AED-Register HERZSICHER: Bayern startet Testphase für schnellere Ersthilfe
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 19:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In Bayern wurde mit der Testphase eines neuen Registers für Automatisierte Externe Defibrillatoren (AED) begonnen. Das Projekt mit dem Namen HERZSICHER ist eine gemeinsame Initiative der Björn Steiger Stiftung und der Deutschen Herzstiftung.
Ziel des Vorhabens, das im Rahmen einer Zusammenkunft der CSU-Landtagsfraktion im Kloster Banz vorgestellt wurde, ist die lückenlose Erfassung von Standorten lebensrettender Medizintechnik, um die Ersthilfe bei Herznotfällen signifikant zu verbessern.
Technologische Vernetzung für den medizinischen Notfall
Das AED-Register HERZSICHER fungiert als zentrale Datenbank, in der detaillierte Informationen zu Defibrillatoren gesammelt werden. Über die reine Standorterfassung hinaus übermittelt das System Daten zur Zugänglichkeit, zu den spezifischen Betriebszeiten sowie zum aktuellen Funktionsstatus der Geräte. Diese Informationen werden sowohl kommerziellen Kartenanbietern als auch den Rettungsleitstellen zur Verfügung gestellt.
Ein wesentlicher Aspekt der technischen Umsetzung ist die Bereitstellung von Zugangscodes. Für Defibrillatoren, die in gesicherten Bereichen oder Gebäuden untergebracht sind, erhalten Rettungsleitstellen über das Register Zugriff auf notwendige Codes für Türschlösser. Damit soll sichergestellt werden, dass Ersthelfer im Notfall ohne Zeitverzögerung auf die Geräte zugreifen können. Sensible Daten innerhalb des Registers sind dabei ausschließlich für autorisierte Nutzergruppen einsehbar, um den Datenschutz zu gewährleisten.
Finanzierung und strategische Zielsetzung des Freistaats
Die bayerische Staatsregierung unterstützt den Aufbau dieser Infrastruktur finanziell. Der Freistaat Bayern stellt für die zentrale Datenbank des Projekts Mittel in Höhe von 340.000 Euro bereit. Die Initiative wird als wichtiger Schritt gesehen, um die lückenhafte Datenlage über öffentlich verfügbare Defibrillatoren zu schließen.
In Bayern läuft seit Herbst 2026 die Testphase eines zentralen Registers, das Standorte, Zugänglichkeit, Betriebszeiten und Zugangscodes von Defibrillatoren bündelt — der offizielle Start ist für den 1. März 2027 vorgesehen. Wer als Betriebsarzt oder Sicherheitsbeauftragter jetzt die eigenen AED-Standorte sauber erfasst, ist vorbereitet, wenn die Daten an Leitstellen und Kartenanbieter gehen. Der kostenlose Leitfaden zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Standorte dokumentieren, Zugangscodes verwalten und die Erste-Hilfe-Herzsicherheit im Betrieb verankern. Kostenlosen Praxis-Leitfaden zur AED-Erfassung anfordern
Das Vorhaben in Bayern ist zudem als Pilotprojekt mit Signalwirkung angelegt. Die Verantwortlichen von HERZSICHER verfolgen das Ziel, ein landesweit einheitliches Verzeichnis zu etablieren. Dieses soll perspektivisch als Modell für eine spätere bundesweite Lösung dienen, um die Notfallversorgung in ganz Deutschland auf ein einheitliches digitales Fundament zu stellen.
Medizinische Notwendigkeit einer schnellen Ersthilfe
Die Relevanz eines solchen Registers wird durch statistische Erhebungen der Deutschen Herzstiftung und der Björn Steiger Stiftung unterstrichen. Demnach ereignen sich in Deutschland jährlich rund 65.000 außerklinische Herz-Kreislauf-Stillstände. Experten dieser Organisationen gehen davon aus, dass mehr als 10.000 Menschenleben zusätzlich gerettet werden könnten, sofern unmittelbar nach dem Ereignis mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen würde.
Die Zeitkomponente spielt dabei eine entscheidende Rolle für die Überlebenswahrscheinlichkeit. Statistisch sinkt die Chance auf eine erfolgreiche Wiederbelebung mit jeder Minute, in der keine Hilfe geleistet wird, um etwa zehn Prozent. Die schnelle Lokalisierung eines AED-Geräts durch Laienhelfer oder die gezielte Anleitung durch die Leitstelle kann diesen kritischen Zeitraum verkürzen.
Zeitplan und Ausblick auf die Implementierung
Nach der nun angelaufenen Testphase im Herbst 2026 ist die vollständige Inbetriebnahme des Registers bereits terminiert. Der offizielle Go-Live von HERZSICHER ist für den 1. März 2027 geplant. Bis zu diesem Zeitpunkt sollen weitere Standorte integriert und die Schnittstellen zu den Rettungsdiensten optimiert werden.
Jede Minute ohne Wiederbelebung senkt die Überlebenschance um rund zehn Prozent — im Betrieb entscheiden also nicht nur Geräte, sondern vor allem Zugang und Handlungssicherheit. Der kostenlose Leitfaden zeigt Ihnen in drei Schritten, wie Sie gesicherte AED-Standorte und Zugangscodes so organisieren, dass Ersthelfer ohne Zeitverlust an das Gerät kommen, und wie Sie Ihr Team regelmäßig üben lassen. Jetzt den 3-Schritte-Plan für mehr Herzsicherheit im Betrieb sichern
Mit der flächendeckenden Einführung wird eine deutliche Steigerung der Ersthelferquote und eine damit verbundene Erhöhung der Überlebensraten bei plötzlichem Herzstillstand in der Region angestrebt.
