Alzheimer-PrÀvention, SGLT2-Inhibitoren

Alzheimer-PrÀvention: SGLT2-Inhibitoren senken Risiko um 43 Prozent

Veröffentlicht: 07.07.2026 um 19:10 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Dapagliflozin senkt genetisches Herzrisiko um 82 Prozent und Alzheimer-Risiko um 43 Prozent. Patentstreit um Wirkstoff bleibt aktuell.

SGLT-2-Hemmer: Neue Studien belegen Herz- und Hirnschutz
Alzheimer-PrĂ€vention - Ein stilisiertes menschliches Herz, das mit abstrakten, leuchtenden DNA-StrĂ€ngen verwoben ist, um Genetik und Therapie zu symbolisieren. 07.07.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Aktuelle Studien aus dem Juli 2026 belegen: Die Wirkstoffklasse senkt nicht nur den Blutzucker, sondern schĂŒtzt auch das Herz und möglicherweise das Gehirn.

Genetisches Herzrisiko um 82 Prozent gesenkt

Eine Analyse im Fachmagazin Nature Medicine liefert beeindruckende Zahlen. Forscher des Mass General Brigham und des Broad Institute werteten Daten von 12.685 Patienten aus der DECLARE-TIMI 58-Studie aus. Unter ihnen fanden sich 121 TrĂ€ger genetischer Varianten, die das Risiko fĂŒr eine Kardiomyopathie erhöhen.

Das Ergebnis: Dapagliflozin senkte das Risiko fĂŒr eine Herzinsuffizienz bei diesen Patienten um 82 Prozent. „Das ist ein Durchbruch fĂŒr die personalisierte Medizin“, erklĂ€ren die Studienleiter Dr. Shinwan Kany und Dr. Nicholas A. Marston. Erstmals lĂ€sst sich eine gezielte PrĂ€vention fĂŒr Menschen mit erblicher Vorbelastung ableiten.

Alzheimer-Risiko sinkt um 43 Prozent

Doch die Wirkung der SGLT2-Hemmer reicht offenbar ĂŒber das Herz hinaus. Eine Kohortenstudie mit ĂŒber 112.000 Ă€lteren Erwachsenen untersuchte Daten aus dem Zeitraum 2016 bis 2024. Das Ergebnis: Bei Diabetikern, die SGLT2-Inhibitoren einnahmen, sank das Alzheimer-Risiko um 43 Prozent. Zum Vergleich: GLP-1-Agonisten – bekannt aus der Diabetes- und Adipositas-Therapie – erreichten eine Reduktion um 33 Prozent.

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Parallel dazu forscht die UniversitĂ€t Leipzig im Exzellenzcluster LeiCeM an KI-gestĂŒtztem Monitoring. Die Teams um Prof. Ulrich Laufs und Prof. Holger Thiele wollen Systemversagen des Stoffwechsels und kardiogene Schocks frĂŒhzeitig erkennen. Im Fokus steht dabei das metabolische Syndrom als zentraler Risikofaktor.

Sicherheitsprofil: Kein erhöhtes Amputationsrisiko

Ein wichtiger Aspekt fĂŒr die Langzeitanwendung: Vertragen SGLT2-Hemmer auch Patienten mit Diabetes-Fuß? Eine Studie in Diabetes Care (DOI: 10.2337/dc25-2001) gibt Entwarnung. Die Forscher fanden keinen Hinweis auf ein erhöhtes Amputationsrisiko. Die Wundheilung war mit anderen Wirkstoffen vergleichbar.

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Neben synthetischen Wirkstoffen rĂŒckt auch die Naturheilkunde in den Fokus. Eine Studie im Chinese Journal of Natural Medicines untersuchte Pinoresinol diglucosid (PDG) aus der Pflanze Eucommia ulmoides. Der Naturstoff könnte durch Hemmung bestimmter Signalwege ebenfalls die diabetische Kardiomyopathie lindern.

Patentstreit: AstraZeneca verteidigt Exklusivrechte

WĂ€hrend die klinische Evidenz wĂ€chst, bleibt der Markt fĂŒr Dapagliflozin umkĂ€mpft. AstraZeneca wehrt sich gegen Generika-Hersteller. In Australien erwirkte der Konzern im Februar 2026 eine einstweilige VerfĂŒgung gegen Pharmacor. Das Patent lĂ€uft dort bis Oktober 2027.

Anders im Vereinigten Königreich: Zwar setzte AstraZeneca auch dort zunĂ€chst eine einstweilige VerfĂŒgung durch. Doch in einem spĂ€teren Verfahren wurde das Patent fĂŒr ungĂŒltig erklĂ€rt. Die juristischen Entwicklungen beeinflussen direkt die Preisgestaltung und VerfĂŒgbarkeit des Wirkstoffs – mit Folgen fĂŒr Gesundheitssysteme weltweit.

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