Alzheimer-Forschung, Gedächtniseinbußen

Alzheimer-Forschung: Gedächtniseinbußen könnten teils reversibel sein

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 22:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de

BrainTrain soll Demenzbetroffene mit digitalen Übungen unterstützen; ob das Konzept im Alltag wirkt, muss noch untersucht werden.

Hochschule Hamm-Lippstadt plant KI-Gehirntraining für ältere Menschen
Ein heller, ruhiger Wohnraum mit natürlichem Licht und Blick in einen grünen Garten, der eine Atmosphäre der Geborgenheit vermittelt. Illustration mit AI erstellt.

In der Versorgung älterer Menschen und der Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen gewinnen digitale Technologien zunehmend an Bedeutung. Neben der Entwicklung moderner Trainingsprogramme rücken dabei auch neue Erkenntnisse über funktionelle Mechanismen im Gehirn in den Fokus von Wissenschaft und Praxis.

Ein aktuelles Vorhaben der Hochschule Hamm-Lippstadt verdeutlicht, wie anwendungsorientierte Forschung und regionale Netzwerke zusammenwirken, um kognitive Fähigkeiten im Alter gezielt zu fördern.

Projekt BrainTrain setzt auf KI und regionale Kooperation

Die Hochschule Hamm-Lippstadt plant gemeinsam mit dem Partner „Leben mit Freude“ digitale Trainings- und Betreuungsangebote, die sich speziell an ältere Menschen richten. Am 6. Oktober 2026 trafen sich die beteiligten Partner in Hamm, um das gemeinsame Vorgehen zu koordinieren.

Im Zentrum der Kooperation steht das hochschuleigene Projekt „BrainTrain“. Ziel der Initiative ist es, KI-gestützte Übungen zu konzipieren, die kognitive Fähigkeiten stärken und betroffene Personen mit Demenz unterstützen sollen.

Um das Projekt praxisnah und breit aufzustellen, sollen neben den Initiatoren auch weitere regionale Akteure eingebunden werden. Demnach sind die Alzheimer Gesellschaft Hamm sowie das Telemedizinzentrum Hamm an dem Vorhaben beteiligt.

Ob und in welchem Umfang die entwickelten Trainingsmaßnahmen im Alltag der Betroffenen den gewünschten Nutzen erbringen, ist Gegenstand künftiger Überprüfungen: Die Hochschule Hamm-Lippstadt muss die tatsächliche Wirksamkeit des Projekts im praktischen Alltag noch in weiterführenden Untersuchungen analysieren.

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Neurowissenschaftliche Perspektiven auf funktionelle Netzwerkstörungen

Parallel zu praktischen Betreuungskonzepten liefert die neurowissenschaftliche Grundlagenforschung Hinweise darauf, warum kognitive Trainingsprogramme Potenzial besitzen könnten.

Eine Untersuchung der Medizinischen Fakultät des Universitätsklinikums Magdeburg zeigte, dass bei Alzheimer episodische Gedächtnisprobleme nicht allein auf den Verlust von Nervenzellen zurückzuführen sind, sondern auch Störungen ganzer Hirnnetzwerke eine Rolle spielen könnten.

Diesen Befunden zufolge könnten Teile der beobachteten Gedächtniseinbußen theoretisch reversibel sein, sofern die betroffenen Hirnstrukturen noch nicht vollständig abgestorben sind. Als mögliche therapeutische und unterstützende Ansätze führen die Magdeburger Wissenschaftler neben medikamentösen Therapien sowie elektrischer oder magnetischer Hirnstimulation auch gezieltes Gedächtnistraining an.

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Zugleich betonen die Forscher, dass der fortschreitende Verlust von Nervenzellen nach wie vor als unumkehrbar gilt. Auch in diesem Bereich sind weitere Untersuchungen erforderlich, um die tatsächlichen Auswirkungen der vorgeschlagenen Interventionen unter Alltagsbedingungen fundiert beurteilen zu können.

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