Adipositas: Neues Projekt setzt ab November auf Achtsamkeit statt KalorienzÀhlen
Veröffentlicht: 14.07.2026 um 20:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Ob Wohnort, Familie oder kulturelle Werte â die Forschung zeigt: Das Umfeld prĂ€gt Wohlbefinden und Gesundheit stĂ€rker als gedacht. Neue Studien aus Psychologie, Soziologie und Medizin liefern konkrete Belege.
Bipolare Störungen: StabilitĂ€t als SchlĂŒssel
Zwei Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer bipolaren Störung. Der Ergotherapeut Maximilian BrĂŒstle betont: StabilitĂ€t, Partnerschaft und ein soziales Netz verbessern die LebensqualitĂ€t der Betroffenen massiv.
In der Praxis arbeiten Therapeuten mit Tagesprotokollen und Selbstversorgungsprogrammen. Das Ziel: den Phasenverlauf besser steuern. Eine ausgewogene BetĂ€tigungsbalance und mehr Selbstwirksamkeit sollen fĂŒr StabilitĂ€t im Alltag sorgen.
Wenn Werte und Umfeld harmonieren
Die Ăbereinstimmung persönlicher Werte mit der Kultur um einen herum ist entscheidend. Dr. Vera Vogel von der UniversitĂ€t Mannheim belegt diesen âPerson-Culture-Match-Effektâ in einer Studie, die im Juli 2026 in Social and Personality Psychological Sciences erschien.
Fördert die Harmonie zwischen Ăberzeugungen und gesellschaftlichen Normen das Wohlbefinden? Ja â aber nur, wenn die Kultur fĂŒr die Person identitĂ€tsstiftend ist.
Die University of Bath untersuchte unter Chris Dawson die Wechselwirkung von Genetik und ökonomischer StabilitĂ€t. Die Auswertung der English Longitudinal Study of Ageing zeigt: Genetische Anlagen fĂŒr Bildungserfolg entfalten sich vor allem in stabilen FamilienverhĂ€ltnissen. Armut zwinge Menschen dagegen zu kurzfristigen Entscheidungen, was Geduld und Risikobereitschaft hemme.
Integration und Gemeinschaft: Projekte mit Erfolg
In Hessen lĂ€uft ein Modellprojekt zur Integration von SpĂ€taussiedlern. Innenminister Poseck zieht eine positive Zwischenbilanz. Seit MĂ€rz 2025 bietet die Unterkunft in Lich 50 PlĂ€tze â 70 Menschen haben bereits profitiert. Das Angebot bĂŒndelt Integrationsberatung, Sprachkurse und Behördenhilfe an einem Ort.
Die Techniker Krankenkasse startete im FrĂŒhjahr 2026 in acht ThĂŒringer Pflegeheimen das Projekt âPflegeackerâ. Bewohner gĂ€rtnern an Hochbeeten, fördern so motorische und kognitive FĂ€higkeiten und knĂŒpfen soziale Kontakte. Die AckerCompany GmbH setzt das Projekt um.
Gemeinschaftliche AktivitĂ€ten und leichte Bewegung im Alltag sind essenziell, um die geistige LeistungsfĂ€higkeit bis ins hohe Alter zu erhalten. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen 11 praktische Ăbungen, mit denen Sie Ihr GedĂ€chtnis und Ihre Konzentration nachhaltig stĂ€rken können. Diese 11 AlltagsĂŒbungen halten Ihr Gehirn fit
Ein gesellschaftlicher Trend namens âNonnamaxxingâ greift Ă€hnliche Ideen auf. Soziale Beziehungen, Gartenarbeit und gemeinsames Kochen â die Orientierung an traditionellen Lebensweisen reduziert Stress und unterstĂŒtzt die kognitive Gesundheit.
Selbsthilfe unter Druck
Trotz der Bedeutung sozialer UnterstĂŒtzung stehen Fördersysteme unter Druck. Auf dem bayerischen Selbsthilfekongress in Amberg stand die Rolle der 70.000 bis 100.000 Selbsthilfegruppen im Fokus. Die Krankenkassen sind laut § 20h SGB V zur Förderung verpflichtet â fĂŒr 2026 sind 1,44 Euro pro Versicherten vorgesehen. Doch das GKV-Stabilisierungsgesetz könnte die finanzielle Basis einschrĂ€nken.
Auch in der Diagnostik tut sich etwas. Eine 2025 in Intelligence veröffentlichte Studie polnischer Forscher zeigt: Herkömmliche Depressionsfragebögen stoĂen bei hochintelligenten Menschen an Grenzen. Sie interpretieren Symptome oft anders â alternative Methoden wie Experience Sampling sind nötig.
Um die psychische und körperliche StabilitÀt im Alltag zu fördern, ist ein bewusstes Training der inneren Ruhe und Achtsamkeit oft der erste Schritt aus dem Hamsterrad. Erfahren Sie in diesem kostenlosen E-Book von Life Coach Jasmin Rosenboom, wie Sie mit minimalem Zeitaufwand wieder mehr Lebensfreude und Gelassenheit finden. Kostenlosen Achtsamkeits-Guide jetzt herunterladen
Adipositas und Traumaforschung: Neue Wege
An der UniversitĂ€t GieĂen startet ab November 2026 ein neuer Ansatz gegen Adipositas. Das Pilotprojekt âEASEâ setzt auf Achtsamkeit und intuitives Essen statt KalorienzĂ€hlen. Ziel: LebensqualitĂ€t steigern und Stigmatisierung reduzieren. Zwei Drittel der MĂ€nner und die HĂ€lfte der Frauen in Deutschland sind ĂŒbergewichtig â gewichtsneutrale AnsĂ€tze gewinnen an Bedeutung.
Das Max-Planck-Institut fĂŒr Psychiatrie und das Karolinska Institutet haben neue Erkenntnisse zu Kindheitstraumata gewonnen. Die in Advanced Science veröffentlichte Studie zeigt: Das Stressprotein FKBP51 spielt eine SchlĂŒsselrolle bei den Langzeitfolgen frĂŒher Belastungen. Im Tiermodell verhinderte der Wirkstoff SAFit2 soziale Defizite, indem er die GenaktivitĂ€t in stressrelevanten Hirnregionen normalisierte. Die Forschung bildet die Basis fĂŒr kĂŒnftige Therapien.
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