Agentische Zahlungen: EMVCo und NPCI standardisieren KI-Transaktionen
Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 03:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein am 2. September veröffentlichter gemeinsamer Report von Alipay+ und S&P Global beleuchtet die aktuelle Landschaft der mobilen Zahlungen und identifiziert signifikante Barrieren für die globale Akzeptanz.
Eine im Rahmen des Berichts durchgeführte Umfrage unter 6.000 Verbrauchern in neun Märkten zeigt, dass die Unsicherheit über die Händlerakzeptanz für 53 Prozent der Befragten ein zentrales Hindernis darstellt. Zudem gaben 54 Prozent an, dass der fehlende Zugang zu bevorzugten Zahlungsmethoden die Nutzung einschränke, während 43 Prozent Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes äußerten.
Künstliche Intelligenz als Treiber im Reisemarkt und Zahlungsverkehr
Trotz bestehender Vorbehalte gegenüber Sicherheitsaspekten zeigt der Report eine hohe Offenheit für technologische Neuerungen. Laut der Untersuchung nutzen bereits 81 Prozent der Befragten Künstliche Intelligenz (KI) zur Reiseplanung und Entdeckung neuer Ziele. 73,2 Prozent der Teilnehmer gaben an, offen für Buchungsprozesse zu sein, die durch KI gesteuert werden. Eine spezialisierte Gruppe von 26 Prozent der Verbraucher kann sich zudem bereits autonome Zahlungen durch KI-Systeme vorstellen.
Douglas Feagin, Präsident von Ant International, unterstrich in einer Stellungnahme zu den Ergebnissen die wachsende Bedeutung dieser Trends. Parallel dazu treiben führende Anbieter die technische Integration voran. WeChat Pay führte Anfang September eine KI-exklusive Karte ein, die spezifische Anwendungen wie DeepSeek Harness, OpenClaw, WorkBuddy und QClaw unterstützt.
Diese Karte ist vom Hauptkonto getrennt und ermöglicht eine präzise Mittelverwaltung durch nutzerdefinierte Guthaben und eine notwendige doppelte Bestätigung für Transaktionen. Bereits im Juni hatte Alipay mit dem Start des KI-gestützten Dienstes Abao eine ähnliche Richtung eingeschlagen.
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Standardisierung und agentenbasierte Zahlungssysteme
Die Branche arbeitet verstärkt an Rahmenbedingungen für sogenannte agentische Zahlungen, bei denen KI-Agenten Transaktionen im Namen des Nutzers ausführen.
Die Organisation EMVCo veröffentlichte am 1. September einen Entwurfsrahmen unter dem Titel „EMV Agentic Payments“. Dieser führt „Intent Services“ ein, um die Delegation von Zahlungsbefugnissen vertrauenswürdig aufzuzeichnen. Der Entwurf steht bis zum 30. September zur öffentlichen Überprüfung bereit.
In Indien entwickelt die National Payments Corporation of India (NPCI) ein Unified Agent Protocol für das System UPI, das laut IWF als weltweit größtes Schnellzahlungssystem für den Einzelhandel gilt.
Allein im August verarbeitete UPI 24,51 Milliarden Transaktionen. Das neue Protokoll soll es KI-Agenten ermöglichen, Kleinkäufe wie Lebensmittel unter vordefinierten Regeln abzuwickeln. Dabei planen Banken laut Berichten vom 1. September, die Beträge auf 10.000 Rupien für einen Zeitraum von 90 Tagen zu deckeln.
Infrastruktur und globale Expansion
Auch auf der Infrastrukturebene zeigen sich deutliche Entwicklungen. Das Unternehmen Mambu startete am 2. September einen „Intelligent Core“, der Kernbanking und Zahlungsverkehr mit agentischer KI kombiniert. In Südkorea trat Satoshi Holdings der x402 Foundation bei, um den x402-Standard auf seine Stablecoin-Plattform Bitpal anzuwenden.
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Im Bereich der globalen Vernetzung vereinbarten FIS und Ericsson eine Zusammenarbeit an einer vorintegrierten Wallet-Plattform. Die zugrundeliegende Ericsson Fintech Platform verzeichnet laut Unternehmensangaben mehr als 131 Millionen aktive Nutzer in 24 Ländern und ein monatliches Transaktionsvolumen von rund 80 Milliarden US-Dollar.
Auf den Philippinen ermöglicht eine Kooperation zwischen PPMI und Alipay+ die Integration in das nationale QR-Ph-System. Laut einem Report der Zentralbank aus dem Jahr 2025 machen digitale Zahlungen bereits 64,69 Prozent der Einzelhandelstransaktionen im Land aus, wobei die QR-Ph-Transaktionen im vergangenen Jahr um mehr als das 13-fache gestiegen sind.
