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Agentic Commerce: Visa und OpenAI ermöglichen KI-gesteuerte Käufe

11.06.2026 - 00:42:45 | boerse-global.de

Visa und OpenAI entwickeln eine Infrastruktur für KI-gesteuerte Transaktionen. Tokenisierung und Limits sollen Sicherheit gewährleisten.

Visa und OpenAI: KI-Agenten tätigen eigenständig sichere Zahlungen
Agentic - A digital interface showing the Visa logo connected to a neural network, symbolizing AI-driven commerce and secure transactions. 11.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Zahlungsriese Visa und der ChatGPT-Entwickler OpenAI haben eine strategische Partnerschaft angekündigt. Künftig sollen KI-Agenten selbstständig Einkäufe tätigen können – sicher und überwacht.

San Francisco – Die Zukunft des Bezahlens könnte bald ohne menschliches Zutun auskommen. Visa und OpenAI gaben am Mittwoch auf dem Visa Payments Forum in San Francisco bekannt, dass sie gemeinsam an einer Infrastruktur für sogenanntes „Agentic Commerce" arbeiten. Das Ziel: Künstliche Intelligenz soll im Auftrag ihrer Nutzer eigenständig Transaktionen durchführen können.

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Sicherheit durch Tokenisierung und Limits

Technische Grundlage der Zusammenarbeit ist Visa Intelligent Commerce. Das System setzt auf tokenisierte Visa-Zugangsdaten, Echtzeit-Autorisierung und spezielle Betrugsüberwachung. Nutzer können individuelle Ausgabenlimits festlegen und Transaktionen mit mehreren Freigabeschritten versehen.

Praktisch sieht das so aus: Wer seine Visa-Karte mit ChatGPT verknüpft, kann dem KI-Assistenten künftig Aufträge erteilen wie „Finde mir Kopfhörer unter 50 Euro und bestelle sie". Das System prüft dabei nicht nur den Preis, sondern auch Händlerbeschränkungen. Visa bleibt für klassische Schutzmechanismen wie Rückbuchungen und Erstattungen zuständig.

Ein früherer Versuch von Visa in diesem Bereich – der Dienst Instant Checkout – war im März 2026 eingestellt worden. Insidern zufolge litt das 2025 gestartete Projekt unter Fehleranfälligkeit und einer Transaktionsgebühr von vier Prozent.

Vom Einkauf bis zur Entwickler-Plattform

Die Partnerschaft geht weit über den privaten Online-Einkauf hinaus. Geplant ist auch die Integration von Visa-Zahlungen in OpenAI Codex. Das würde bedeuten: KI-gesteuerte Programmier-Agenten könnten selbstständig APIs, Cloud-Dienste und andere Entwickler-Tools einkaufen.

Auch für Unternehmen ergeben sich neue Möglichkeiten. KI-Agenten sollen künftig Rechnungen verwalten und Beschaffungsprozesse automatisieren können. Marco Mahrus von OpenAI und Jack Forestell von Visa betonten, es gehe um eine „nahtlose und sichere Infrastruktur für die nächste Generation des Handels".

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Wettbewerb belebt das Geschäft

Visa ist nicht allein auf diesem Feld. Bereits am Dienstag war bekannt geworden, dass der Zahlungsdienstleister Wirex dem Visa-Agentic-Ready-Programm beigetreten ist. Wirex testet dort Zahlungen mit Stablecoins, die von KI-Agenten ausgelöst werden – zunächst für Marketingausgaben, SaaS-Abonnements und Beschaffungsautomatisierung. Das Unternehmen beziffert das jährliche Wachstum der Agenten-Wirtschaft auf rund 44 Prozent.

Einen Tag zuvor hatte zudem Santanders Tochter Getnet eine Infrastruktur vorgestellt, mit der Händler Zahlungen von KI-Agenten akzeptieren können. Getnet arbeitet bereits mit Mastercard Agent Pay zusammen und bestätigte, dass auch die Visa-Integration in Arbeit sei.

Visas starke Zahlen

Die Ankündigung fällt in eine Phase solider Geschäftszahlen für Visa. Im abgelaufenen Quartal bis April erzielte der Konzern einen Gewinn von 3,31 Dollar pro Aktie bei einem Umsatz von 11,23 Milliarden Dollar – ein Plus von 17,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die Deutsche Bank hatte ihr Visa-Engagement im vierten Quartal des Vorjahres leicht reduziert. Sie hält weiterhin rund 8,8 Millionen Aktien im Wert von etwa 3,1 Milliarden Dollar. Analysten sehen das Kursziel für Visa-Aktien im Schnitt bei 387,78 Dollar.

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