AGIBot zeigt Live: G2-Roboter prüfen 800 Tablets ohne Fehler
23.06.2026 - 18:03:20 | boerse-global.de
Die chinesische Robotikbranche macht ernst: Aus Prototypen werden Fabrikarbeiter. Ein sechstägiger Live-Stream beweist es.
Seit dem heutigen Dienstag zeigt das Shanghai-Unternehmen AGIBot in einer Dauerübertragung, wie humanoide Roboter in der Elektronikfertigung arbeiten. Die G2-Modelle prüfen am Fließband von Longcheer Technology in Nanchang die Qualität von Tablets – und das mit beachtlicher Präzision.
Null Fehler in drei Stunden
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Die Roboter übernehmen Multimedia-, Audio-, Strahlungs- und Kopplungstests. Allein in den ersten drei Stunden inspizierten die Maschinen mehr als 800 Tablets – ohne einen einzigen Fehler. Die G2-Modelle sind für Schichten von 8 bis 19 Uhr ausgelegt, ein Meilenstein für die sogenannte „Embodied Intelligence" in der Elektronikbranche.
Technisch basiert der G2 auf 100 Prozent Automobilkomponenten und erreicht eine Schutzklasse von IP42. Die Kraftsteuerung arbeitet im Submillimeter-Bereich – notwendig für die empfindliche Hardware-Prüfung. Das Vorgängermodell A2 stellte im November 2025 einen Guinness-Weltrekord auf, als es über 106 Kilometer von Suzhou nach Shanghai lief.
Zehntausend Einheiten im ersten Halbjahr
Der Schritt in die industrielle Anwendung wird durch einen Produktionsboom untermauert. AGIBot meldet für das erste Halbjahr 2026 die Fertigung von mehr als 10.000 humanoiden Robotern. Auch andere Hersteller legen zu:
- Lingyi Zhizao eröffnete eine neue Fabrik in Peking. Baubeginn war am 9. Februar 2026, die Serienproduktion startete bereits wenige Monate später. Ziel: 10.000 Einheiten 2026, 20.000 im Jahr 2027 und langfristig 500.000 bis 2030.
- ZQ Robotics in Shenzhen produziert den T800 auf 12.000 Quadratmetern. Der Roboter hat ein Magnesium-Aluminium-Gehäuse und Gelenkmomente von bis zu 450 Nm. Alle 15 Minuten verlässt ein T800 das Band. Eine zweite Linie mit 10.000 Einheiten Jahreskapazität entsteht in Zhengzhou. Das Unternehmen sammelte zuletzt rund 200 Millionen Euro ein.
Milliarden-Investitionen treiben Entwicklung
Der Sektor profitiert von massiven Kapitalspritzen: Über fünf Milliarden Euro flossen 2025 in chinesische Humanoid-Start-ups. UBTech peilt für 2026 eine Produktion von 10.000 Einheiten an. Der Autobauer Seres stellte seinen „Xiaosai"-Roboter vor, der speziell für Inspektion und Produktion in Autofabriken entwickelt wurde.
Analysten sehen China in der Lieferkette für humanoide Roboter weltweit führend. Bereits 2024 waren mehr als zwei Millionen Roboter in chinesischen Fabriken im Einsatz – mehr als die Hälfte aller weltweit neu installierten Anlagen.
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Partnerschaften mit Nvidia
Unitree Robotics, das einen Börsengang in Shanghai beantragt hat, arbeitet mit Nvidia an speziellen Chips für die Entscheidungsfindung der Roboter. Die Einführung ist für Oktober 2026 geplant.
Aktuell sind humanoide Roboter noch etwa 70 Prozent langsamer als menschliche Arbeiter. Doch die rasche Skalierung der Produktion und die Tests in der Unterhaltungselektronik und Autoindustrie zeigen: Die Branche arbeitet mit Hochdruck daran, diese Lücke zu schließen.
