Adipositas-Forschung: Schneller abnehmen ist oft besser
22.05.2026 - 10:33:25 | boerse-global.deWer schnell abnimmt, hält das Gewicht langfristig stabiler als bei langsamer Reduktion.
Forscher des Vestfold Hospital Trust begleiteten 284 Teilnehmer über ein Jahr. Das Ergebnis: Personen mit raschern Gewichtsverlust in der Anfangsphase erreichten ihr Zielgewicht häufiger und hielten es stabiler. Das widerspricht der verbreiteten Angst vor dem Jojo-Effekt.
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„Der psychologische Erfolg und die physiologischen Anpassungen bei einer zügigen Reduktion könnten die langfristige Therapietreue erhöhen“, so die Studienautoren.
Die 500-Kalorien-LĂĽcke durch echte Lebensmittel
Parallel dazu liefert die Universität Bristol neue Daten zur Nahrungsqualität. Probanden, die unverarbeitete Lebensmittel aßen, nahmen täglich rund 500 Kilokalorien weniger zu sich als die Gruppe mit hochverarbeiteter Kost.
Der Clou: Trotz geringerer Kaloriendichte fiel die Sättigung höher aus. Eine Mahlzeit mit naturbelassenen Zutaten wog bei 719 Kilokalorien stolze 665 Gramm. Die gleiche Kalorienmenge aus Fertigprodukten brachte gerade mal 423 Gramm auf die Waage.
„Fibermaxxing“: Der neue Ballaststoff-Trend
Unter dem Begriff „Fibermaxxing“ versuchen immer mehr Menschen, ihre Ballaststoffzufuhr zu maximieren. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt mindestens 30 Gramm täglich – der Durchschnittsdeutsche erreicht weniger als 20 Gramm.
Experte Gunter Eckert von der Universität Gießen bewertet den Trend positiv für Darmgesundheit und Stoffwechsel. Hans Hauner von der TU München bremst: „Ein gesundheitlicher Zusatznutzen über 30 Gramm hinaus ist kaum nachweisbar.“
Vorsicht bei der Umstellung: Zu abrupte Änderungen führen zu Blähungen und Krämpfen. Und bei Leinsamen rät das Bundesinstitut für Risikobewertung zu maximal 20 Gramm täglich – wegen möglicher Cadmium-Belastung.
Intervallfasten: Nicht fĂĽr jeden geeignet
Die 16:8-Methode oder die 5:2-Strategie bleiben populär. Die physiologischen Effekte – Autophagie und verbesserte Insulinempfindlichkeit – sind gut belegt.
Doch Intervallfasten ist kein Allheilmittel. Für Schwangere, Stillende oder Menschen mit Essstörungen in der Vorgeschichte ist die Methode ungeeignet.
Gefährliche Nahrungsergänzungsmittel
Toxikologe Georg Aichinger von der ETH Zürich schlägt Alarm: „Frei verkäufliche Präparate durchlaufen kein strenges Zulassungsverfahren wie Medikamente.“
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit verdächtigt Substanzen wie Tongkat Ali, DNA-Schäden zu verursachen. Extrakte aus Ashwagandha, grünem Tee oder Curcumin wurden mit Leberentzündungen in Verbindung gebracht.
Auch Vitamin D birgt Risiken. Zwar haben rund 30 Prozent der Erwachsenen in Deutschland einen Mangel, wie das Robert Koch-Institut feststellt. Eine unkontrollierte Supplementierung kann jedoch zu Nierenschäden und Herzrhythmusstörungen führen.
Eine Studie der Mayo Clinic zeigte zwar positive Effekte von Vitamin D bei Darmerkrankungen – die Forscher raten aber dringend von Selbstmedikation ohne ärztliche Diagnose ab.
Pflanzliche Kost senkt EntzĂĽndungswerte
Die Universität Warwick wertete sieben Studien mit 541 Teilnehmern aus. Ergebnis: Rein pflanzliche Ernährung senkt Entzündungsmarker wie das C-reaktive Protein signifikant – besonders in Kombination mit Bewegung.
Die DGE aktualisierte im Mai 2026 ihre Empfehlungen zur antientzündlichen Ernährung. Der Fokus liegt auf pflanzenbetonter Kost, um Zivilisationskrankheiten vorzubeugen.
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Supplemente: Weniger ist oft mehr
Longevity-Experte Dr. Felix Bertram empfiehlt Kreatin fast jedem – bei drei Gramm täglich. Bei Omega-3-Fettsäuren sieht er die Lage differenzierter.
Eine chinesische Beobachtungsstudie mit 800 Teilnehmern über fünf Jahre zeigte: Unkritische Fischöl-Supplementierung könnte unter bestimmten Umständen mit beschleunigtem kognitivem Abbau korrelieren – möglicherweise durch Oxidationsprozesse in den Kapseln.
GLP-1-Agonisten und die Zukunft
Ein weiterer Wachstumsmarkt sind GLP-1-Agonisten. Ursprünglich für Diabetes entwickelt, unterstützen sie zunehmend die Gewichtsreduktion – allerdings nur unter medizinischer Aufsicht.
Die Kombination aus Pharmakologie, evidenzbasierten Ernährungsmodellen und gezielter Supplementierung wird die Adipositas-Therapie der kommenden Jahre prägen.
Die zentrale Erkenntnis aus Norwegen bleibt: Ein entschlossener, schneller Start in die Gewichtsreduktion ist kein Hindernis für langfristigen Erfolg – sondern kann diesen sogar begünstigen.
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