Alzheimer-Früherkennung: Netzhautscan erkennt Risiko 8,55 Jahre früher
26.06.2026 - 21:53:22 | boerse-global.de
Während KI-gestützte Verfahren und Bluttests die Früherkennung revolutionieren, entstehen neue Therapien und Versorgungsstrukturen.
Netzhautscan erkennt Risiko Jahre vor Symptomen
Am weitesten reicht ein KI-Netzhautscan: Analysen der UK Biobank zeigen, dass er ein Alzheimer-Risiko bis zu 8,55 Jahre vor den ersten klinischen Symptomen erkennt. Parallel dazu erreichen neue Bluttests – etwa von Roche und Eli Lilly – eine Genauigkeit von über 90 Prozent. Ein Test auf den Wert pTau217 trägt bereits eine CE-Kennzeichnung.
Der Markt für diese Technologien wächst rasant: Von rund 2,65 Milliarden US-Dollar im Jahr 2023 auf voraussichtlich 9,4 Milliarden US-Dollar bis 2033.
Neue Antikörper-Therapie startet in Emden
Im Juni 2026 beginnt in Emden eine Behandlung mit dem Antikörper Donanemab. Das Präparat zielt darauf ab, Amyloid-Ablagerungen im Gehirn innerhalb von 18 Monaten abzubauen. Gleiches gilt für Lecanemab. Allerdings kommen derzeit nur rund zehn Prozent der etwa 1,2 Millionen Alzheimer-Patienten in Deutschland für diese Therapie infrage.
Auch die stationäre Versorgung wächst: Für August 2026 ist die Eröffnung einer neuen Klinik in Blieskastel mit 50 Betten geplant. Hintergrund: Die Zahl der Demenzfälle in Deutschland könnte bis 2060 auf 2,1 Millionen steigen.
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Medikamente und Lebensstil: Diese Faktoren senken das Risiko
Manche Arzneimittel erhöhen das Demenzrisiko deutlich. Anticholinergika steigern es um bis zu 54 Prozent, Omeprazol um 44 Prozent. Auch das „Blutdruck-Paradoxon“ spielt eine Rolle: Bluthochdruck erhöht das Risiko um den Faktor 1,57, niedriger Blutdruck sogar um 2,74.
Die gute Nachricht: SGLT2-Inhibitoren senken das Risiko um 43 Prozent, GLP-1-Agonisten um 33 Prozent. Sogar eine Gürtelrose-Impfung wirkt – innerhalb von zwölf Monaten sinkt das Risiko um 24 Prozent. Rauchen dagegen steigert es um 40 Prozent. Fischöl? Bringt laut aktuellen Erkenntnissen nichts.
Schulungen, Kongresse und Tanz im Sitzen
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Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft bietet „Demenz Partner“-Kurse und Online-Seminare an. Im Oktober 2026 ist ein Fachkongress in Magdeburg geplant, gefördert mit 250.000 Euro.
Regional wird das Angebot konkret: In Brandenburg organisiert die Alzheimer-Gesellschaft Gesundheitswanderungen in Potsdam. In Schondorf am Ammersee gibt es Seniorennachmittage, Handy-Hilfen oder Tanzen im Sitzen. Wetterbedingt musste die Alzheimer-Gesellschaft Wiesbaden ihren „Memory-Mobil“-Einsatz Ende Juni wegen einer Hitzewarnung absagen.
