Altersvorsorge ab 40: Digitale Rentenübersicht erreicht nur 12% Nutzer
Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 06:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Generation 40+ steht bei der Altersvorsorge vor einem massiven Informationsproblem. Eine aktuelle Umfrage zeigt: Die Digitale Rentenübersicht ist den meisten Bürgern unbekannt – während die Politik neue Reformen plant.
Digitale Rentenübersicht: Bekanntheit gering, Hürden hoch
Die Digitale Rentenübersicht sollte das zentrale Portal für alle Rentenansprüche werden. Doch die Realität sieht anders aus: Jeder zweite Bürger kennt das Angebot nicht. Nur 12 Prozent der Befragten nutzen den Service bereits.
Das Institut INSA befragte im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) rund 2.000 Menschen. Die Gründe für die Zurückhaltung sind vielfältig: 25 Prozent beschäftigen sich schlicht nicht mit dem Thema, 23 Prozent schrecken vor aufwendigen Registrierungsprozessen zurück, und 22 Prozent haben Datenschutzbedenken. Das DIA fordert daher mehr Bekanntheit und niedrigere Zugangshürden.
Altersvorsorgedepot 2027: Interesse groß, Wissen klein
Für 2027 plant die Regierung ein neues Altersvorsorgedepot. Die Idee kommt gut an: Drei von vier Anlegern können sich laut einer Befragung der Universitäten Kassel und Paderborn vorstellen, das Instrument zu nutzen. Doch auch hier klafft eine Wissenslücke – 30 Prozent kennen die Details der Reform nicht.
Bemerkenswert: Die Mehrheit der Befragten bevorzugt eine Beitragsgarantie, obwohl diese Rendite kostet. Die Autoren des Policy Briefs empfehlen deshalb mehr Aufklärung über die Kosten solcher Garantien und die Integration von Nachhaltigkeitskriterien.
Die Digitale Rentenübersicht zeigt Ihnen alle Ihre Rentenansprüche auf einen Blick – doch die meisten kennen sie nicht. Mit der richtigen Anleitung umgehen Sie die Hürden und verschaffen sich in Minuten den Überblick. Jetzt kostenlosen Ratgeber zur Digitalen Rentenübersicht sichern
Ergänzend plant eine Rentenkommission eine Kapitalrente ab 2028. Vorgesehen ist ein Zusatzbeitrag von 2 Prozent, den Arbeitgeber und Arbeitnehmer je zur Hälfte tragen. Die Reform soll im Herbst 2026 auf den Weg gebracht werden.
Betriebliche Vorsorge: Viel Luft nach oben
Bei der betrieblichen Altersversorgung (bAV) gibt es ebenfalls Nachholbedarf. Nur 37 Prozent der Beschäftigten haben eine bAV abgeschlossen. Noch seltener sind betriebliche Krankenversicherungen (11 Prozent) oder Absicherungen gegen den Verlust der Arbeitskraft (8 Prozent). Oft fehlen Angebote in den Unternehmen oder die Mitarbeiter wissen nichts von ihren Möglichkeiten.
Immerhin: Der Bundesgerichtshof hat die Rechte von Riester-Sparern gestärkt. Jahresentgelte in Riester-Bausparverträgen sind unwirksam (Az. XI ZR 83/25). Verbraucherschützer sehen darin unzulässige Preisnebenabreden. Betroffene können Rückzahlungen für mindestens drei Jahre fordern.
Mehr als Geld: Die ganze Lebensplanung zählt
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International setzt sich ein ganzheitlicher Ansatz durch. Vietnam etwa will Menschen ab 40 bis 2035 nicht nur finanziell, sondern auch gesundheitlich aufs Alter vorbereiten. Der Grund: Biologische Alterungsprozesse beginnen bereits mit 30 – ein frühzeitiger Lebensstilwechsel und regelmäßige Checks sichern die Unabhängigkeit im Alter.
Auch in Deutschland wächst das Bewusstsein für rechtliche Vorsorge. Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung gehören laut Fachleuten ebenso zur Altersvorsorge wie die Rentenplanung. Seniorennetzwerke und Verbraucherzentralen bieten dazu regelmäßig Informationsveranstaltungen an – auch speziell für Frauen.
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