Akupunktur, Sansibar

Akupunktur in Sansibar: Chinesisches Team schult 20 GesundheitskrÀfte

24.06.2026 - 08:15:54 | boerse-global.de

Tansania baut Gesundheitssektor aus: Akupunktur-Schulungen, Pharmapartnerschaften und neue Krebsbehandlung stÀrken die medizinische Versorgung.

Tansania: Chinesische Medizin und Pharmazie als Wachstumsmotor
Akupunktur - Eine Akupunkturnadel wird von einem TCM-Praktizierenden in den Arm eines Patienten eingefĂŒhrt, im Hintergrund ein Krankenhauszimmer in Sansibar. 24.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Akupunktur fĂŒr Sansibar

Am Mnazi Mmoja Hospital in Sansibar startete am Dienstag ein spezialisiertes Fortbildungsprogramm. Das 35. chinesische Ärzteteam schult 20 lokale GesundheitskrĂ€fte in Akupunktur und Schröpftherapie. Es ist das erste Programm dieser Art in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium von Sansibar.

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Die chinesische Medizin ist in Tansania kein Neuland. Schon seit 1964 sind chinesische Mediziner in der Region aktiv. Ziel der aktuellen Initiative: klinische FĂ€higkeiten erweitern und alternative Heilmethoden in die staatliche Versorgung integrieren.

Pharmaindustrie vor großem Sprung

Parallel zur Ausbildung verfolgt Tansania eine langfristige Strategie fĂŒr den heimischen Arzneimittelmarkt. Eine Investitions-Taskforce war von Montag bis Mittwoch auf der Fachmesse CPHI China in Shanghai – auf der Suche nach internationalen Partnern.

Der Bedarf ist enorm. Aktuell werden rund 131 Millionen Medikamentenpackungen pro Jahr benötigt. Bis 2039/40 sollen es ĂŒber 600 Millionen sein. Um Hersteller anzulocken, verkĂŒrzte Tansania die Registrierungsfristen fĂŒr lokale Produzenten auf 60 Tage. Die Arzneimittelbehörde erreichte zudem WHO-Reifegrad 3 – ein QualitĂ€tssiegel fĂŒr den Standort.

Kampf gegen Krebs und Herzerkrankungen

PrĂ€sidentin Samia Suluhu Hassan eröffnete am Dienstag ein neues Strahlentherapie-GebĂ€ude am Kilimanjaro Christian Medical Centre (KCMC). Die Einrichtung verbessert die Krebsbehandlung im Norden Tansanias und fĂŒr Patienten aus NachbarlĂ€ndern. Bislang waren teure Behandlungen im Ausland nötig.

Der Ausbau kommt zur rechten Zeit. Auf einer internationalen Konferenz in Dar es Salaam, die ebenfalls am Dienstag begann, stand die wachsende Belastung durch nichtĂŒbertragbare Krankheiten im Fokus. In den 1980er-Jahren waren weniger als 25 Prozent der TodesfĂ€lle auf solche Erkrankungen zurĂŒckzufĂŒhren. 2021 waren es bereits 39 Prozent. Rund 20 Prozent der Tansanier leiden an Herzerkrankungen, jĂ€hrlich sterben etwa 45.000 Menschen an Krebs.

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PrÀvention als zweite SÀule

Neben dem Ausbau der Infrastruktur setzt Tansania auf soziale Programme. Ende Mai schlossen die NMB Foundation und TACAIDS das Projekt „TIMIZA Malengo". Es soll ĂŒber 10.000 MĂ€dchen und Frauen in Finanzbildung, Unternehmertum und HIV-PrĂ€vention schulen.

Die Strategie zeigt Wirkung: Die HIV-Neuinfektionsrate sank von 0,27 auf 0,17 Prozent.

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