Altoida NeuroMarker: Tablet-Test erkennt MCI in weniger als 15 Minuten
Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 23:04 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie frĂŒhzeitige Erkennung von kognitiven VerĂ€nderungen gewinnt in der neurologischen Versorgung zunehmend an Bedeutung. Eine leichte kognitive BeeintrĂ€chtigung, im medizinischen Sprachgebrauch als MCI bezeichnet, stellt oft eine Vorstufe schwerwiegenderer neurodegenerativer Erkrankungen dar.
Digitale Diagnoseverfahren rĂŒcken dabei verstĂ€rkt in den Fokus, um bestehende HĂŒrden in der FrĂŒherkennung zu ĂŒberwinden. Wie das Fachportal bioengineer.org in einem Bericht vom 24.10.2026 darlegte, ermöglicht das System Altoida NeuroMarker eine eigenstĂ€ndige Testung auf einem Tablet, die leichte kognitive BeeintrĂ€chtigungen in weniger als 15 Minuten erfassen kann.
Methodik und zeitlicher Aufwand der Untersuchung
Das Verfahren von Altoida setzt auf eine Kombination aus Augmented-Reality-Elementen, motorischen Ăbungen sowie sprachbasierten Aufgaben. Die Anwender können den Test selbststĂ€ndig durchfĂŒhren, was das Screening im klinischen Umfeld wie auch in der ambulanten Praxis erleichtern soll.
Die Auswertung der Untersuchungszeiten belegt eine zĂŒgige DurchfĂŒhrbarkeit. Die mediane Testdauer lag bei 13,8 Minuten. Dabei zeigten sich messbare Unterschiede zwischen verschiedenen Probandengruppen: WĂ€hrend Personen mit einer diagnostizierten leichten kognitiven BeeintrĂ€chtigung im Median 15,9 Minuten fĂŒr die Aufgaben benötigten, absolvierten kognitiv unauffĂ€llige Teilnehmer das Testverfahren in einer medianen Dauer von 12,9 Minuten.
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Diagnostische Kennwerte in Training und Validierung
Die zugrunde liegende Modellierung wurde sowohl an TrainingsdatensĂ€tzen als auch an einer unabhĂ€ngigen Kohorte ĂŒberprĂŒft. In den Trainingsdaten erreichte das System eine FlĂ€che unter der ROC-Kurve (AUC) von 0,90 mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,88 bis 0,92. Die SensitivitĂ€t lag bei 0,83, die SpezifitĂ€t ebenfalls bei 0,83 und die Gesamtgenauigkeit bei 0,82.
FĂŒr die externe ĂberprĂŒfung untersuchten die Forscher eine unabhĂ€ngige Validierungskohorte von 75 Teilnehmern, von denen 50 Personen in Chicago und 25 Personen in Barcelona rekrutiert wurden.
In dieser Validierungsgruppe erzielte der Test eine AUC von 0,87, eine SensitivitĂ€t von 0,75, eine SpezifitĂ€t von 0,86 sowie eine Genauigkeit von 0,81. ErgĂ€nzend wies das System einen Brier-Score von 0,18 auf, was eine deutliche Verbesserung gegenĂŒber dem Wert von 0,25 in einem entsprechenden Nullmodell darstellt und auf eine verlĂ€ssliche Kalibrierung der Vorhersagen hindeutet.
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Hohe Dunkelziffer bei Àlteren Bevölkerungsgruppen
Die Notwendigkeit niedrigschwelliger Erhebungsinstrumente wird durch demografische und epidemiologische Daten unterstrichen. Bei Personen im Alter von ĂŒber 65 Jahren liegt die PrĂ€valenz fĂŒr leichte kognitive BeeintrĂ€chtigungen zwischen 15 und 22 Prozent. Nach SchĂ€tzungen des US-amerikanischen Krankenversicherungsprogramms Medicare bleiben bisher jedoch bis zu 90 Prozent dieser FĂ€lle undiagnostiziert.
Verfahren, die sensorische, motorische und sprachliche Signale digital verknĂŒpfen, könnten dazu beitragen, diese diagnostische LĂŒcke zu verkleinern. Da der Altoida-Test ohne aufwendige Fremdbegleitung auskommt, liefert der Ansatz Anhaltspunkte dafĂŒr, wie automatisierte Screenings kĂŒnftig standardisierte Untersuchungen ergĂ€nzen können.
