Abnehmspritzen, Proteinmangel

Abnehmspritzen treiben Proteinmangel: Whey-Preis verdoppelt sich

21.06.2026 - 14:12:01 | boerse-global.de

Die Nachfrage nach Proteinpulver explodiert, LieferengpĂ€sse und PreissprĂŒnge sind die Folge. Abnehmspritzen treiben den Bedarf zusĂ€tzlich an.

Proteinpulver-Markt boomt: Preise steigen, Regale bleiben leer
Abnehmspritzen - Leere Regale in einem Supermarkt, wo normalerweise Proteinpulver und NahrungsergĂ€nzungsmittel stehen, als Symbol fĂŒr LieferengpĂ€sse. 21.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Der deutsche Markt verzeichnete 2025 einen Umsatzsprung von 60 Prozent auf 229 Millionen Euro. In den ersten fĂŒnf Monaten 2026 legte er noch einmal um 85 Prozent zu. Die Folge: Regale bleiben leer, Preise steigen rasant.

LieferengpÀsse treffen bekannte Marken

Marken wie ESN und More Nutrition haben derzeit erhebliche LieferlĂŒcken. Auch HĂ€ndler wie dm und MĂŒller bestĂ€tigen die Versorgungsprobleme. Grund ist ein weltweiter Mangel an Molkenprotein. Der Preis fĂŒr Whey-Konzentrat hat sich seit Januar verdoppelt, Whey-Isolat verteuerte sich um 40 Prozent.

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Ein wesentlicher Treiber: Die USA exportieren weniger, weil die Inlandsnachfrage stark gestiegen ist. Molkereien investieren zwar in neue KapazitÀten. Doch Experten rechnen erst in zwei bis drei Jahren mit einer Entspannung.

Abnehmspritzen treiben Nachfrage

Ein neuer Faktor kommt hinzu: Medikamente wie Wegovy, Mounjaro oder Ozempic. Sie reduzieren die Nahrungsaufnahme und damit oft auch die Zufuhr wichtiger NĂ€hrstoffe. Fachleute betonen: Eine proteinreiche ErnĂ€hrung ist entscheidend, um Muskelabbau zu verhindern – besonders bei schnellem Gewichtsverlust.

Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE) empfiehlt Erwachsenen zwischen 19 und 65 Jahren 0,8 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht. Ab 65 Jahren steigt der Wert auf 1,0 Gramm. Bei schwerer körperlicher Arbeit können es 100 bis 150 Gramm tĂ€glich sein. Sportler brauchen erst ab fĂŒnf Stunden Training pro Woche deutlich mehr.

Die IKK classic warnt jedoch vor dauerhafter Überversorgung. Bei bestehenden Nierenproblemen könne dies Risiken bergen.

QualitÀtsprobleme bei pflanzlichen Quellen

Auch pflanzliche Proteine stehen im Fokus. Ein Test des SRF vom Juni 2026 untersuchte zwölf Linsenprodukte. Die HĂ€lfte der konventionellen Proben enthielt RĂŒckstĂ€nde von Herbiziden wie Glyphosat, Diquat oder Paraquat. Bio-Produkte und Schweizer Ware blieben unbelastet. Einige Importprodukte ĂŒberschritten die Grenzwerte deutlich und wurden aus dem Verkauf genommen.

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Vorsicht ist auch bei Leinsamen geboten: Das Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung (BfR) warnt vor BlausĂ€ure in geschroteten Samen. Erwachsene sollten nicht mehr als 15 bis 20 Gramm pro Tag verzehren. FĂŒr Kleinkinder raten Experten ganz davon ab.

Forscher tĂŒfteln an Insekten-Alternativen

Die Wissenschaft sucht nach nachhaltigen Lösungen. Die UniversitĂ€t Bayreuth stellte im Juni 2026 ein Konzept fĂŒr eine Weißwurst vor. Dabei wird tierisches Fett teilweise durch Mehlwurmpulver ersetzt. Ziel: mehr Protein, weniger ökologischer Fußabdruck. Erste Akzeptanzstudien zeigen: Insektenbasierte Produkte schmecken bereits gut.

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