Alzheimer-PrÀvention: SGLT2-Hemmer senken Risiko um 43%
Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 20:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Pflanzenstoff aktiviert das Enzym AMPK, das die zellulÀre Energiehomöostase steuert. Studien belegen positive Effekte bei Insulinresistenz, metabolischem Syndrom und Fettleber. Das klingt vielversprechend.
Doch Experten warnen: Die Wirkung ist nicht mit GLP-1-Rezeptor-Agonisten wie Semaglutid vergleichbar. Das gröĂte Problem: Berberin hat eine geringe BioverfĂŒgbarkeit. WĂ€hrend Semaglutid gezielt den Hormonhaushalt manipuliert und das SĂ€ttigungsgefĂŒhl steuert, optimiert Berberin vor allem den zellulĂ€ren Energiestoffwechsel.
Orale GLP-1-PrÀparate auf dem Vormarsch
Die Pharmaindustrie schlĂ€ft nicht. Im Juli 2026 erhielt eine orale Version von Wegovy die EU-Zulassung fĂŒr Adipositas. Erstmals steht damit ein GLP-1-PrĂ€parat in Tablettenform fĂŒr diese Indikation zur VerfĂŒgung.
Noch spannender: Eine Phase-3-Studie mit 1.698 Typ-2-Diabetikern testete den Wirkstoff Orforglipron. Die tÀgliche Tablette senkte den HbA1c-Wert um 1,71 bis 1,91 Prozent. Orales Semaglutid schaffte nur 1,47 Prozent. Der Gewichtsverlust lag bei 6,1 bis 8,2 Kilogramm.
Allerdings: Bei etwa zehn Prozent der Probanden fĂŒhrten gastrointestinale Nebenwirkungen zum Abbruch.
Ein weiterer Bonus dieser Medikamentenklasse: Aktuelle Analysen in JAMA Network Open zeigen, dass SGLT2-Inhibitoren das Alzheimer-Risiko um bis zu 43 Prozent senken. GLP-1-Agonisten kommen auf 33 Prozent.
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Trends und Mythen: Was taugen Gelatine und Ozempic-Salat?
Soziale Netzwerke propagieren einfache Alternativen. Gelatine vor dem Essen soll die SÀttigung fördern. Eine Studie der UniversitÀt Maastricht widerlegt das: Nach acht Wochen zeigte sich kein signifikanter Gewichtsverlust. Der Grund: Gelatine hat keinen hormonellen Wirkmechanismus wie GLP-1-PrÀparate.
Der sogenannte Ozempic-Salat â Avocado, Gurke, WeiĂkohl â ist gesund, aber kein Medikamentenersatz. ErnĂ€hrungswissenschaftler bemĂ€ngeln vor allem den geringen Proteingehalt.
Interessant wird es in der Phytotherapie: Eine Untersuchung in Phytotherapy Research vom Juli 2026 zeigt, dass Neohesperidin aus Grapefruits und Bitterorangen die Fettansammlung in der Leber reduziert. Der Stoff stabilisiert das Protein ECHS1 und fördert den Lipidabbau. Allerdings: Die Studie lief am Mausmodell.
Neue Namen, neue Leitlinien
Die Wissenschaft sortiert sich neu. Das polyzystische Ovarsyndrom (PCOS) heiĂt jetzt PMOS â Polyendokrines Metabolisches Ovarialsyndrom. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft will damit die Insulinresistenz und das Diabetesrisiko stĂ€rker betonen. Weltweit sind ĂŒber 170 Millionen Frauen betroffen, bis zu 70 Prozent der FĂ€lle bleiben unerkannt.
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Die AHA/ACC definiert ab Juli 2026 vier Stadien des kardiorenalen metabolischen Syndroms. Deutschland plant ab 2028 ein systematisches Screening mit BMI, Taillenumfang und eGFR.
Und wer auf Lebensstil setzt: Ein zwölfwöchiges Programm aus moderater Bewegung und tÀglichem Joghurtkonsum senkte die biologische Alterungsrate um 2,2 Prozent. Japanische Forscher konnten das belegen.
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