AGCO und Agility Robotics: Digit soll 2027 im Werk Hesston starten
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 04:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer Landtechnikkonzern AGCO und der Robotikhersteller Agility Robotics haben eine kommerzielle Vereinbarung geschlossen. Im Rahmen der Partnerschaft soll im Jahr 2027 ein Pilotprojekt im US-Werk von AGCO in Hesston im Bundesstaat Kansas anlaufen. Dort soll der zweibeinige Roboter Digit betriebliche Abläufe unterstützen. Vorgesehen sind unter anderem Aufgaben in der Teilesortierung, beim Stapeln sowie bei der Platzierung von Behältern.
Humanoide Systeme im betrieblichen Praxiseinsatz
Für Agility Robotics markiert der Vertrag einen weiteren Schritt bei der industriellen Erprobung seines Systems. Nach Angaben des Unternehmens hat das Robotermodell Digit bereits über 65.000 Stunden im realen Betrieb absolviert. Zu den bisherigen Kunden des Herstellers zählen unter anderem Unternehmen wie Toyota, GXO und Schaeffler.
Auch Zulieferer wie Schaeffler treiben den Einsatz humanoider Roboter in der Fertigung voran. Das Unternehmen eröffnete in Taicang in China eine rund 7.500 Quadratmeter große Fabrik für sogenannte verkörperte Intelligenz, die neben einer Montagelinie auch Trainings-, Daten- und Rechenzentren sowie eine Digital-Twin-Plattform umfasst.
An fünf Stationen einer Montagelinie für Gelenkmodule inklusive Aktuatoren fertigen sechs Humanoide und übernehmen dort Tätigkeiten wie Materialhandling, Teilesortierung, Einpressen, Inspektion und Verpackung.
Nach Unternehmensangaben stieg der weltweite Auftragseingang von Schaeffler im Bereich der Humanoid-Robotik auf rund 400 Millionen Euro, gestützt durch zwei Neukunden aus der Region Greater China im dritten Quartal 2026.
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Laut dem Bericht „World Robotics 2026“ der International Federation of Robotics (IFR) wurden im Jahr 2025 weltweit rund 7.000 vollgroße humanoide Roboter mit einer Bauhöhe von über 140 Zentimetern verkauft, Forschungs- und Unterhaltungszwecke ausgenommen.
Professionelle Serviceroboter verzeichneten im selben Jahr ein Plus von 24 Prozent auf knapp 250.000 Einheiten, wobei Transport und Logistik mit rund 117.500 Einheiten einen Anteil von 47 Prozent stellten. In den USA dominiert dabei zunehmend das Modell Robots-as-a-Service (RaaS), bei dem das Investitionsrisiko für die Hardware beim Anbieter verbleibt.
Trotz wachsender Absatzzahlen betonen Branchenvertreter die Grenzen der Technologie. IFR-Präsidentin Jane Heffner erklärte, dass speziell konstruierte Maschinen für die meisten Aufgaben in Fabriken schneller, sicherer und zuverlässiger seien als humanoide Formen.
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Humanoide Roboter würden bestehende Automatisierungslösungen wie mobile Plattformen mit Roboterarmen ergänzen, aber nicht verdrängen. Zudem stünden Sicherheitsstandards für dynamisch stabile Systeme im direkten Arbeitsumfeld von Menschen erst am Anfang.
Auch wirtschaftliche Barrieren bremsen den flächendeckenden Durchbruch. Eine Studie von Russell Legate-Yang und Maxim Massenkoff bei Anthropic vom 30. September 2026 ergab auf Basis von 7.594 physischen Arbeitsaufgaben, dass Roboter zwar 74 Prozent dieser Tätigkeiten in den USA ausführen könnten, aber nur in 0,3 Prozent der Fälle günstiger seien als menschliche Arbeitskräfte.
Nach aktuellen Branchenanalysen bestehen humanoide Lagersysteme den Rentabilitätstest vor allem in Nischen wie dem Behälterhandling, während Anschaffungskosten im niedrigen sechsstelligen Bereich sowie Aufwände für Integration und Sicherheitsvalidierung eine universelle Nutzung weiterhin limitieren.
