Akupressur, Beschwerden

Akupressur bei Beschwerden: Bei offenen Wunden und Infekten ist sie tabu

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 13:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Ratgeber erläutert Druckpunktmethoden bei Beschwerden und nennt wichtige Einschränkungen für die Selbstanwendung.
Minimalistischer, ruhiger Raum mit warmem Tageslicht, der eine Atmosphäre für Entspannung und Gesundheit vermittelt. Illustration mit AI erstellt.

In der traditionellen chinesischen Erfahrungsheilkunde gelten die Akupressurpunkte Hegu und Zusanli als elementare Ankerpunkte zur Förderung des Wohlbefindens.

Wie mehrere Fachberichte aus dem Oktober 2026 darlegen, zielt die regelmäßige Stimulation dieser Reizpunkte darauf ab, die körpereigenen Abwehrkräfte zu stärken, Schmerzen zu lindern und die Magen-Darm-Funktion zu regulieren. Die manuelle Druckpunktbehandlung versteht sich dabei als begleitende Maßnahme im Alltag.

Lage und Stimulation der zentralen Präventionspunkte

Der Punkt Hegu liegt auf dem Handrücken, mittig auf dem zweiten Mittelhandknochen. Seine Bearbeitung wird mit drei bis fünf Minuten pro Anwendung empfohlen, verteilt auf zwei- bis dreimal täglich. Vorgesehen ist dieser Punkt vor allem zur Linderung von Erkältungssymptomen, Kopfschmerzen und Halsschmerzen.

Der Reizpunkt Zusanli befindet sich an der Außenseite des Unterschenkels, drei Cun unterhalb des Knies und eine Querfingerbreite seitlich der Schienbeinvorderkante. Eine Massage über fünf bis acht Minuten, zweimal täglich durchgeführt, unterstützt die Verdauung sowie das Immunsystem.

Nach traditioneller Auffassung reguliert die Stimulation von Zusanli Qi und Blut, löst Stauungen und findet Anwendung bei Schmerz-, Gelenk- und Atemwegserkrankungen sowie bei suboptimalem Gesundheitszustand.

Als dritter zentraler Präventionspunkt wird Guanyuan im Unterbauch genannt, der drei Cun unterhalb des Bauchnabels lokalisiert ist. Eine Stimulation von fünf bis zehn Minuten, ein- bis zweimal täglich, soll die Vitalenergie festigen. Fachberichte betonen jedoch, dass dies durch einen geregelten Schlafrhythmus, ausgewogene Ernährung und moderate Bewegung flankiert werden muss.

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Systematische Punktkombinationen bei Beschwerden

Für verschiedene Beschwerdebilder existieren standardisierte Kombinationen:
- Kopf- und Zahnschmerzen: Hegu wird bei Kopfschmerzen mit den Punkten Baihui und Fengchi kombiniert, bei Zahnschmerzen mit Neiting.

Bei Kniebeschwerden kommt Zusanli zusammen mit Dubi und Yanglingquan zum Einsatz. Die Dosierung liegt hier bei zwei bis drei Minuten pro Punkt und Seite, ein- bis zweimal täglich, ausgeführt mit der Fingerkuppe und nicht mit dem Fingernagel.
- Erkältungsmuster: Bei Erkältungskopfschmerz werden Punkte wie Fengchi, Dazhui, Feishu, Bereiche des Schulterblatts, Zhongfu, Brust und Zusanli genannt.

Bei sogenannten Wind-Hitze-Mustern kommen Dazhui, Hegu, Quchi, Chize, Waiguan und Fengchi infrage.
- Funktionelle Übelkeit: Zur Erleichterung wird primär der Punkt Neiguan genutzt, der drei Querfinger über der Handgelenksfalte zwischen zwei Sehnen liegt. Dieser wird drei bis fünf Minuten pro Seite bis zum Auftreten eines Dehnungsgefühls gedrückt.

Ergänzend kann Hegu für ein bis drei Minuten stimuliert werden, während Zusanli über fünf Minuten gerieben wird. Die Anwendung erfolgt sitzend oder halbliegend, weder bei vollem noch bei nüchternem Magen und für maximal zehn Minuten pro Sitzung. Bei Reisekrankheit können Neiguan und Hegu zeitgleich gedrückt werden; bleibt der Effekt aus, lässt sich Neiguan mit Zhongwan (vier Cun über dem Nabel) verbinden.

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Grundsätzlich empfehlen Anleitungen, pro Durchgang lediglich zwei Punkte zu wählen und die Gesamtzahl gering zu halten. Als Prinzipien gelten die Kopplung gleicher Seiten oben und unten, das Verbinden eines körpernahen mit einem fernab liegenden Punkt sowie Kreuzkombinationen über die linke und rechte Körperhälfte.

An den oberen Extremitäten zählen Hegu, Quchi und Neiguan zu den typischen Vertretern, an den unteren Extremitäten Zusanli, Yanglingquan und Taichong.

Kontraindikationen und Grenzen der Selbstanwendung

Akupressur dient der Entspannung und ist eine Wellnessanwendung, keine kurative Therapie. Sie ersetzt keine ärztliche Diagnose, Rehabilitation oder Dehnübungen. Bei Belastungen durch langes Stehen oder Gehen kann zwar Druck auf Chengshan oder Zusanli ausgeübt werden, regelmäßiges Training bleibt jedoch unverzichtbar.

Strenge Einschränkungen gelten für Schwangere: Die Punkte Hegu, Sanyinjiao, Zhiyin, Jianjing und Kunlun dürfen nicht stimuliert werden. Schwangere sollen Hegu insbesondere im letzten Trimester nicht selbst reiben und Hegu sowie Sanyinjiao generell nicht tief reizen; auch eine starke Reizung im frühen Schwangerschaftsstadium ist zu vermeiden.

Personen mit Bluthochdruck müssen Hegu vorsichtig behandeln. Liegen Beinödeme oder offene Wunden vor, ist Zusanli zu pausieren. Generell ist Akupressur auf verletzter Haut, bei akuten Infektionen oder am Bauch innerhalb von 30 Minuten nach einer Mahlzeit tabu.

Treten während des Drucks Taubheit, stromschlagartige Empfindungen oder ausstrahlende Schmerzen auf, ist der Vorgang sofort abzubrechen. Bei akuter Gastroenteritis, Gallensteinleiden oder Hirnerkrankungen ist Akupressur unzureichend. Bei blutigem Erbrechen, unerträglichen Bauchkrämpfen, Bewusstseinsstörungen sowie Lähmungserscheinungen oder sich verschlimmernden Schmerzen muss umgehend eine ärztliche Notversorgung erfolgen.

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