ADHS, Frauen

ADHS bei Frauen: Doppeltes Risiko bei prÀmenstruellem Syndrom

05.06.2026 - 05:26:01 | boerse-global.de

Die Zahl der ADHS-Erstdiagnosen bei Erwachsenen in Deutschland nimmt zu. Studien zeigen geschlechtsspezifische Risiken und vergleichen Therapieverfahren.

ADHS bei Erwachsenen: Diagnose steigt, neue TherapieansÀtze
ADHS - Ein nachdenklicher Erwachsener sitzt an einem Schreibtisch, umgeben von NotizbĂŒchern und Aufgaben, die ADHS im Erwachsenenalter symbolisieren. 05.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Nach Daten des Zentralinstituts fĂŒr die kassenĂ€rztliche Versorgung steigt die Zahl der Erstdiagnosen kontinuierlich. Mindestens zwei Millionen Erwachsene in Deutschland sind betroffen.

Lange galt ADHS als reine Kinderkrankheit. Doch die Forschung rĂŒckt zunehmend die Herausforderungen im Erwachsenenalter in den Fokus. Besonders komplex: Die Wechselwirkungen mit anderen psychischen Erkrankungen.

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SpÀte Diagnose kann Leben verÀndern

Eine Diagnose ab 40 gilt als schwierig, ist aber oft entscheidend fĂŒr die LebensqualitĂ€t. Typische Symptome: Prokrastination, Vergesslichkeit und hohe emotionale Auslenkbarkeit.

„Selbst bei 60- oder 70-JĂ€hrigen können Medikation und Therapie noch deutliche Verbesserungen bringen", sagt FachĂ€rztin Astrid Neuy-Lobkowicz.

Die Behandlung kombiniert Psychoedukation, Medikamente und Psychotherapie. Eine fachĂ€rztliche AbklĂ€rung ist unerlĂ€sslich – die Dunkelziffer ist hoch.

ADHS trifft Frauen besonders hart

Eine schwedische Langzeitstudie mit 3,6 Millionen Frauen zeigt einen klaren Zusammenhang: Frauen mit prĂ€menstruellem dysphorischem Syndrom (PMD) haben ein doppelt so hohes Risiko fĂŒr ADHS, Depressionen oder Angststörungen.

48 Prozent der Frauen mit PMD hatten bereits vorab eine psychische Erkrankung – in der Vergleichsgruppe waren es nur 30 Prozent. Und: 37 Prozent der PMD-Betroffenen entwickelten spĂ€ter eine psychische Störung.

Auch eine finnische Studie bestĂ€tigt: ADHS tritt hĂ€ufig bei jungen Menschen mit Genderdysphorie auf. Der Bedarf an psychiatrischer UnterstĂŒtzung bleibt oft auch nach medizinischen Transitionen bestehen.

Zwei TherapieansÀtze im Vergleich

In der Praxis dominieren zwei Verfahren: Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) und Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT). Beide zeigen bei Erwachsenen signifikante Erfolge.

Die KVT punktet bei Zeitmanagement, Planung und Alltagsorganisation. Die DBT setzt auf Emotionsregulation, Achtsamkeit und Stresstoleranz. Eine offizielle statistische Gleichwertigkeit ist nicht belegt – beide Verfahren liefern aber wertvolle Werkzeuge fĂŒr mehr StabilitĂ€t.

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Der Einschulungseffekt

Externe Faktoren beeinflussen die DiagnosehĂ€ufigkeit massiv. Eine Studie der UniversitĂ€t Wuppertal mit 67.000 SchĂŒlern zeigt: Das Einschulungsalter spielt eine entscheidende Rolle.

Die jĂŒngsten Kinder einer Klasse werden hĂ€ufiger als sonderpĂ€dagogisch förderbedĂŒrftig eingestuft. Bei ViertklĂ€sslern, die zu den JĂŒngsten gehören, liegt die ADHS-Diagnose-Wahrscheinlichkeit um 52 Prozent höher.

KI als Therapiehelfer?

Digitale UnterstĂŒtzung gewinnt an Bedeutung. Laut „Mind Health Report" von AXA und IPSOS nutzen bereits 63 Prozent der Befragten KI-Tools fĂŒr ihre psychische Gesundheit.

Das Vertrauen ist gespalten: 38 Prozent vertrauen der KI mehr als Fachpersonal. 45 Prozent sind unzufrieden mit den Antworten. Besonders betroffen: 85 Prozent der 18- bis 24-JĂ€hrigen leiden unter Stress oder depressiven Verstimmungen.

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