Alzheimer-Bluttest, Patienten

Alzheimer-Bluttest: 90% der Patienten bisher falsch diagnostiziert

18.06.2026 - 10:21:02 | boerse-global.de

Sysmex Europe präsentiert automatisierte Bluttests für Alzheimer-Biomarker. Die Diagnostik soll einfacher und schneller werden und den Weg für neue Therapien ebnen.

Sysmex: Neue Bluttests revolutionieren Alzheimer-Früherkennung
Alzheimer-Bluttest - Eine Nahaufnahme eines Blutröhrchens, das von einer behandschuhten Hand in einem modernen Labor gehalten wird, mit unscharfen Diagnostikgeräten im Hintergrund. 18.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Statt aufwendiger Hirnwasser-Untersuchungen oder teurer PET-Scans könnten bald einfache Bluttests den Standard setzen. Das Problem: Mehr als 90 Prozent der Patienten mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen werden derzeit falsch oder gar nicht diagnostiziert.

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Automatisierte Systeme für den Laboreinsatz

Mitte Juni stellte Sysmex Europe mit der HISCL-Serie eine neue Generation vollautomatisierter Immunoassay-Systeme vor. Die Plattform ist speziell für den Nachweis von Alzheimer-Blutbiomarkern ausgelegt und liefert Ergebnisse innerhalb von 17 Minuten – direkt aus Blutproben.

Das System umfasst einen CE-IVD-zertifizierten A?42/40-Test sowie einen p-Tau217-Assay, der zunächst nur für Forschungszwecke freigegeben ist. „Eine einfache Blutentnahme kombiniert mit kurzer Analysezeit ist entscheidend für die klinische Routine“, sagt Alain Baverel, CEO von Sysmex Europe.

Hohe diagnostische Genauigkeit bestätigt

Unabhängige Institutionen haben die Zuverlässigkeit der Tests bestätigt. Validierungen führten das Amsterdam UMC unter Professor Charlotte Teunissen und die Sant Pau Memory Unit in Barcelona unter Dr. Daniel Alcolea durch. Die auf Kongressen wie dem CTAD 2025 und ADPD 2026 präsentierten Daten zeigen eine hohe diagnostische Präzision.

Die statistische Trennschärfe liegt bei über 0,90 AUROC – ein Wert, der in der medizinischen Diagnostik als exzellent gilt. Parallel treiben auch andere Institute die Forschung voran: Die ETH Zürich untersucht den Wirkstoff CPD10, während am UZ Leuven ein neuer PET-Scanner die Bildgebung verbessern soll.

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Neue Therapien erhöhen Diagnose-Druck

Die verbesserte Diagnostik kommt genau richtig. In Deutschland ist die Vergütung des Alzheimer-Medikaments Donanemab ab dem 1. Juli 2026 vorgesehen. Solche Therapien setzen eine frühzeitige und präzise Diagnose voraus – das erhöht den Druck auf die Labore, effiziente Tests bereitzustellen.

Neben Biomarkern rücken auch Lebensstilfaktoren in den Fokus. Eine Analyse mit rund 800.000 Probanden identifizierte niedrigen Blutdruck als potenziellen Risikofaktor. Zudem deutet eine Studie der University of Florida darauf hin, dass Glucosamin das Demenzrisiko um bis zu 25 Prozent erhöhen könnte.

Die Börse reagierte positiv: Die Sysmex-Aktie stieg nach Bekanntgabe der HISCL-Verfügbarkeit um 3,00 Prozent auf 7,768 Euro.

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