Akupressur bei Schwindel: Baihui, Hegu und Taiyang gezielt stimulieren
Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 06:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Traditionelle Chinesische Medizin setzt seit Langem auf die Stimulation spezifischer Körperpunkte, um funktionelle Beschwerden ohne medikamentöse Intervention zu lindern.
Fachratgeber beschreiben detailliert, wie Akupressurpunkte wie Baihui, Hegu und Taiyang gezielt zur Linderung von Schwindel, Migräne und Spannungskopfschmerzen beitragen können. Ergänzende manuelle Techniken und Alltagsmaßnahmen runden das Anwendungsspektrum ab, erfordern jedoch bei bestimmten Vorerkrankungen Vorsicht.
Gezielte Druckpunkte an Kopf und Händen
Für die Eigenanwendung bei Schwindelsymptomen führen Experten mehrere zentrale Punkte an. Am Hinterkopf liegt eine relevante Zone unter dem Hinterhauptbein am äußeren Rand der beiden großen Sehnen, die für 30 Sekunden bis eine Minute gedrückt werden sollte. Ein weiterer Punkt befindet sich an der Schläfe, etwa eine Fingerbreite hinter dem äußeren Augenwinkel; hier empfiehlt sich ein sanftes Kreisen über denselben Zeitraum.
Der Scheitelpunkt auf der Schnittlinie zwischen der vorderen und hinteren Haarlinie sowie den Ohrenspitzen wird ebenfalls für 30 Sekunden bis eine Minute stimuliert. Eine weitere Verortung an den Schläfen liegt vor dem Ohr oberhalb der Augenlidlinie, wo morgens und abends jeweils acht Kreise im sowie gegen den Uhrzeigersinn beschrieben werden.
An den Extremitäten gilt der höchste Muskelpunkt zwischen Daumen und Zeigefinger als wirksam. Die Stimulation erfolgt über 30 Sekunden bis eine Minute, wobei Fachleute bei rechtsseitigem Schwindel dazu raten, den Punkt an der linken Hand zu drücken. Als Dosierung gilt allgemein ein leichter Druck bis zu einem leichten Spannungsgefühl, der mehrmals täglich wiederholt werden kann.
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Ergänzende Meridianpunkte und Nackenstimulation
Über den Kopfbereich hinaus beschreiben Berichte den Thái-xung-Akupunkturpunkt auf dem Leber-Meridian, der als Yuan- und Shu-Punkt fungiert. Er liegt auf dem Fußrücken in der Vertiefung vor dem Winkel der ersten beiden Mittelfußknochen, etwa 1,5 bis 2 Cun – was zwei zusammengelegten Fingern entspricht – von der Zehenspalte in Richtung Knöchel.
Die Anwendung sieht vor, den Punkt abends vor dem Schlafengehen ein- bis zweimal täglich für ein bis drei Minuten pro Fuß zu bearbeiten. Dies soll Spannungen lösen und neben Schwindel auch Migräne, Scheitelkopfschmerzen sowie chronische Schlaflosigkeit lindern.
Akupressur wird zudem zur Linderung von Beschwerden der sogenannten Klimaanlagen-Krankheit herangezogen, zu denen neben Schwindel und Kopfschmerzen auch Appetitlosigkeit, Atemwegsinfekte und Gelenkschmerzen zählen. Hierbei kommt der Fengchi-Punkt zum Einsatz, der hinter dem Hinterkopf seitlich der Halsgrube etwa auf Höhe der Ohrläppchen liegt. Er wird mit Zeige- und Mittelfinger massiert, bis ein leichtes Spannungsgefühl eintritt.
Begleitende Entspannungsmethoden und Kontraindikationen
Neben der punktuellen Reizung werden begleitende Verfahren beschrieben. Dazu zählen eine fünfminütige Bauchatmung, das Kämmen der Kopfhaut mit 100 Wiederholungen jeweils morgens, mittags und abends sowie ein etwa 30-minütiges warmes Handbad.
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Auch eine umfassendere Schädelmassage nach Prinzipien der chinesischen Medizin dient dem Stressabbau und der Muskelentspannung. Über Druckpunkte an Stirn, Schläfen, Augenbrauen und Kiefer sowie kleine Pressungen um die Augen kann sie bei Müdigkeit und Kopfschmerzen unterstützen, wobei häufig ein warmes Handtuch im Nacken eingesetzt und mit Fingerdruck von vorne nach hinten gearbeitet wird. Über die Meridiane soll diese Technik auch Spannungen im Rücken, in den Beinen, Füßen und Augen ansprechen.
Fachleute weisen ausdrücklich auf Grenzen und Risiken hin. Bei anhaltendem Schwindel sowie bei bestehenden Hautwunden ist eine ärztliche Abklärung unabdingbar. Schwangere sollten vor der Anwendung medizinischen Rat einholen; insbesondere am Thái-xung-Punkt darf kein starker Druck ausgeübt werden, da dies Uteruskontraktionen begünstigen kann.
Auch für die allgemeine Schädelmassage gelten vorsorgliche Einschränkungen bei Schwangerschaft, instabilem Diabetes, chronischen oder kardiovaskulären Leiden sowie nach Organtransplantationen oder Dialysebehandlungen.
