Alufolie-Trend: Warum Reisende ihre PÀsse unnötig einwickeln
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 13:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In sozialen Netzwerken wie TikTok und Reddit sowie in einschlĂ€gigen Reiseforen kursiert derzeit ein viraler Trend, der an internationalen FlughĂ€fen fĂŒr wachsende Probleme sorgt. Reisende wickeln ihre PĂ€sse zunehmend in Alufolie ein, in der Absicht, ihre biometrischen Daten vor unbefugtem Auslesen zu schĂŒtzen.
Diese Praxis fĂŒhrt jedoch laut Medienberichten vom September 2026 zu signifikanten Verzögerungen im Reiseverkehr. Das mĂŒhsame Auswickeln der Dokumente an den Schaltern der Passkontrolle verursache vermeidbare Staus und belaste die Abfertigungsprozesse.
Der Hintergrund dieser Sorge liegt in der technischen Beschaffenheit moderner Reisedokumente. Wie das Bundesamt fĂŒr Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erlĂ€utert, enthalten deutsche ReisepĂ€sse in der DatentrĂ€gerkarte einen sogenannten RFID-Chip. Dieser Funkchip dient dazu, Grenzkontrollen nicht nur zu beschleunigen, sondern diese auch fĂ€lschungssicherer zu gestalten.
Auf dem Chip sind nach Angaben der Behörde zahlreiche persönliche Informationen hinterlegt, darunter das digitale Passbild, der vollstĂ€ndige Name, Geburtsort, Geschlecht sowie Augenfarbe und KörpergröĂe. Auch der Wohnort und zwei bei der Beantragung erfasste FingerabdrĂŒcke sind Teil des Datensatzes.
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Experten halten die Nutzung von Alufolie als SchutzmaĂnahme gegen das AusspĂ€hen dieser Daten fĂŒr weitgehend ĂŒberflĂŒssig und technisch nutzlos. Ein unbefugtes Auslesen der Informationen sei im Rahmen eines gewöhnlichen Reiseablaufs extrem unwahrscheinlich.
Grund dafĂŒr ist die geringe Reichweite der Technologie: Ein entsprechendes LesegerĂ€t mĂŒsste, analog zum kontaktlosen Bezahlvorgang mit Kreditkarten, unmittelbar an das Dokument gehalten werden. Die improvisierte Barriere aus Alufolie bringe somit keinen realen Sicherheitsgewinn, sondern fĂŒhre lediglich zu einem erhöhten Zeitaufwand fĂŒr Reisende und Grenzbeamte beim wiederholten Ein- und Auspacken.
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Hinsichtlich der Datensicherheit in Deutschland gibt es zudem klare gesetzliche Regelungen, die eine missbrĂ€uchliche Verwendung erschweren sollen. Eine zentrale Speicherung der auf dem Chip befindlichen Daten existiert nicht. Die staatlichen Passregister fĂŒhren lediglich jene Informationen, die bereits vor der EinfĂŒhrung der elektronischen PĂ€sse erfasst wurden.
Besonders streng sind die Vorgaben fĂŒr biometrische Merkmale: Die Fingerabdruckdaten verbleiben ausschlieĂlich auf dem physischen Dokument selbst. Nach der Abholung des Passes werden sĂ€mtliche fĂŒr die Produktion verwendeten Fingerabdruckdaten gemÀà § 16 Passgesetz unwiderruflich gelöscht.
Obwohl das SicherheitsbedĂŒrfnis der Urlauber durch den viralen Trend angesprochen wird, betonen Fachleute die Diskrepanz zwischen wahrgenommenem Risiko und technischer RealitĂ€t. Anstatt fĂŒr Sicherheit zu sorgen, behindere die Alufolie die Effizienz moderner Kontrollsysteme, die gerade durch die RFID-Technik optimiert werden sollten. Reisende riskieren durch die Befolgung des Online-Trends vor allem lĂ€ngere Wartezeiten bei der Ein- und Ausreise.
