Akupressur bei Kopfschmerzen: Studie zeigt Wirkung über sechs Monate
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 06:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deRatgeber und Fachbeiträge beschreiben Methoden der Akupressur und gezielten Punktmassage, um Alltagsbeschwerden wie Bluthochdruck, Schlafstörungen oder muskuläre Verspannungen zu lindern. Im Mittelpunkt steht dabei die Stimulation spezifischer Meridianpunkte.
Das Verfahren entstammt dem Konzept der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und setzt im Unterschied zur Akupunktur nicht auf Nadeln, sondern auf mechanischen Druck mit Fingern, Daumen oder Hilfsmitteln.
Grundlagen und Durchführung der Punktstimulation
Nach Angaben von Institutionen wie UT MD Anderson basiert die Methode auf der Annahme von 14 Meridianen, entlang derer sogenannte Akupunkte verlaufen.
Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) umfasst die Nomenklatur 361 klassische Akupunkturpunkte; die Standardisierung der Bezeichnungen stellt jedoch keine pauschale Garantie für die Wirksamkeit dar. Zudem lassen sich Ergebnisse aus Nadel-Studien nicht ohne Weiteres auf die Selbstanwendung per Druckmassage übertragen.
Fachleute weisen darauf hin, dass Akupunkturpunkte keine starren Punkte sind. Ihre Lokalisierung richtet sich nach anatomischen Orientierungspunkten und individuellen Körperproportionen und nicht nach der schmerzhaftesten Stelle.
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Für die Eigenanwendung empfiehlt Dr. Shari Auth von WTHN, den Druck behutsam bis zu einem spürbaren Punkt zu steigern, kleine kreisende Bewegungen auszuführen, zehn tiefe Atemzüge – etwa 30 Sekunden lang – zu halten und den Druck anschließend wieder zu lösen.
Stefanie DiLibero von Gotham Wellness hebt hervor, dass der Punkt Pericardium 6 (PC6) Herz und Geist beruhigen sowie den Schlaf fördern könne, während der Fußsohlenpunkt Kidney 1 besonders stark erde. Eine alternative Anwendung bieten Ohrsamen, die für drei bis fünf Tage getragen und zwischendurch manuell stimuliert werden.
Anwendungsbereiche von Kopfschmerz bis Blutdruck
Ratgeber führen eine Vielzahl spezifischer Punkte für unterschiedliche Beschwerden auf. Zur Linderung von Kopfschmerzen und Migräne wird unter anderem der Bereich zwischen den Augenbrauen (Yintang) für fünf bis zehn Minuten massiert.
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Weitere Anlaufstellen sind Heavenly Gate an der Ohrspitze, Large Intestine 4 (Hegu) in der Falte zwischen Daumen und Zeigefinger, Liver 14 unter den Brustwarzen sowie PC6 am inneren Handgelenk. Zu beachten ist, dass Punkte wie Large Intestine 4 in der Schwangerschaft gemieden werden müssen.
Bei erhöhtem Blutdruck nennen Quellen Stimulationsbereiche wie den siebten Halswirbel, die Grube hinter den Ohren sowie Xuehai oberhalb der Knieinnenseite und Yongquan an der Fußsohle. Bei Schlaflosigkeit finden Punkte wie Baihui, Dantian unterhalb des Nabels sowie Anmian an der Ferse Erwähnung.
Eine Studie ergab, dass eine einmonatige Akupressur-Behandlung bei chronischen Kopfschmerzen wirksamer war als eine einmonatige Einnahme von Muskelrelaxanzien; der schmerzlindernde Effekt hielt demnach sechs Monate nach der Behandlung an. Weitere Untersuchungen weisen darauf hin, dass Akupressur auch bei migränebedingter Übelkeit unterstützen kann.
Grenzen, Risiken und Hilfsmittel
Die Massage-Akupressur kombiniert Druck mit Streichbewegungen, wobei der ausgeübte Druck niemals starke Schmerzen verursachen darf. Besondere Vorsicht ist bei Vorerkrankungen wie Osteoporose, Blutgerinnungsstörungen sowie frischen Operationen geboten.
Bestimmte Körperregionen – darunter der vordere und seitliche Hals, die Augenhöhlen, Achseln, Leisten, tiefere Bauchbereiche und die direkte Wirbelsäule – sollten bei der Selbstmassage ausgespart werden. Bei der Einnahme von gerinnungshemmenden Medikamenten oder Warnsignalen wie akuten Brustschmerzen, Atemnot oder Taubheitsgefühlen ist eine sofortige ärztliche Abklärung unerlässlich.
Für den Heimgebrauch angebotene Hilfsmittel wie Akupressurmatten stimulieren über Kunststoffspitzen die Haut, um die Durchblutung anzuregen und Stress abzubauen. Christoph-Eckhard Heyde von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) betont jedoch, dass Akupressurmatten keine spezifischen Akupunkturpunkte gezielt treffen können.
Ihr Entspannungseffekt unterscheide sich nicht wesentlich von anderen Verfahren zur Muskelentspannung wie Wärmeanwendungen, Faszienrollen oder Yoga; zudem ersetzen die Matten keine sportliche Aktivität.
