Alzheimer-Prognose: Bluttest-Kombination stimmt eng mit Tau-PET ĂŒberein
Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 23:22 Uhr | Redaktion boerse-global.deEin Forscherteam um die Erstautorin Sohyun Yim hat ein zweistufiges Verfahren zur genaueren Erkennung von Tau-Proteinen bei unsicherer Alzheimer-Prognose entwickelt.
Die wissenschaftliche Arbeit erschien im Fachjournal Nature Communications, wie aus einem Bericht vom 19. Oktober 2026 hervorgeht. Der methodische Ansatz stĂŒtzt sich auf Bluttests und soll die diagnostische ZuverlĂ€ssigkeit verbessern, indem er verschiedene Phasen der Proteinablagerung im Gehirn differenziert abbildet.
Differenzierung frĂŒher und spĂ€ter Krankheitsmarker
Die Forschungsarbeit von Sohyun Yim und ihrem Team analysierte das Zusammenspiel unterschiedlicher Biomarker im Blut. Dabei identifizierten die Forschenden am 19. Oktober 2026 eMTBR-tau243 und p-tau205 als sogenannte T2-Marker.
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WÀhrend sogenannte T1-Biomarker bereits in prÀklinischen Stadien ansteigen, nehmen die T2-Marker erst in einem spÀteren Stadium der Erkrankung zu. Dieser zeitliche Verlauf korrespondiert mit der fibrillÀren Tau-Aggregation, also der Verklumpung von Tau-Fasern.
Innerhalb der untersuchten Parameter wies eMTBR-tau243 die stĂ€rkste stadienabhĂ€ngige Assoziation mit regionalen Befunden der Tau-Positronen-Emissions-Tomographie (Tau-PET) sowie der kognitiven LeistungsfĂ€higkeit auf. Bei der Vorhersage sowohl querschnittlicher als auch longitudinaler kognitiver VerlĂ€ufe ĂŒbertraf dieser Marker die T1-Biomarker. Zudem lieferte eMTBR-tau243 Hinweise auf kognitive VerĂ€nderungen ĂŒber die Zeit hinweg.
Kombination fĂŒr prĂ€zisere Stadienbestimmung
Die Kombination von p-tau217 mit eMTBR-tau243 ermöglicht nach Angaben der Forschungsgruppe ein Plasma-Tau-Staging. Dieses blutbasierte Staging stimmte eng mit dem etablierten PET-basierten Tau-Staging ĂŒberein und erwies sich als geeignet, kognitive VerlĂ€ufe vorherzusagen.
Grundlage der Untersuchungen war eine Patientenkohorte mit Amyloid-PET-Untersuchungen sowie eine Teilkohorte, bei der zusĂ€tzlich Tau-PET-Messungen durchgefĂŒhrt wurden. Durch die Verbindung der Biomarker p-tau217 und eMTBR-tau243 lĂ€sst sich der Zustand der Tau-Pathologie ĂŒber Blutproben abbilden, der bislang vor allem ĂŒber aufwendige nuklearmedizinische Bildgebungsverfahren erfasst wurde.
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Klinische Einordnung und Validierungsschritte
Trotz der engen Ăbereinstimmung mit bildgebenden Verfahren betont die Forschungsgruppe um Sohyun Yim, dass das neue Verfahren keinen vollstĂ€ndigen Ersatz fĂŒr eine umfassende Diagnose darstellt. Die Interpretation der Werte bleibe abhĂ€ngig von der gewĂ€hlten Labormethode, dem klinischen Gesamtbild und weiteren medizinischen Befunden. Zudem gebe es keinen Nachweis dafĂŒr, dass die reine Messung das Fortschreiten der Krankheit aufhĂ€lt.
Parallel zur Entwicklung des Modells laufen Schritte zur klinischen ĂberprĂŒfung. Ein FĂŒnfjahresprojekt unter der Leitung von Sebastian Palmqvist an der UniversitĂ€t Lund erhĂ€lt rund 190 Millionen schwedische Kronen von den National Institutes of Health beziehungsweise dem National Institute on Aging (NIH/NIA).
Ziel dieses Projekts ist die klinische Validierung von MTBR-tau243, um innerhalb von fĂŒnf Jahren eine Zulassung durch die US-Arzneimittelbehörde FDA zu erreichen.
