Ärztewohlbefinden: AMA zeichnet 92 Organisationen für bessere Arbeitsbedingungen aus
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 02:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Wohlbefinden von medizinischem Personal rückt in Gesundheitseinrichtungen zunehmend in den Mittelpunkt struktureller Maßnahmen. Im Rahmen des Programms Joy in Medicine für den Zeitraum 2026–27 zeichnete die American Medical Association (AMA) insgesamt 92 Krankenhäuser, Gesundheitssysteme und medizinische Gruppen für ihr Engagement zur Förderung der ärztlichen Arbeitsbedingungen aus, wie aus Berichten vom 07.10.2026 hervorgeht.
Die Initiative zielt darauf ab, Belastungen am Arbeitsplatz systematisch zu erfassen und arbeitsbedingte Erschöpfung durch organisatorische Anpassungen zu verringern.
Laut Daten der AMA zeigt sich bei der Belastung der Mediziner eine graduelle Besserung. Im Jahr 2025 gaben 41,9 Prozent der befragten Ärzte an, unter mindestens einem Burnout-Symptom zu leiden.
In den Vorjahren lag der Anteil noch höher: 2024 meldeten 43,2 Prozent entsprechende Belastungssymptome, im Jahr 2023 waren es 48,2 Prozent. Die Datenbasis der sogenannten Organizational Biopsy der AMA stützt sich auf knapp 19.000 Antworten aus 38 Bundesstaaten von insgesamt 106 Gesundheitssystemen und Organisationen im Vorjahr.
Strukturierte Anerkennung in drei Leistungsstufen
Die Auszeichnungen der AMA werden in den Stufen Gold, Silber und Bronze vergeben und behalten jeweils zwei Jahre ihre Gültigkeit. Bei der Vergabe für den Zyklus 2026–27 entfielen 21 Prämierungen auf das Gold-Niveau, elf auf Silber und 60 auf Bronze.
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Die prämierten Organisationen verteilen sich über 30 Bundesstaaten. Während 53 Institutionen bereits in vorangegangenen Runden anerkannt worden waren, erhielten 39 Träger die Auszeichnung zum ersten Mal.
Seit dem Start des Programms im Jahr 2019 hat die AMA mehr als 250 Organisationen gewürdigt. Aktuell halten 194 Organisationen in 41 Bundesstaaten sowie im District of Columbia die zweijährige Anerkennung, wodurch 428.583 Ärzte erfasst sind. Die Bewertung durch den Ärzteverband umfasst sechs Bereiche, zu denen unter anderem Führung, Teamarbeit und institutionelle Unterstützung zählen.
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Vielfältige Ansätze in der praktischen Umsetzung
Die in den prämierten Organisationen etablierten Hilfs- und Arbeitsstrukturen decken unterschiedliche Schwerpunkte ab. Zu den 21 landesweiten Trägern mit Gold-Status gehören beispielsweise Sutter Health und Cooper Norcross Health.
Auch Novant Health erreichte Gold für den Zeitraum 2026–2027; die Organisation war das einzige goldprämierte System in den Bundesstaaten North Carolina und South Carolina und verbesserte sich von der Stufe Bronze im Jahr 2024 auf Gold.
Ebenso erhielt das Ohio State University Wexner Medical Center seine insgesamt dritte Auszeichnung und die erste auf Gold-Niveau. Dort fördert das Gabbe Well-Being Office Projekte für Beschäftigte und Auszubildende mit bis zu 2.000 US-dollar je Vorhaben. Northwell Health zählt ebenfalls zu den anerkannten Häusern.
Auf Silber-Niveau wurde Denver Health ausgezeichnet. Die Einrichtung benennt unter anderem eine jährliche Mitarbeiterbefragung, ein rund um die Uhr erreichbares Wellness- und Peer-Support-Programm sowie konkrete Maßnahmen zur Reduzierung des Dokumentationsaufwands als Kernelemente.
Bronze-Status erhielten unter anderem Essentia Health, das ĂĽber ein 2021 gegrĂĽndetes Office of Well-Being, eine Mitarbeiter-Hotline, kollegiale Betreuung fĂĽr Leistungserbringer und sogenannte CARE Champions verfĂĽgt, sowie The Christ Hospital Health Network mit seiner dritten Auszeichnung in Folge.
Die Medical University of South Carolina (MUSC) wurde ebenfalls mit Bronze prämiert; dort wurden neben einem Peer-Support-Programm stigmatisierende Fragen zur psychischen Gesundheit aus ärztlichen Zulassungsanträgen entfernt.
