Alzheimer-Risiko: APOE ?4 beschleunigt BlutverĂ€nderungen Jahrzehnte frĂŒher
Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 22:05 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie genetische Veranlagung spielt bei der Entstehung der Alzheimer-Krankheit eine zentrale Rolle. Eine im Fachjournal Nature Communications veröffentlichte Untersuchung unter der Leitung von Rebecca Z. Rousset und Charlotte E. Teunissen vom Amsterdam UMC liefert neue Einblicke in diesen Mechanismus: Die Genvariante APOE ?4 beschleunigt demnach altersabhÀngige VerÀnderungen von spezifischen Alzheimer-Biomarkern im Blutplasma bereits Jahrzehnte vor einem möglichen Krankheitsausbruch.
Zeitliche Dynamik der Biomarker im Blutplasma
FĂŒr die Forschungsarbeit analysierte das Team Daten von 5913 Teilnehmern des Netherlands Twin Register im Alter zwischen 30 und 80 Jahren. Der Frauenanteil der Kohorte lag bei 64,1 Prozent, wĂ€hrend 29,8 Prozent der untersuchten Personen TrĂ€ger des APOE-?4-Allels waren. Im Fokus der Messungen standen die Marker p-tau217, A?42/40, NfL und GFAP.
Die Auswertungen zeigten deutliche Unterschiede im zeitlichen Verlauf der Werte bei TrÀgern der Risikovariante im Vergleich zu Nicht-TrÀgern:
- Der Quotient A?42/40 fÀllt bei TrÀgern von APOE ?4 ab einem Alter von 50 Jahren steiler ab als bei Nicht-TrÀgern.
- Der Marker p-tau217 verzeichnet bei TrÀgern ab einem Alter von 55 Jahren einen steileren Anstieg.
- Das Protein GFAP steigt bei Vorliegen der Genvariante ab einem Alter von 60 Jahren ebenfalls steiler an als bei Personen ohne die Variante.
AuffĂ€llig war zudem, dass ein polygener Risikoscore (PRS) fĂŒr die Alzheimer-Krankheit, der ohne die APOE-Variante berechnet wurde, keine Assoziation mit den Biomarkern ĂŒber die Altersspanne hinweg aufwies.
Bei kognitiv unbeeintrÀchtigten Personen unterschied sich die altersbedingte VerÀnderungsrate von Plasma-p-tau217 und A?42/40 zwischen TrÀgern und Nicht-TrÀgern signifikant. Hinsichtlich p-tau217 fiel der beobachtete Effekt der APOE-?4-TrÀgerschaft bei MÀnnern zudem stÀrker aus als bei Frauen.
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BestÀtigung durch Verlaufsdaten und ethnische Unterschiede
Dass diese biochemischen Verschiebungen tatsÀchlich die zugrunde liegende Alzheimer-Pathologie widerspiegeln, bestÀtigten Untersuchungen innerhalb der longitudinalen EMIF-AD-Kohorte: Die dort nachgewiesenen VerÀnderungen von p-tau217 bei ?4-TrÀgern spiegeln eine echte Alzheimer-Erkrankung wider.
ErgĂ€nzende Forschungsergebnisse zu Plasma-p-tau217 im prĂ€klinischen Alzheimer-Stadium verdeutlichen darĂŒber hinaus gruppenspezifische Varianzen. Der prozentuale Anteil von p-tau217 im Plasma unterscheidet sich demnach signifikant zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen: Bei asiatischen, Schwarzen und hispanischen Gruppen fĂ€llt der Wert niedriger aus als bei weiĂen und nicht-hispanischen Gruppen.
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Ungeachtet dessen bleibt die APOE-?4-TrÀgerschaft durchgehend mit einem höheren prozentualen Anteil von p-tau217 assoziiert, wenngleich die AusprÀgung je nach Gruppe variiert.
Der Zusammenhang des prozentualen p-tau217-Anteils mit der kognitiven Leistung (gemessen via PACC5) sowie mit Ergebnissen der Amyloid-Positronen-Emissions-Tomographie (PET) zeigte sich ĂŒber die verschiedenen Gruppen hinweg weitgehend konsistent. Dies stĂŒtzt den Einsatz von Plasma-p-tau217 als effizientes Screening-Verfahren im Vorfeld einer bestĂ€tigenden PET-Untersuchung.
