Alzheimer-Prävention, SGLT2-Inhibitoren

Alzheimer-Prävention: SGLT2-Inhibitoren senken Risiko um 43%

Veröffentlicht: 17.07.2026 um 02:40 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Metaanalyse der Tufts University findet Zusammenhang zwischen Süßstoffen und erhöhten Nüchterninsulin-Werten sowie HbA1c-Anstieg.

Süßstoffe: Neue Studie zeigt überraschende Insulin-Effekte
Nahaufnahme verschiedener Süßstoffe in kleinen Häufchen auf einer sterilen Oberfläche, mit unscharfem Laborhintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine aktuelle Metaanalyse der Tufts University zeigt Zusammenhänge mit erhöhten Nüchterninsulin-Werten und einem Anstieg des Langzeitblutzuckers (HbA1c). Die Forscher werteten 21 randomisierte klinische Studien an Erwachsenen aus.

Die Überraschung im Darm

Als mögliche Ursache vermuten die Wissenschaftler Veränderungen im Darmmikrobiom. Allerdings räumen sie methodische Einschränkungen ein: Verschiedene Süßstoffe wurden gemeinsam ausgewertet, und Beobachtungsstudien lassen keinen direkten Kausalitätsnachweis zu. Für eine abschließende Bewertung seien langfristige Studien nötig.

Eine Ausnahme bildet der Zuckeralkohol Erythrit. Er besitzt etwa 70 Prozent der Süßkraft von Zucker, wird im Dünndarm aufgenommen und unverändert ausgeschieden – ohne Blutzucker oder Insulin nennenswert zu beeinflussen.

Ergänzende Daten lieferte eine Cambridge-Untersuchung. Forscher testeten 39 Süßstoffe gegen 25 Darmbakterien-Arten. Das Ergebnis: 75 Prozent der Stoffe veränderten das Wachstum mindestens einer Bakterienart. Besonders kritisch bewerteten sie die Kombination von Isosteviol mit dem Antidepressivum Duloxetin – sie unterdrückte wichtige Bakterienstämme und erhöhte die Toxizität im Darm.

Neue Medikamente, neue Risiken

Im Pharmabereich zeichnen sich Fortschritte ab. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) empfahl bereits im Mai 2026 eine orale Semaglutid-Tablette. Die Marktzulassung wird für Mitte August erwartet. Doch die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) warnte im Juli vor möglichem Muskelabbau unter GLP-1-Präparaten.

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Da Medikamente allein oft nicht die einzige Lösung für stabile Blutzuckerwerte sind, zeigt ein ehemaliger Betroffener, wie er seinen HbA1c-Wert mit gezielten Alltagsübungen normalisieren konnte. 7 einfache 3-Minuten-Übungen mit Sofortwirkung kostenlos herunterladen

Positive Nachrichten kommen von anderen Wirkstoffklassen: Eine Studie im Fachjournal JAMA Network Open zeigt, dass SGLT2-Inhibitoren das Alzheimer-Risiko um bis zu 43 Prozent senken können. Bei Typ-1-Diabetes ergab eine klinische Studie mit 40 Erwachsenen: Metformin reduzierte den Insulinbedarf um 12 Prozent – vermutlich ebenfalls über das Darmmikrobiom.

Seit Mitte Juli ist zudem das CGM-System Dexcom Flex in Deutschland verfügbar. Der Sensor richtet sich an Erwachsene mit Typ-2-Diabetes und soll den HbA1c-Wert durch Echtzeitdaten senken.

Frauen bleiben unterversorgt

Die Versorgung von Frauen mit Stoffwechselstörungen bleibt problematisch. Weltweit sind rund 170 Millionen Frauen vom polyendokrinen metabolischen Ovarialsyndrom (PMOS) betroffen. 85 Prozent der Patientinnen haben eine Insulinresistenz, und 70 Prozent der Fälle bleiben unerkannt. Ihr Diabetes-Risiko ist vervierfacht.

Untersuchungen an fast 20.000 Patienten zeigen zudem eine Ungleichheit in der Therapie: Frauen erhalten moderne Medikamente wie SGLT2-Hemmer oder GLP-1-Agonisten ein Drittel seltener als Männer. Hinzu kommt: In der Lutealphase des weiblichen Zyklus steigt der Insulinbedarf um etwa 15 Prozent.

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Staatliche Gegenmaßnahmen ab 2028

Die Bundesregierung hat Maßnahmen beschlossen, die ab 2028 greifen sollen. Eine Herstellerabgabe auf zuckergesüßte Getränke ist gestaffelt: Unter 5 Gramm Zucker pro 100 Milliliter bleibt steuerfrei, bei höheren Gehalten werden 26 bis 32 Cent pro Liter fällig. Süßstoffgetränke sind ausgenommen. Die erwarteten Mehreinnahmen: 450 Millionen Euro jährlich. Zudem sind ab 2028 verpflichtende Screenings auf Typ-2-Diabetes bei Krankenhausaufnahmen vorgesehen.

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