Altersvorsorgedepot, Euro

Altersvorsorgedepot: Fast 90.000 Euro mehr als Riester

30.05.2026 - 12:39:58 | boerse-global.de

Das Altersvorsorgedepot löst 2027 das Riester-System ab. Neue Förderungen und Aktienfokus versprechen höhere Renditen für Sparer.

Altersvorsorgedepot: Fast 90.000 Euro mehr als Riester - Foto: über boerse-global.de
Altersvorsorgedepot: Fast 90.000 Euro mehr als Riester - Foto: über boerse-global.de

Das neue „Altersvorsorgedepot“ (AVD) soll ab dem 1. Januar 2027 das umstrittene Riester-System ablösen.

Neues Modell setzt auf Aktien statt Garantien

Der aktuelle Markt wird noch von rund 20 Millionen Riester-Verträgen dominiert – doch die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Jeder vierte Vertrag wurde bereits gekündigt oder ruht. Wer vorzeitig aussteigt, zahlt drauf: Im Schnitt müssen Sparer rund 1.900 Euro an erhaltene Zuschüsse und Steuervorteile zurückzahlen.

Finanzexperten raten daher, bestehende Verträge nicht zu kündigen, sondern beitragsfrei zu stellen. So bleibt die Möglichkeit, das Kapital ab 2027 in das neue AVD-Modell zu übertragen. Das ist sinnvoll, denn das aktuelle Rentenniveau liegt bei 48 Prozent – und obwohl die gesetzliche Rente im Juli 2026 angepasst wird, bleibt die private Säule für den Lebensstandard unverzichtbar.

Anzeige

Wer heute seine finanzielle Zukunft plant, sollte auch die rechtliche Absicherung der Familie nicht vergessen. Dieser kostenlose Ratgeber bietet rechtssichere Vorlagen für das Testament und die Patientenverfügung, um im Ernstfall teure Fehler zu vermeiden. Berliner Testament, Patientenverfügung & Erbschaftstipps: Alles kostenlos in einem Ratgeber

Die Förderung im Überblick

Das Gesetzespaket für das Altersvorsorgedepot steht und verspricht klare Anreize:

  • Grundförderung: Bis zu 540 Euro jährlich bei einem Eigenbeitrag von 1.800 Euro
  • Kinderzuschlag: Bis zu 300 Euro pro Kind
  • Startbonus: 200 Euro für unter 25-Jährige
  • Geringverdiener-Bonus: 175 Euro
  • Frühstart-Rente: 10 Euro monatlich für Kinder ab sechs Jahren

Drei Produktkategorien sollen unterschiedliche Risikoprofile abdecken: Depots ohne Kapitalgarantie, Varianten mit 80 oder 100 Prozent Beitragserhalt sowie ein Standarddepot mit Kostenobergrenze von 1,0 Prozent. Große Anbieter wie Trade Republic, Flatex, ING und Comdirect haben bereits ihre Teilnahme signalisiert.

Riester vs. AVD: Eine Frage von Zehntausenden Euro

Der Unterschied ist gewaltig. Wer 25 Jahre lang monatlich 100 Euro spart, käme mit einem Riester-Vertrag auf rund 46.845 Euro. Das Altersvorsorgedepot könnte dagegen 89.732 Euro erwirtschaften – ein Plus von fast 43.000 Euro. Der Grund: die sogenannte „Garantiebremse“ bei Riester und deutlich niedrigere Kosten. Statt 1,5 bis 2,5 Prozent fallen beim Depot nur 0,1 bis 0,2 Prozent an.

Noch dramatischer fällt der Unterschied für junge Sparer aus. Ein 22-Jähriger mit monatlich 100 Euro könnte bis zur Rente satte 167.000 Euro mehr anhäufen als im alten System. Allerdings: Wer älter als 40 ist, profitiert wegen des kürzeren Anlagehorizonts und steuerlicher Effekte weniger stark vom Wechsel.

Die Stimmung in der Bevölkerung

Das Interesse ist da: Eine Umfrage von Puls Marktforschung ergab, dass sich 52 Prozent der Förderberechtigten vorstellen können, ein Altersvorsorgedepot zu eröffnen. Doch die finanziellen Sorgen bleiben groß.

Der AXA Vorsorge Report 2026, basierend auf einer YouGov-Befragung von über 2.000 Personen, zeigt ein deutliches Geschlechtergefälle: 34 Prozent der Frauen fürchten, ihren Lebensstandard im Ruhestand nicht halten zu können. 31 Prozent haben Angst vor Altersarmut. Besonders alarmierend: 61 Prozent der Frauen zwischen 46 und 61 Jahren können sich derzeit keine höheren Sparraten leisten.

Anzeige

Neben der finanziellen Vorsorge ist die rechtzeitige Regelung des Nachlasses entscheidend, um die eigene Familie vor juristischem Chaos und unnötigen Kosten zu bewahren. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, welche Fehler beim Testament häufig gemacht werden und wie Sie diese vermeiden. Warum immer mehr Deutsche ihren Nachlass jetzt selbst rechtssicher regeln

Unternehmensrenten unter Druck

Auch die betriebliche Altersvorsorge steht vor Herausforderungen. Der „German Pension Finance Watch“ von Willis Towers Watson zufolge stiegen die Pensionsverpflichtungen der DAX-Konzerne auf 428,8 Milliarden Euro – ein Plus von sieben Prozent. Grund ist der gesunkene Rechnungszins auf 1,70 Prozent. Der Deckungsgrad dieser Pensionspläne fiel auf 55,3 Prozent.

Neue Regeln für die Grundsicherung

Parallel zu den Rentenreformen ändert sich auch der Umgang mit privatem Vermögen. Die Grundsicherung wird künftig stärker an die Lebensleistung gekoppelt. Es gelten altersgestaffelte Freibeträge: 5.000 Euro für unter 30-Jährige, bis zu 20.000 Euro für über 51-Jährige. Verbraucherschützer warnen, dass ungeschützte Vermögen wie ETF-Depots oder Tagesgeldkonten vor Inanspruchnahme der Grundsicherung aufgebraucht werden müssten.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | wissenschaft | 69448059 |