Alzheimer-PrÀvention, Kaffee

Alzheimer-PrÀvention: Kaffee senkt Demenzrisiko um bis zu 70%

Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 05:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Mehrere Untersuchungen verbinden moderaten Kaffeekonsum mit weniger Alzheimer- und DemenzfĂ€llen, doch endgĂŒltige Empfehlungen fĂŒr Menschen fehlen noch.

Kaffee und Demenz: Studien zeigen geringeres Alzheimer-Risiko
Eine dampfende Tasse schwarzer Kaffee auf einem Holztisch neben einem aufgeschlagenen Buch in einem sonnendurchfluteten Raum. Illustration mit AI erstellt.

Mehrere wissenschaftliche Berichte und Erhebungen weisen darauf hin, dass ein moderater Kaffeekonsum dazu beitragen könnte, das Risiko fĂŒr die Entwicklung von Alzheimer und Demenzerkrankungen im Alter zu reduzieren. Angesichts global steigender Fallzahlen gewinnt die Erforschung ernĂ€hrungsbezogener Schutzfaktoren zunehmend an Bedeutung.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind weltweit 26 Millionen Menschen ab 65 Jahren betroffen, wobei sich die Zahl der DemenzfĂ€lle bis zum Jahr 2050 verdoppeln dĂŒrfte. Im Vereinigten Königreich leben demnach rund 850.000 Betroffene, von denen etwa 60 Prozent an Alzheimer erkrankt sind.

Langzeitbeobachtungen zeigen deutliche Risikominderung

Wichtige Hinweise auf prĂ€ventive Effekte liefert eine Langzeitstudie der finnischen UniversitĂ€t Kuopio und des schwedischen Karolinska Instituts, die im Journal of Alzheimer's Disease veröffentlicht wurde und auf Daten seit den 1970er-Jahren zurĂŒckgreift.

Bei der Beobachtung von 1.409 finnischen Teilnehmern ĂŒber einen Zeitraum von 21 Jahren traten 61 DemenzfĂ€lle auf, davon 48 Alzheimer-Erkrankungen. Die Auswertung zeigte, dass Personen, die im mittleren Alter tĂ€glich drei bis fĂŒnf Tassen Kaffee konsumierten, ihr Demenzrisiko um 65 bis 70 Prozent und das Alzheimer-Risiko um 62 bis 64 Prozent gegenĂŒber Personen mit geringem oder keinem Konsum senkten.

Ein Konsum von weniger als zwei oder mehr als fĂŒnf Tassen erzielte keinen vergleichbaren Schutzeffekt, wĂ€hrend Teekonsum keinen Einfluss zeigte. Studienleiterin Mia Kivipelto erklĂ€rte, Kaffee enthalte neuroprotektive und altershemmende Substanzen, wenngleich die Resultate weiterer BestĂ€tigung bedĂŒrfen.

Zu vergleichbaren SchlĂŒssen kam eine Untersuchung der University of Wisconsin-Milwaukee an 6.500 Frauen im Alter von ĂŒber 65 Jahren, die ĂŒber ein Jahrzehnt hinweg begleitet wurden. Unter den Teilnehmerinnen entwickelten 388 eine kognitive BeeintrĂ€chtigung.

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Eine tĂ€gliche Aufnahme von 261 Milligramm Koffein, was ungefĂ€hr zwei Tassen Kaffee entspricht, ging mit einer Verringerung des Alzheimer-Risikos um 36 Prozent einher. Die Forscher vermuten eine Schutzwirkung ĂŒber Adenosin-A2A-Rezeptoren.

In einer Fall-Kontroll-Studie der UniversitĂ€ten South Florida und Miami, veröffentlicht im Alzheimer's Journal, wurden 124 Probanden im Alter von 65 bis 88 Jahren mit leichten kognitiven BeeintrĂ€chtigungen ĂŒber zwei bis vier Jahre analysiert. Probanden, deren Zustand sich verschlechterte, wiesen zu Beginn nur 49 Prozent der Blutkoffein-Konzentration stabiler Studienteilnehmer auf.

Bei einem Ausgangswert von mehr als 1.200 Nanogramm pro Milliliter trat kein Alzheimer-Fall auf. Studienleiter Chuanhai Cao wies darauf hin, dass drei Tassen Kaffee pro Tag das Progressionsrisiko verringern könnten, welches jĂ€hrlich bei rund 15 Prozent liege. Auch die britische Zeitung Daily Mail berichtete am 27. November ĂŒber das Potenzial von drei bis fĂŒnf Tassen Kaffee pro Tag.

Zellmechanismen und Erkenntnisse aus Labor- und Tierversuchen

ErgĂ€nzende experimentelle Daten stammen aus Versuchsreihen. Forscher der japanischen Saitama Medical University und US-Wissenschaftler untersuchten 18 Monate alte Alzheimer-Ratten. Nach einem Monat mit einer Koffeindosis, die fĂŒnf menschlichen Tassen Kaffee entsprach, zeigten die Tiere weniger Fehler im Labyrinth-Test sowie geringere Proteinablagerungen im Hippocampus und in der Hirnrinde. Demnach hemmt der Stoff die Produktion abnormer Proteine.

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Eine Mausstudie von Dr. David Bluem am französischen Institut fĂŒr Gesundheit und medizinische Forschung in Lille, publiziert im American Journal of Geriatric Neurobiology, wies nach einer zehnmonatigen Verabreichung einer Dosis Ă€quivalent zu zwei Tassen Kaffee verringerte GedĂ€chtnis-, Protein- und EntzĂŒndungsschĂ€den im Gehirn nach, was bisher auf das Mausmodell begrenzt ist.

An der University of North Dakota School of Medicine and Health Sciences wurde zudem festgestellt, dass Koffein nervenschÀdigende Wirkungen von hohem Cholesterin abfedern kann: Bei Kaninchen, die zwölf Wochen lang tÀglich drei Milligramm Koffein erhielten, blieb die Blut-Hirn-Schranke dichter.

Auch ein Bericht des Coffee Science Institute von illycaffe, Nestlé und DE Master Blenders widmete sich dem Zusammenhang von ErnÀhrung und GedÀchtnisverlust.

Richtwerte fĂŒr den Konsum und offene Forschungsfragen

FĂŒr gesunde Erwachsene gilt ein moderater Kaffeekonsum von drei bis vier Tassen am Tag im Allgemeinen als unbedenklich. Die EuropĂ€ische Behörde fĂŒr Lebensmittelsicherheit (EFSA) sieht eine Aufnahme von bis zu 400 Milligramm Koffein tĂ€glich fĂŒr gesunde Erwachsene und maximal 200 Milligramm fĂŒr Schwangere im unbedenklichen Bereich.

Eine Übersichtsarbeit im British Medical Journal hebt die Vorteile von etwa zwei bis vier Tassen pro Tag hervor, warnt jedoch davor, dass ĂŒbermĂ€ĂŸiger Konsum zu NervositĂ€t, Schlafstörungen, Herzklopfen und erhöhtem Blutdruck fĂŒhren kann. Fachleute von Alzheimer's Research UK mahnen an, dass fĂŒr endgĂŒltige klinische Empfehlungen weitere Studien an Menschen erforderlich sind.

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