Aktivrente, Steuerbonus

Aktivrente 2026: Steuerbonus bis 24.000 Euro für Zuverdienste

21.06.2026 - 08:40:32 | boerse-global.de

Immer mehr Neurentner in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt wählen den vorzeitigen Ausstieg. Eine neue Steuerprämie soll Anreize für Weiterarbeit schaffen, während eine Kommission die Rente mit 63 abschaffen will.

Frührente in Mitteldeutschland: Anstieg und neue Steueranreize
Aktivrente - Eine nachdenkliche ältere Person schaut aus einem Fenster, symbolisiert den Übergang in den Ruhestand und die Reflexion über diesen Lebensabschnitt. 21.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wählte 2025 gut ein Drittel der Neurentner den vorzeitigen Ausstieg. Ein Anstieg um einen Prozentpunkt im Vergleich zum Vorjahr, wie die Deutsche Rentenversicherung Mitteldeutschland mitteilt.

Doch der frühe Abschied hat seinen Preis. Pro Monat vor der Regelaltersgrenze kassiert die Rentenversicherung 0,3 Prozent Abschlag – maximal 14,4 Prozent. Die Durchschnittsrente der Frührentner lag 2025 bei 1.260 Euro, knapp unter dem allgemeinen Schnitt von 1.272 Euro.

Psychologische Fallstricke beim Renteneintritt

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Der Übergang in den Ruhestand ist mehr als eine finanzielle Frage. Das Deutsche Zentrum für Altersfragen (DZA) hat drei Risikofaktoren identifiziert: fehlende gesundheitliche, soziale oder finanzielle Ressourcen, ein unfreiwilliger Vorruhestand und eine zu starke Identifikation mit dem Job.

„Wer seinen Beruf als Lebensmittelpunkt sieht, tut sich oft schwerer mit dem Abschied“, sagt Psychologe Georg Henning vom DZA. Gerontologin Sabine Schröder-Kunz rät zu einem bewussten Abschiedsritual und Geduld in den ersten Monaten. Ein Beispiel: Eine Informatikerin der Lufthansa Technik AG startete bereits mit 54 Jahren ihre Altersteilzeit – mit 63 war die finanzielle Basis gesichert.

Aktivrente: Der neue Steuerbonus soll Anreize schaffen

Seit 2023 gibt es keine Hinzuverdienstgrenzen mehr für Rentner. Die Folge: Immer mehr Ruheständler arbeiten weiter. Bei Versicherten mit 45 Beitragsjahren stieg der Anteil der Frührentner mit nennenswertem Zuverdienst von 18 Prozent (2022) auf 25 Prozent (2023).

Zum 1. Januar 2026 führte die Regierung die „Aktivrente“ ein: ein Steuerbonus für Zuverdienste bis 24.000 Euro pro Jahr. Doch die Skepsis ist groß. „Das Instrument wird kaum Breitenwirkung entfalten“, kritisiert der Arbeitgeberverband UBW. Arbeitsmarktforscher Martin Brussig vom IAQ verweist auf die hohen Kosten für den Staat. Daten aus Baden-Württemberg zeigen: Nur ein Bruchteil der Rentner erzielt überhaupt nennenswerte Zuverdienste – im Schnitt 7.100 Euro jährlich.

Kommission empfiehlt: Rente mit 63 abschaffen

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Eine Rentenkommission der Bundesregierung hat bis Juni 2026 ein 30-Punkte-Paket vorgelegt. Kernforderung: Das Renteneintrittsalter soll ab 2032 schrittweise an die Lebenserwartung gekoppelt werden – nach einem „Zwei-zu-Eins“-Modell. Ziel: Regelaltersgrenze von 67,5 Jahren bis 2041. Eine Rente mit 70? Frühestens in den 2090er-Jahren.

Weitere Vorschläge: Die „Rente mit 63“ soll abgeschafft werden. Stattdessen eine verpflichtende, kapitalgedeckte Altersvorsorge von zwei Prozent des Bruttolohns. Auch Selbstständige, Abgeordnete und Vorstände sollen künftig einzahlen.

Wirtschaftsvertreterin Katherina Reiche begrüßt die Pläne. Sozialverbände wie VdK und SoVD warnen vor massiven Rentenkürzungen. Sie fordern eine stärkere steuerliche Finanzierung versicherungsfremder Leistungen. Die Ergebnisse der Kommission liegen seit Juni bei Kanzler Merz und Arbeitsministerin Bas.

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