Alan-Finanzierung, Healthtech-Unicorn

Alan-Finanzierung: Healthtech-Unicorn erhält 480 Millionen Euro

26.06.2026 - 17:37:49 | boerse-global.de

Europas Banken und Gesundheitskonzerne setzen angesichts schrumpfender Gewinne massiv auf KI-Automatisierung, um Kosten zu senken und Effizienz zu steigern.

KI-Investitionen als Rettungsanker für Europas Banken und Gesundheitsfirmen
Alan-Finanzierung - Glühendes neuronales Netz mit abstraktem Datenfluss verbindet Bank- und Gesundheitssektor-Icons über Europakarte. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Angesichts schrumpfender Gewinne und steigender Kosten investieren Unternehmen massiv in die Automatisierung – und das Kapital fließt.

Private Banking: Wachstum verlangsamt sich drastisch

Die goldene Ära der Privatbanken scheint vorerst vorbei. Eine aktuelle McKinsey-Studie zeichnet ein klares Bild: Nach einem Wachstum von 22 Prozent im Jahr 2023 sackte die Dynamik 2024 auf mickrige vier Prozent ab. 2025 legte der Gewinnpool zwar noch auf 29,2 Milliarden Euro zu – das Plus von sechs Prozent kann aber nicht über die strukturelle Abkühlung hinwegtäuschen.

Die Margen schrumpfen, die Kosten bleiben hoch: Die Ertragsmarge liegt bei 73 Basispunkten, die Kosten-Ertrags-Quote bei 67 Prozent. Hinzu kommt eine gewaltige Herausforderung: Bis 2030 steht ein Vermögenstransfer von schätzungsweise 2,4 Billionen Euro an. Für mittelgroße Vermögensverwalter könnte das bis zu 15 Prozent des Vorsteuergewinns kosten.

Asien wächst derweil mit 7,7 Prozent jährlich fast doppelt so schnell wie Europa (4,8 Prozent). Die Branche sucht daher händeringend nach neuen Effizienzquellen.

KI als Produktivitäts-Booster

Die Hoffnung ruht auf Algorithmen. Laut McKinsey könnte KI die Produktivität von Kundenberatern um 45 Prozent steigern und die Gesamtprofitabilität bis 2030 um bis zu 35 Prozent erhöhen. Die Kunden sind offenbar bereit: 26 Prozent der vermögenden Privatpersonen können sich vorstellen, KI bei Finanzentscheidungen einzusetzen.

Milliarden für die Gesundheits-KI

Noch dynamischer zeigt sich der Gesundheitssektor. Der französische Healthtech-Anbieter Alan hat gerade eine Series-G-Finanzierungsrunde über 480 Millionen Euro abgeschlossen – angeführt von einer 400-Millionen-Euro-Investition des niederländischen Tech-Investors Prosus. Die Bewertung des Unternehmens steigt damit auf 5,5 Milliarden Euro.

Alans Geschäftsmodell kombiniert Versicherung, medizinische Versorgung und Prävention. Im ersten Quartal 2026 erzielte das Unternehmen einen Jahresumsatz von über 800 Millionen Euro – ein Plus von 53 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In Frankreich ist Alan bereits profitabel und betreut rund 1,1 Millionen Menschen.

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Ein aktueller PwC-Bericht beschreibt KI als „unverzichtbare Infrastruktur für proaktive Gesundheitsversorgung". Allerdings zeigt sich ein eklatantes Defizit: Nur 24 Prozent der Führungskräfte im Gesundheitswesen fühlen sich bei der Einhaltung von Datenschutzauflagen sicher.

Großbanken ziehen nach: Tausende Stellen vor dem Umbau

Die Theorie wird längst Praxis. Die spanische Santander verhandelt mit Gewerkschaften über ein freiwilliges Vorruhestandsprogramm für bis zu 3.000 Mitarbeiter in Spanien. Das Institut erwartet, dass KI-Initiativen bis 2028 insgesamt eine Milliarde Euro an Kosteneinsparungen und Mehreinnahmen bringen.

Auch andere Geldhäuser treiben die Integration voran:

  • BNP Paribas hat KI in seine Mobile-Banking-App integriert, die nun personalisierte Anlageberatung und Portfolio-Tracking bietet.
  • Revolut präsentierte kürzlich PRAGMA – ein KI-Modell, das auf 40 Milliarden Transaktionsereignissen trainiert wurde. Die Betrugserkennung verbesserte sich um 64,7 Prozent, auch die Kreditwürdigkeitsprüfung wurde deutlich präziser.
  • UBS meldet, dass 90 Prozent ihrer US-Beratungsteams eine interne KI-Plattform nutzen.

EZB stellt die Weichen

Die Aufsicht reagiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) stellt klar: Mehr als 85 Prozent der beaufsichtigten Banken setzen bereits KI ein. Für die Jahre 2026 bis 2028 konzentriert sich die EZB auf operationelle Resilienz und generative KI. Dabei greifen bestehende Regelwerke wie der EU AI Act und die Digital Operational Resilience Act (DORA) – ein neues Regelwerk ist nicht geplant.

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Die Botschaft an die Vorstände ist deutlich: Die Verantwortung bleibt bei der Geschäftsleitung. Verstöße gegen den EU AI Act können mit Strafen von bis zu sieben Prozent des weltweiten Umsatzes oder 35 Millionen Euro geahndet werden. Besonders sensibel: Kredit-Scoring und Versicherungen gelten als Hochrisikobereiche.

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