Akupressur: Großstudie AKiPal startet klinische Phase
Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 13:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In der medizinischen Versorgung schwerstkranker Menschen gewinnen komplementäre Ansätze und ganzheitliche Behandlungsstandards zunehmend an Bedeutung. Aktuelle Entwicklungen an der Uniklinik Köln verdeutlichen diesen Trend sowohl in der klinischen Forschung als auch in der Weiterentwicklung medizinischer Leitlinien. Ein zentrales Vorhaben stellt dabei das Projekt „AKiPal“ dar, welches den Einsatz von Akupressur in der Palliativversorgung untersucht und nun einen entscheidenden Fortschritt erzielt hat.
Klinische Erprobung der Akupressur im Projekt AKiPal
Die Integration nicht-pharmakologischer Interventionen in den klinischen Alltag der Palliativmedizin ist Gegenstand intensiver wissenschaftlicher Betrachtung. Mit einer Aktualisierung des Projektstatus im August 2026 wurde bekanntgegeben, dass das Forschungsprojekt AKiPal in die klinische Phase startet. Das Vorhaben befasst sich mit der Anwendung und Wirksamkeit von Akupressur bei Patienten in der Palliativversorgung.
Der Übergang in die klinische Phase markiert einen wesentlichen Schritt, um die theoretischen Grundlagen und vorangegangenen Untersuchungen unter realen Bedingungen zu validieren. Ziel der Forschung ist es, belastbare Daten darüber zu gewinnen, inwieweit Akupressur dazu beitragen kann, die Symptomlast bei schwerstkranken Patienten zu senken und deren Lebensqualität zu stabilisieren. Die Ergebnisse dieser Phase werden maßgeblich dafür sein, ob und wie Akupressur künftig als ergänzender Bestandteil in die Regelversorgung aufgenommen werden kann.
Umfassende Aktualisierung der S3-Leitlinie Palliativmedizin
Parallel zur klinischen Forschung wurden im August 2026 wesentliche Änderungen an den fachlichen Rahmenbedingungen der Palliativmedizin vorgenommen. Die S3-Leitlinie Palliativmedizin erfuhr zum 5. August 2026 eine umfassende Aktualisierung, um dem aktuellen Stand der Wissenschaft und den Bedürfnissen der Patienten sowie deren Umfeld gerecht zu werden.
Die S3-Leitlinie Palliativmedizin wurde aktualisiert – mit neuen Empfehlungen zu Atemnot, Tumorschmerzen und Fatigue. Parallel startet die AKiPal-Studie zur Akupressur in die klinische Phase. Was bedeutet das für Ihre Arbeit? Dieser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie Akupressur gezielt zur Symptomlinderung einsetzen und die Leitlinien-Updates im Alltag umsetzen. Jetzt kostenlosen Praxis-Leitfaden anfordern
Ein markanter Schwerpunkt der Neuerung ist die Ausweitung der Leitlinie auf Bereiche, die über die rein physische Behandlung hinausgehen. So wurden die Themen Angehörigen-Unterstützung und Spiritualität explizit in das Empfehlungswerk aufgenommen. Damit erkennt die Fachwelt die Bedeutung der seelischen Begleitung und der Entlastung des sozialen Umfelds als integrale Bestandteile einer qualitativ hochwertigen Palliativversorgung an.
Des Weiteren wurden bestehende Behandlungsempfehlungen für häufig auftretende Symptome präzisiert. Die Überarbeitungen betreffen insbesondere die Bereiche Atemnot, Tumorschmerzen sowie Fatigue. Auch im Umgang mit opioidbedingter Obstipation gibt die aktualisierte Leitlinie neue wissenschaftlich fundierte Orientierungshilfen für das medizinische Personal.
Wissenschaftliche Koordination und interdisziplinäre Zusammenarbeit
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Die Aktualisierung und Erweiterung der medizinischen Standards ist das Ergebnis einer koordinierten Zusammenarbeit verschiedener Experten und Institutionen. Die Leitung und Koordination der Leitlinien-Aktualisierung vom 5. August 2026 lag bei Prof. Simon und Prof. Voltz von der Uniklinik Köln sowie Prof. Bausewein von der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München.
Durch diese interinstitutionelle Abstimmung wird sichergestellt, dass die Palliativmedizin in Deutschland auf einem einheitlichen, evidenzbasierten Fundament steht. Die Verbindung aus neuen Forschungsprojekten wie AKiPal und der kontinuierlichen Verfeinerung der S3-Leitlinien bildet die Grundlage für eine Patientenversorgung, die körperliche Symptome ebenso adressiert wie psychosoziale und spirituelle Bedürfnisse. Die aktuellen Fortschritte unterstreichen das Ziel, die Palliativmedizin durch Innovation und Standardisierung stetig zu verbessern.
