Absencen, Anfallsfreiheit

Absencen: 80–90% Anfallsfreiheit durch Medikamente möglich

Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 00:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach Musialas zweitem Kollaps diagnostizieren Ärzte Absencen. Die Therapie gilt als gut behandelbar, doch die Karrierefortsetzung bleibt umstritten.

FC Bayern: Musiala-Kollaps wirft Fragen zur Sporttauglichkeit auf
Ein leeres Fußballstadion bei Dämmerung mit Flutlichtbeleuchtung auf dem grünen Rasen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die medizinische Belastbarkeit von Spitzensportlern steht nach den Ereignissen in der Saisonvorbereitung des FC Bayern München im Fokus der Fachdiskussion.

Nachdem der 23-jährige Nationalspieler Jamal Musiala am 19. August 2026 in einem Testspiel gegen den 1. FC Heidenheim kollabierte, debattieren Mediziner über die Vereinbarkeit von neurologischen Befunden und Leistungssport. Es handelte sich um den zweiten Vorfall innerhalb weniger Tage, nachdem der Offensivspieler bereits am 15. August 2026 in einer Partie gegen RB Leipzig auf dem Spielfeld zusammengebrochen war.

Krankheitsbild und neurologische Einordnung

Die medizinischen Untersuchungen führten zur Diagnose von Absencen, einer Form epileptischer Anfälle. Nach Angaben von Neurologen wie Prof. Kleinschnitz handele es sich dabei um einen potenziell epileptischen Anfall, der jedoch als gut behandelbar eingestuft werde.

Typischerweise äußern sich Absencen durch kurze Bewusstseinsunterbrechungen, die meist zwischen 5 und 30 Sekunden andauern. Betroffene können ihre ursprüngliche Tätigkeit unmittelbar nach dem Anfall oft direkt fortsetzen.

Während dieses Krankheitsbild häufig bei Kindern im Alter zwischen 4 und 14 Jahren diagnostiziert wird, tritt es laut Expertenberichten auch im Erwachsenenalter auf.

Prof. Peter Berlit, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), wies darauf hin, dass die Gehirnstruktur durch diese Vorfälle keinen dauerhaften Schaden nehme. Zudem bestehe kein kausaler Zusammenhang mit früheren Verletzungen des Spielers, wie dem Wadenbeinbruch aus dem Juli 2025.

Kontroversen über die Fortsetzung der Profikarriere

Innerhalb der Fachwelt besteht Uneinigkeit über die unmittelbare Rückkehr in den Hochleistungssport. Prof. Peter Berlit betonte die hohe Heilungsquote: In etwa 80 bis 90 Prozent der Fälle seien Absencen durch eine medikamentöse Therapie heilbar.

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Sofern Anfallsfreiheit erreicht werde, sei eine Fortsetzung der Karriere möglich. Die erforderlichen Medikamente, die über mehrere Jahre eingenommen werden müssen, fallen laut dem Neurologen nicht unter die Doping-Bestimmungen.

Demgegenüber stehen vorsichtigere Einschätzungen aus der Sportmedizin. Dr. Thorsten Dolla riet von einer Teilnahme an hochintensiven Wettbewerben wie dem Supercup ab. Er vertrat die Ansicht, dass bei einer diagnostizierten Epilepsie – auch in der kleinen Form der Absencen – kein Hochleistungssport betrieben werden sollte.

Auch Dr. Mimoun Azizi betonte, dass die Entscheidung über die Sporttauglichkeit individuell getroffen werden müsse. Hierfür seien umfassende Untersuchungen wie ein Elektroenzephalogramm (EEG) sowie die explizite Freigabe durch einen Neurologen zwingend erforderlich.

Positionierung des Vereins und des Spielers

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Trotz der erneuten neurologischen Aussetzer signalisierten sowohl der Spieler als auch die Verantwortlichen des FC Bayern München die Absicht, den Spielbetrieb fortzuführen. Jamal Musiala erklärte nach dem zweiten Vorfall, dass aus Sicht der behandelnden Ärzte kein zusätzliches Gesundheitsrisiko bestehe und die medizinische Freigabe erteilt worden sei. Er beabsichtige daher, seine professionelle Laufbahn fortzusetzen.

Bayern-Sportdirektor Max Eberl bestätigte, dass die Diagnose im Verein bereits bekannt war. Die Entscheidung über weitere Einsätze basiert demnach auf der engen Abstimmung zwischen der medizinischen Abteilung und externen Spezialisten.

Experten der Uniklinik Düsseldorf wiesen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Karrieremöglichkeiten für Leistungssportler mit dieser Diagnose maßgeblich von der individuellen Reaktion auf die medikamentöse Einstellung abhängen. Eine vollständige Belastbarkeit sei erst bei gesicherter Anfallsfreiheit unter Therapie gegeben.

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