Start einer Phase-1-Studie ist für Mitte 2026 geplant. Ziel: höhere Therapietreue, weniger Spritzen oder Tabletten. Experten rechnen frühestens in fünf Jahren mit einer Markteinführung.

Bis dahin bleibt der Markt dynamisch. Konkurrent Eli Lilly drängt mit Mounjaro in den Markt. Für das dritte Quartal 2026 ist ein neuer 7,2-mg-Einzeldosis-Pen angekündigt. Der Wettlauf um die beste Abnehmhilfe geht weiter.

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