AirDrop und Quick Share: Fünf Milliarden Geräte verwundbar
01.07.2026 - 15:47:03 | boerse-global.de
Das Schlüsselsymbol im oberen Displaybereich zeigt normalerweise eine aktive verschlüsselte Netzwerkverbindung an. Bei bewusster VPN-Nutzung ist das völlig in Ordnung. Doch taucht es unerwartet auf, könnte das auf dubiose Sicherheitszertifikate oder eine Überwachung des Datenverkehrs hindeuten.
Fachleute raten: Sofort die aktiven Dienste in den Systemeinstellungen prüfen. Denn die Sicherheitslage im digitalen Raum ist angespannt.
Jeder zehnte Deutsche betroffen
Der aktuelle Cybersicherheitsmonitor des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zeigt das Ausmaß: Bereits jeder zehnte Bürger wurde Opfer von Cyberkriminalität. Besonders häufig passiert das beim Online-Shopping. Die durchschnittliche Schadenshöhe liegt bei knapp 400 Euro pro Betroffenem.
Die Warnungen sind nicht übertrieben. Unter dem Namen Synthient wurde ein Datenleck bekannt, das rund 1,96 Milliarden E-Mail-Adressen und 1,3 Milliarden Passwörter umfasst. Ein Großteil dieser Zugangsdaten wurde als neu identifiziert.
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Milliarden Geräte verwundbar
Parallel dazu fanden Forscher des CISPA Helmholtz-Zentrums Schwachstellen in AirDrop und Quick Share. Diese Lücken betreffen über fünf Milliarden Geräte – darunter 2,2 Milliarden Apple-Produkte und drei Milliarden Android- und Windows-Systeme. Angreifer in unmittelbarer Nähe können die Dienste unter bestimmten Bedingungen zum Absturz bringen.
Google und Apple haben bereits Teilbereiche geschlossen. Experten empfehlen, die Freigabeeinstellungen auf den eigenen Kontaktkreis zu beschränken.
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Chrome 150 schließt 382 Lücken
Die Industrie reagiert mit massiven Patch-Zyklen. Google brachte Chrome 150 mit 382 Sicherheitsfixes, davon 15 als kritisch eingestuft. Ein Großteil wurde durch interne Mechanismen und KI-gestützte Analysen entdeckt.
Auch Apple veröffentlichte iOS 26.5.2 sowie Updates für iPads und Macs. Über 25 Lücken wurden geschlossen, darunter Schwachstellen in der WebKit-Engine, die von KI-Angriffstools ausgenutzt werden könnten.
Schweiz verschärft Regeln gegen Spoofing
Neben Software-Updates gewinnen infrastrukturelle Schutzmaßnahmen an Bedeutung. In der Schweiz gelten seit Anfang Juli verschärfte Regeln gegen Telefonbetrug. Anbieter müssen Anrufe mit gefälschten Mobilfunknummern aus dem Ausland kennzeichnen.
Für Nutzer mit hohen Diskretionsanforderungen gibt es neue Hardware. Das in der Schweiz entwickelte und in Deutschland gefertigte Smartphone Punkt MC03 setzt auf ein gehärtetes Betriebssystem namens AphyOS. Es verzichtet auf KI-Funktionen und trennt Anwendungen in isolierte Bereiche.
WhatsApp führt zudem optionale Benutzernamen ein. Das macht die Preisgabe der Telefonnummer bei Erstkontakten überflüssig. Ein PIN-Schutz für die Kontaktaufnahme ist ebenfalls geplant.
