Akupressur bei Übelkeit: P6-Druck kann Beschwerden nach Operationen lindern
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 01:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deGezielte Druckpunktstimulation und Massagetechniken gewinnen in Gesundheitsratgebern als Mittel zur Linderung alltäglicher Beschwerden an Aufmerksamkeit.
Anleitungen zur Selbsthilfe beschreiben spezifische Akupressurpunkte, die bei Problemen wie Bluthochdruck, Schlafstörungen, Nackenschmerzen oder Magen-Darm-Beschwerden Abhilfe schaffen sollen. Die Methoden basieren überwiegend auf Konzepten der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und zielen auf eine eigenständige Anwendung ab.
Spezifische Punkte bei Herz-Kreislauf- und Schlafproblemen
In Darstellungen traditioneller Reizpunktlehren werden bei Bluthochdruck bestimmte Zonen adressiert. Dazu zählen der Bereich am siebten Halswirbel sowie die sogenannte Blutdrucksenkrinne hinter dem Ohr. Ergänzend wird das Klopfen auf den Punkt Yongquan an der Fußsohle sowie das Reiben der Punkte Xuehai und Sanyinjiao über jeweils 3 bis 5 Minuten empfohlen. Bei akutem Herzklopfen wird das Drücken des Punktes Ximen für denselben Zeitraum genannt.
Für einen besseren Schlaf kommen unterschiedliche Reiztechniken in Betracht. Empfehlungen umfassen das Beklopfen von Baihui und Dantian sowie des Punktes Anmian über 3 bis 5 Minuten.
Für Mütter werden als abendliches Ritual Shenmen an der Handgelenksfalte gegen Anspannung, Anmian an der Schädelbasis bei Schlaflosigkeit sowie Yongquan gegen Unruhe mit einem Druck von 30 Sekunden bis zu einer Minute angeraten. Studien weisen allgemein darauf hin, dass Akupressur den Cortisolspiegel senken kann.
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Xu Jin, stellvertretender Chefarzt am Nationalen Zentrum für TCM-Enzephalopathie der 1. Klinik der Henan-Universität für TCM, rät bei saisonalen Schlafproblemen ohne organischen Befund zum Drücken von Shenmen über 3 bis 5 Minuten bis zu einem leichten Spannungsgefühl sowie zur Stimulation von Yongquan im vorderen Drittel der Fußsohle.
Magen-Darm-Trakt und vegetative Symptome
Bei Verdauungsbeschwerden schlagen Anleitungen das Drücken zwischen Danzhong und Zhongwan sowie auf Zusanli für jeweils 3 bis 5 Minuten vor. Bei Verstopfung werden Neiguan und Zusanli aufgeführt, während bei Durchfall das Beklopfen von Liangqiu über 3 bis 5 Minuten helfen soll.
Xu Jin nennt Zhongwan und Zusanli zudem bei Appetitlosigkeit und Völlegefühl sowie Neiguan bei innerer Reizbarkeit und Druckgefühl in der Brust. Diese Anwendungen seien mehrmals täglich möglich, sollten jedoch bei Hautläsionen pausieren.
Gegen Übelkeit wird der Punkt P6 beziehungsweise PC6 hervorgehoben, der drei Fingerbreiten unterhalb der Handgelenksfalte zwischen den beiden Sehnen liegt. Dort soll mit dem Daumen für 2 bis 3 Minuten Druck ausgeübt werden, bevor die Hand gewechselt wird.
Studien deuten auf eine leichte Linderung von Übelkeit durch diesen Punkt hin, beispielsweise nach Operationen. Bei Reisekrankheit und Schwangerschaftsübelkeit fallen die Ergebnisse gemischter aus.
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Muskuläre Beschwerden, Zyklusprobleme und Grenzen der Methode
Für Schmerzen im Bewegungsapparat existieren verschiedene Behandlungsansätze. Bei Nackenschmerzen und akutem steifem Hals empfiehlt eine Methode vier Punkte an den Füßen – hinter dem dritten und vierten sowie dem vierten und fünften Zeh sowie innen und außen zwischen Knöchel und Achillessehne – für jeweils 8 Minuten zu drücken, ergänzt durch Ohrpunkte.
Bei Husten und Atemwegsbeschwerden wird das wiederholte Schnippen der Handgelenkspunkte Taiyuan und Lieque beschrieben, wobei geraten wird, solche Techniken unter fachlicher Anleitung anzuwenden.
Bei Beschwerden vor der Menstruation werden Nackenmassagen mit Erwärmung bis zum Punkt Fengchi an der Schädelbasis sowie Fußreflexzonenmassagen empfohlen. Diese umfassen Zonen für Gebärmutter und Eierstöcke unter den Knöcheln sowie Yongquan, ausgeübt mit mäßigem Druck beim Ausatmen.
Bei Wechseljahresbeschwerden beschreiben Anleitungen das langsame Drücken der Punkte Tianfu und Chize am Arm. Zur Vorbeugung von Demenz wird das zehnfache Beugen und Strecken aller zehn Finger genannt.
Trotz der breiten Palette an Selbsthilfetechniken betonen Fachleute die Grenzen der Akupressur. Xu Jin unterstreicht, dass die Druckpunktstimulation keinen Ersatz für eine ärztliche Diagnose darstellt.
Bei Schlafstörungen, die länger als einen Monat anhalten und den Tag beeinträchtigen, anhaltender Niedergeschlagenheit oder Herzklopfen mit Schmerzen und Atemnot ist eine medizinische Abklärung erforderlich. Auch bei anhaltendem Erbrechen, hohem Fieber oder starken Bauchschmerzen raten Experten zum Arztbesuch. Schwangere sollten vor der Anwendung Hebammen konsultieren und bestimmte Punkte meiden.
