Altersvorsorgedepot, Förderung

Altersvorsorgedepot ab 2027: Neue Förderung fĂŒr SpĂ€teinsteiger ĂŒber 55

Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 10:40 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das neue Altersvorsorgedepot soll ab 2027 höhere Renditechancen bieten, verlangt aber eine unwiderrufliche Entscheidung gegen die Beitragsgarantie.

Altersvorsorgedepot ab 2027: Mehr Renditechancen ohne Garantie
Ein minimalistischer Schreibtisch mit einem Notizbuch und einer Sanduhr in natĂŒrlichem Licht vor einem verschwommenen Stadtbild. Illustration mit AI erstellt.

Mit dem geplanten Altersvorsorgedepot steht ab 2027 eine grundlegende Neuerung in der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge bevor. Anders als bei bisherigen Riester-VertrÀgen entfÀllt die Beitragsgarantie vollstÀndig.

Stattdessen wird eine Obergrenze fĂŒr die Effektivkosten von maximal 1 Prozent vorgeschrieben. Bestehende Riester-VertrĂ€ge können zwar weitergefĂŒhrt werden, ein Wechsel in die neue Förderung ist jedoch unwiderruflich – wer wechselt, kann nicht zurĂŒck.

Zulagen und Förderstruktur

Beim Altersvorsorgedepot ist eine Grundzulage von bis zu 540 Euro pro Jahr vorgesehen, hinzu kommt eine Kinderzulage von bis zu 300 Euro. Eine Übertragung bestehender AnsprĂŒche in das neue Produkt ist möglich, dabei können jedoch Garantien verloren gehen, die in Ă€lteren VertrĂ€gen enthalten waren.

FĂŒr Sparer, die eine Absicherung nicht vollstĂ€ndig aufgeben möchten, bleibt laut Berichten von finanzen.net eine GĂŒnstigerprĂŒfung möglich, zudem stehen alternativ Garantieprodukte mit 80 oder 100 Prozent Beitragserhalt zur VerfĂŒgung.

Besonders fĂŒr SpĂ€teinsteiger ĂŒber 55 Jahre ergibt sich eine vergleichsweise hohe Förderquote. Eine Beispielrechnung von finanzen.net zeigt: Bei einem monatlichen Beitrag von 150 Euro ĂŒber zehn Jahre und einer Rendite von 6 Prozent ergibt sich ein Depotwert von rund 32.600 Euro inklusive Zulagen – gegenĂŒber rund 24.700 Euro ohne Zulagenförderung.

Der Vergleich zur Riester-Rente

Der Systemwechsel wird auch dadurch motiviert, dass die Riester-Rente in der RĂŒckschau als wenig renditestark gilt. Laut Berechnungen von finanzen.net haben Riester-Sparer, die seit 2002 monatlich 100 Euro als Single eingezahlt haben, gegenĂŒber einem vergleichbaren Altersvorsorgedepot auf Basis eines MSCI-World-ETF einen Nachteil von rund 43.000 Euro angesammelt. Konkret stehen einem Riester-Depotwert von 46.845 Euro einem Altersvorsorgedepot-Wert von 89.732 Euro gegenĂŒber.

Auch jĂŒngere JahrgĂ€nge sind demnach betroffen: FĂŒr die Generation, die 2010 in einen Riester-Vertrag eingestiegen ist, wird ein Schaden von 12.986 Euro ausgewiesen, fĂŒr die Generation 2015 immerhin noch 5.790 Euro.

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Als GrĂŒnde nennt finanzen.net laufende Kosten von 1,5 bis 2,5 Prozent pro Jahr, die durch die Garantiepflicht bedingte geringere Aktienquote sowie den dadurch gebremsten Zinseszinseffekt. Mit dem Altersvorsorgedepot soll ab 2027 stattdessen eine Grundzulage von 390 Euro greifen.

FrĂŒhstartrente als zusĂ€tzlicher Baustein

ErgĂ€nzend zum Altersvorsorgedepot ist ab 2027 eine sogenannte FrĂŒhstartrente vorgesehen, wie mainpost.de berichtete. Dabei zahlt der Staat monatlich 10 Euro fĂŒr Kinder zwischen 6 und 18 Jahren in ein entsprechendes Vorsorgekonto ein.

Ohne zusÀtzliche eigene Einzahlungen ergibt sich laut dieser Rechnung mit 18 Jahren ein Depotwert von rund 2.200 Euro, der bis zum Alter von 65 Jahren auf rund 53.000 Euro anwachsen könnte.

Wird zusĂ€tzlich monatlich mit 10 Euro eigenkapitalseitig zugezahlt, steigt der Endwert auf etwa 107.000 Euro – ein Unterschied von rund 54.000 Euro. Möglich sind laut mainpost.de jĂ€hrliche Zuzahlungen von bis zu 6.840 Euro, die bis zur Auszahlung steuerfrei bleiben.

Was Sparer beachten sollten

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Die Neuregelung stellt Sparer vor eine grundsÀtzliche Entscheidung: mehr Renditechancen durch den Wegfall der Garantie versus Sicherheit durch bestehende Riester-Konstruktionen oder alternative Garantieprodukte.

Da ein Wechsel in das Altersvorsorgedepot unwiderruflich ist, dĂŒrfte insbesondere die individuelle Risikobereitschaft und der bisherige Vertragsstand ĂŒber die Sinnhaftigkeit eines Wechsels entscheiden. Wer bereits einen laufenden Riester-Vertrag besitzt, kann diesen zunĂ€chst unverĂ€ndert weiterfĂŒhren und muss keine kurzfristige Entscheidung treffen.

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