Adipositas: Deutschland plant Zuckersteuer ab 2028
Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 09:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Weltweit sind über eine Milliarde Menschen stark übergewichtig. Deutschland reagiert nun mit einem Dreiklang aus Personalwechseln, Steuerplänen und neuen Medikamenten.
Linnemann wird Gesundheitsminister
Kanzler Merz gab am 27. Juli bekannt: Carsten Linnemann übernimmt das Bundesgesundheitsministerium. Er folgt auf Nina Warken. Neue Parlamentarische Staatssekretärin wird Christiane Schenderlein, die Tino Sorge ablöst.
Die Vereidigung ist für den 9. September geplant. Der Vorstand der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung erwartet vom Wechsel Reformimpulse für die gesetzliche Krankenversicherung. Die Warnung: Reformen dürften nicht nur unter fiskalischen Gesichtspunkten betrachtet werden.
Zuckersteuer ab 2028 geplant
Ein zentrales Instrument gegen Adipositas: die gestaffelte Zuckersteuer. Ab Januar 2028 sollen 26 Cent pro Liter fällig werden, wenn der Zuckergehalt 5 Gramm pro 100 Milliliter übersteigt. Bei mehr als 8 Gramm steigt die Abgabe auf 32 Cent.
Im ersten Jahr prognostizieren Experten Einnahmen von rund 650 Millionen Euro. Der Blick nach Großbritannien zeigt Wirkung: Dort sank die Fettleibigkeit bei zehn- bis elfjährigen Mädchen innerhalb von sechs Jahren um acht Prozent. 46 Verbände fordern eine spezifische Limonadenabgabe, die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina drängt auf eine umfassende nationale Adipositas-Strategie.
Die geplante Zuckersteuer ab 2026 zeigt: Überzuckerung ist ein ernstes Problem – besonders bei Kindern. Mit dem 7-Tage-Zuckerfrei-Startplan für Familien reduzieren Sie versteckte Zucker spielend. Jetzt kostenlosen Startplan anfordern
Neue Hoffnung aus der Pharmaindustrie
Boehringer Ingelheim startete am 16. Juli eine Phase-II-Studie für einen Triple-Agonisten. Das Präparat BI 3034701 wirkt auf drei verschiedene Rezeptoren und soll den Gewichtsverlust fördern. Ein weiteres Mittel des Unternehmens, Survodutide, erreichte in Phase III bereits 16,6 Prozent Gewichtsreduktion.
Auch Eli Lilly veröffentlichte Daten zu oralen Abnehmpillen. Novo Nordisk reagiert auf den wachsenden Konkurrenzdruck mit einem Stellenabbau von über zehn Prozent. Parallel prüft die Europäische Arzneimittel-Agentur Ozempic, Wegovy und Saxenda auf mögliche Risiken – besonders im Hinblick auf Suizidgedanken.
Nierenregister gefordert
Schon gewusst? In Großbritannien sank die Fettleibigkeit bei zehn- bis elfjährigen Mädchen durch eine Zuckersteuer um acht Prozent. Auch in Deutschland ist die Abgabe geplant. Bereiten Sie Ihre Familie jetzt vor – mit unserer Checkliste gegen Zuckerfallen. Zuckerfallen-Checkliste jetzt sichern
Adipositas und Diabetes führen häufig zu chronischen Nierenerkrankungen. Rund neun Millionen Menschen in Deutschland sind betroffen, die Behandlungskosten lagen 2020 bereits bei über 24 Milliarden Euro. Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie drängt daher auf ein nationales Nierenregister.
Eine WHO-Resolution verlangt für 2025 eine verstärkte Überwachung. Ziel ist die Zusammenführung von Daten aus Qualitätssicherung, Lebendspende- und Transplantationsregister im Forschungsdatenzentrum Gesundheit. Allein die Dialysebehandlung von rund 60.000 Patienten kostet jährlich etwa 60.000 Euro pro Person.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
