Airbus-Migration, Anwendungen

Airbus-Migration: 900 Anwendungen bis 2028 unter europÀische Kontrolle

Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 17:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Airbus migriert 70 Anwendungen von AWS zu Scaleway. Eine Studie zeigt: EuropÀische Software-Alternativen gewinnen stark an Bedeutung.

EuropĂ€ische Firmen: Airbus verlĂ€sst AWS fĂŒr Scaleway Cloud
Ein futuristischer Serverraum mit leuchtenden Datenströmen, der digitale SouverĂ€nitĂ€t und sicheres Cloud Computing symbolisiert. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Airbus migriert 70 kritische Anwendungen von AWS zum französischen Anbieter Scaleway. Das Ziel: bis Ende 2028 rund 900 Anwendungen unter europÀische Kontrolle bringen.

Der Flugzeugbauer begrĂŒndet den Schritt mit dem Schutz kritischer Daten vor extraterritorialen Gesetzen wie dem US-CLOUD Act. Dahinter steckt eine breitere Bewegung in der deutschen Wirtschaft.

Studie bestÀtigt Trendwende

Eine Untersuchung von Myra Security aus dem Sommer 2026 zeigt: Nur noch 4,6 Prozent der IT-Entscheider schließen europĂ€ische Software kategorisch aus. Im Vorjahr waren es noch 47,7 Prozent. Knapp 40 Prozent der befragten Unternehmen befinden sich bereits in der EinfĂŒhrungsphase europĂ€ischer Alternativen.

Ein Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags untermauert den Trend: Behörden dĂŒrfen in Ausschreibungen gezielt Open-Source-Lösungen fordern, um Vendor-Lock-in zu vermeiden.

Vibe-Coding bedroht das SaaS-GeschÀftsmodell

Parallel zur SouverĂ€nitĂ€tsdebatte verĂ€ndert KI die Wirtschaftlichkeit von Software radikal. Der Begriff „Vibe-Coding“ – vom Collins Dictionary zum Wort des Jahres 2025 gekĂŒrt – beschreibt eine Entwicklung, bei der Nicht-Entwickler Anwendungen per KI erstellen.

Das klassische SaaS-Modell verliert dadurch an wirtschaftlicher Grundlage. Eigenentwicklungen werden gĂŒnstiger und passgenauer als teure Abonnements.

Die Zahlen sind beeindruckend: Das Volumen fĂŒr KI-Lösungen in ERP-Systemen soll von 5,8 Milliarden Euro (2025) auf ĂŒber 58 Milliarden Euro bis 2035 steigen. Unternehmen berichten bereits von massiven Effizienzgewinnen. KI-Agenten in Systemen wie Odoo oder SAP senken die Bearbeitungszeiten in der Rechnungsverarbeitung um bis zu 80 Prozent. Die Prognosegenauigkeit steigt um bis zu 90 Prozent.

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Der Druck auf SAP-Kunden wÀchst

Die Ablösung alter Systeme bleibt komplex. Bei SAP wird der Zeitdruck deutlich: Die regulĂ€re Wartung fĂŒr SAP ECC endet am 31. Dezember 2027. Laut der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG) planen aber erst 37 Prozent der Bestandskunden einen Wechsel bis dahin.

Dass Migrationen gelingen können, zeigt NestlĂ©. Der Konzern ĂŒberfĂŒhrte ĂŒber 50.000 Nutzer in 112 LĂ€ndern innerhalb von 13 Tagen auf die SAP S/4HANA Cloud Private Edition. Der KI-Copilot Joule brachte bei bestimmten Aufgaben bis zu 75 Prozent Zeitersparnis.

Doch die HĂŒrden sind hoch: 81 Prozent der Unternehmen kĂ€mpfen mit DatenqualitĂ€tsproblemen, 71 Prozent nutzen Schatten-KI ohne zentrale Kontrolle. Das zeigt eine Studie von SAP und Oxford Economics aus dem Jahr 2026.

Sicherheitsrisiken zwingen zum Umdenken

Die Notwendigkeit, SaaS-Strukturen zu ĂŒberdenken, kommt auch aus der Sicherheitsecke. Ein Bitkom-Cloud-Report von 2026 belegt: 46 Prozent der deutschen Unternehmen mĂŒssten ihren GeschĂ€ftsbetrieb bei einem Cloud-Ausfall einstellen. MittelstĂ€ndler nutzen oft zwischen 50 und 200 verschiedene SaaS-Anwendungen – die Absicherung der DatenflĂŒsse wird zum Albtraum.

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Herkömmliche Sicherheitsplattformen decken oft nur Teilbereiche ab. Spezialisierte Lösungen zur Sicherung von SaaS-Daten kosten MittelstĂ€ndler im mittleren sechsstelligen Euro-Bereich pro Jahr – fĂŒr viele zu viel.

Ein weiteres Problem: die mangelnde Vorbereitung auf AusfĂ€lle bei Drittanbietern. Ein Optro-Bericht von 2026 zeigt, dass 92 Prozent der Unternehmen glauben, ihre Recovery-Ziele zu erreichen. In der Praxis schaffen das weniger als 40 Prozent. Nur 31 Prozent fĂŒhren gemeinsame Notfalltests mit ihren Drittanbietern durch.

Neue Technologien gegen alte Risiken

Um diese LĂŒcken zu schließen, setzen Unternehmen auf souverĂ€ne Cloud-Infrastrukturen und neue VerschlĂŒsselungstechnologien. Ein Proof of Concept zwischen nLighten und Arqit Quantum zeigte im Juli 2026: Quantensichere VerschlĂŒsselung in europĂ€ischen Edge-Rechenzentren kann die SouverĂ€nitĂ€t ĂŒber Daten in der Public Cloud sichern.

Auch Kooperationen wie die zwischen CrowdStrike und der Schwarz-Gruppe-Tochter STACKIT stĂ€rken die VerfĂŒgbarkeit europĂ€ischer Cybersecurity-Lösungen fĂŒr kritische Infrastrukturen. Der Trend ist klar: Europas Unternehmen nehmen ihre digitale Zukunft selbst in die Hand.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Änderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.

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