ADHS, Kaffee-Tee-Kombination

ADHS: Kaffee-Tee-Kombination wirkt wie Standard-Medikament

26.06.2026 - 06:39:55 | boerse-global.de

Studie belegt: Kombination aus L-Theanin und Koffein verbessert Konzentration bei ADHS-Jugendlichen deutlich.

Tee-Wirkstoff L-Theanin: Neue Hoffnung bei ADHS?
ADHS - Eine Tasse grüner Tee und eine Tasse Kaffee auf einem Tisch mit verschwommenen Forschungsdokumenten im Hintergrund, die natürliche Konzentration symbolisieren. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Forscher untersuchen, ob die natürliche Kombination aus Koffein und L-Theanin bei ADHS hilft – mit vielversprechenden Ergebnissen.

Studie zeigt: Tee-Wirkstoff verbessert Konzentration

Eine aktuelle Studie aus Mai 2026 in der Fachzeitschrift Nutritional Neuroscience sorgt für Aufsehen. Forscher um Gayani S. Nawarathna testeten die Kombination aus L-Theanin und Koffein an 21 Jugendlichen mit ADHS. Der Versuch war doppelblind und Placebo-kontrolliert.

Das Ergebnis: Die Probanden zeigten eine signifikant bessere selektive Aufmerksamkeit. Ihre Reaktionszeiten wurden stabiler, und sie lösten weniger Fehlalarme bei Konzentrationstests aus. Die Effekte waren in bestimmten Bereichen mit denen von Methylphenidat vergleichbar – einem Standard-Medikament in der ADHS-Therapie.

L-Theanin kommt natürlicherweise in Teeblättern vor. Die Aminosäure scheint zudem die unangenehmen Nebenwirkungen von reinem Koffein abzumildern. Frühere Studien aus den Jahren 2008, 2010 und 2015 stützen diese Beobachtungen bereits.

Kaffee oder Tee – was ist besser?

Der Koffeingehalt variiert stark: Kaffee liefert zwischen 60 und 120 mg pro Portion, Tee nur 14 bis 61 mg. Dafür enthält Tee das beruhigend wirkende L-Theanin, das die aufputschende Wirkung des Koffeins moduliert.

Die Forschung zeigt: Die Kombination beider Stoffe fördert die Konzentration und reduziert gleichzeitig Müdigkeit. Ein natürlicher Synergieeffekt, den Pharma-Konzerne nun genauer unter die Lupe nehmen.

Wandel in der ADHS-Diagnostik

Die Suche nach Alternativen kommt nicht von ungefähr. Eine große Kohortenstudie aus 2026 in JAMA Psychiatry mit über 37.000 Fällen aus Dänemark zeigt: Die steigenden ADHS-Diagnosen sind wohl eher auf breitere klinische Kriterien zurückzuführen als auf eine Zunahme genetischer Risiken.

Parallel zur Naturstoff-Forschung entwickelt die Pharmaindustrie neue Wirkstoffe. Das Präparat Centanafadine XR wurde kürzlich in einer Phase-3b-Studie bei Erwachsenen mit ADHS und Angststörungen getestet – mit Erfolg. Die US-Gesundheitsbehörde FDA entscheidet voraussichtlich Ende Juli 2026 über die Zulassung im Priority-Review-Verfahren.

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Dosierungsfragen: Weniger ist manchmal mehr

Ein systematischer Review in Lancet Psychiatry liefert neue Richtwerte. Die Analyse von 164 Studien ergab: Für Kinder und Jugendliche liegt die optimale Tagesdosis Methylphenidat bei 50 mg. Bei Erwachsenen gilt für Amphetamine ebenfalls eine Dosis von 50 mg als ideal – im Hinblick auf Wirksamkeit und Verträglichkeit.

Vorsicht bei der Rohstoffqualität

Wer auf Kaffee oder Tee als ergänzende Maßnahme setzt, sollte auf die Qualität achten. Ein gemeinsamer Bericht von Coffee Watch und der Deutschen Umwelthilfe zeigt: Im weltweiten Kaffeeanbau werden 159 verschiedene Pestizidwirkstoffe eingesetzt. 59 Prozent davon haben in der EU keine Zulassung.

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In 72 Prozent der untersuchten Proben fanden sich Rückstände von Glyphosat. Jede fünfte Tasse Kaffee war belastet. Die Verbände fordern einen Exportstopp für in der EU verbotene Pestizide in Anbauländer. Für Patienten bedeutet das: Bei der therapeutischen Nutzung von Kaffee- oder Tee-Inhaltsstoffen ist eine sorgfältige Quellenauswahl entscheidend.

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