Alzheimer-Risiko, Mediterrane

Alzheimer-Risiko: Mediterrane ErnÀhrung geht mit langsamerem Abbau einher

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 09:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de

In Deutschland leben rund 1,8 Millionen Menschen mit Demenz; Studien untersuchen ErnÀhrung und weitere mögliche Einflussfaktoren.

Welt-Alzheimer-Monat: Demenzzahlen, Pflege und PrÀventionsforschung
Ein ruhiges, sonnendurchflutetes Wohnzimmer mit einem bequemen Sessel, das eine AtmosphÀre der Ruhe und hÀuslichen Pflege vermittelt. Illustration mit AI erstellt.

Rund um den Welt-Alzheimer-Monat im September verstĂ€rken medizinische Institutionen, Pflegeeinrichtungen und Selbsthilfeorganisationen ihre AufklĂ€rungsarbeit. Ziel der Initiativen ist es, das gesellschaftliche Bewusstsein fĂŒr Demenzerkrankungen zu schĂ€rfen und prĂ€ventive Maßnahmen ĂŒber den Lebensstil bekannter zu machen.

Der Aktionsmonat stand im Zeichen des Mottos, dass Demenz keineswegs nur eine Frage des Alters sei, und umfasste sowohl den Welt-Alzheimertag als auch die Woche der Demenz.

Demografische Entwicklung und Herausforderungen in der Pflege

Die Relevanz der Thematik spiegeln aktuelle epidemiologische Daten wider. Nach Angaben der Demenzexpertin Mariola Wiedenhöfer leben in Deutschland rund 1,8 Millionen Menschen mit einer Demenz. Darunter befinden sich etwa 106.000 Personen, die jĂŒnger als 65 Jahre sind. Statistisch gesehen ist ab einem Alter von 65 Jahren einer von zwölf Menschen von der Erkrankung betroffen.

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) bezifferte die Zahl der Demenzerkrankten fĂŒr Ende 2025 ebenfalls auf rund 1,8 Millionen, von denen ĂŒber zwei Drittel im hĂ€uslichen Umfeld betreut werden.

JĂ€hrlich treten ab einem Alter von 65 Jahren etwa 360.000 Neuerkrankungen auf, wovon rund 60 Prozent auf die Alzheimer-Krankheit entfallen. Bis zum Jahr 2050 wird ein Anstieg auf bis zu 2,6 Millionen Betroffene erwartet.

Mit Blick auf den Kabinettsentwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes wies die DAlzG darauf hin, dass von insgesamt 5,7 Millionen PflegebedĂŒrftigen lediglich rund 16 Prozent beziehungsweise etwa 900.000 in Heimen versorgt werden, bei einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von etwas mehr als zwei Jahren. Angehörige ĂŒbernĂ€hmen die hĂ€usliche Pflege oft ĂŒber mehr als ein Jahrzehnt.

Der Verband fordert daher Nachbesserungen bei den Reformen: Zwar wird der Sockel-Spitze-Tausch grundsĂ€tzlich befĂŒrwortet, jedoch verlangt die DAlzG die Einbeziehung des ambulanten Bereichs sowie Bestandsschutz fĂŒr den Entlastungsbetrag, um bestehende UnterstĂŒtzungsstrukturen ab dem 1. Januar 2027 nicht zu gefĂ€hrden.

Der DAlzG-Vorsitzende Swen Staack begrĂŒĂŸte die Entscheidung von Gesundheitsminister Carsten Linnemann, geplante KĂŒrzungen der RentenbeitrĂ€ge fĂŒr pflegende Angehörige zurĂŒckzunehmen.

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Um jĂŒngere Betroffene gezielt zu unterstĂŒtzen, plant die Selbsthilfekontaktstelle des AktivbĂŒros WĂŒrzburg gemeinsam mit dem Verein Halma ab Januar 2027 eine Selbsthilfegruppe fĂŒr Menschen, die zwischen 45 und 64 Jahren diagnostiziert wurden.

Regionale Sensibilisierungs- und Vorsorgeangebote

Bundesweit und im benachbarten Ausland begleiteten praxisnahe Veranstaltungen den Aktionsmonat. In Königswinter beteiligten sich 14 Mitarbeitende der Seniorenresidenz Kaiserpalais an der ursprĂŒnglich 2023 vom Deutschen Zentrum fĂŒr Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) initiierten Bademantel-Aktion und fuhren zur AufklĂ€rung im Bademantel mit der RheinfĂ€hre.

Im Rhein-Kreis Neuss bot ein Aktionstag auf einem Kinderbauernhof Informationen und Austauschmöglichkeiten. Kreisgesundheitsdezernent Sebastian Johnen verwies dabei auf das gut ausgebaute Netzwerk regionaler Hilfen.

FrĂŒherkennung stand am 18. September 2026 bei der Initiative Station Mensch in Dillingen im Mittelpunkt: Unter der Leitung von GeschĂ€ftsfĂŒhrer Philip Schaal und in Anwesenheit von Landrat Markus MĂŒller nutzten ĂŒber 60 Personen ab 65 Jahren ein kognitives Screening. Im niederlĂ€ndischen Lingewaard organisierte das Alzheimer CafĂ© am 21. September 2026 eine historische Stadtwanderung fĂŒr Betroffene.

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Erkenntnisse aus Grundlagenforschung und PrÀventionsstudien

Auch die medizinische Forschung liefert neue Ansatzpunkte. FĂŒr Arbeiten zur Funktionsweise des episodischen GedĂ€chtnisses und des Hippocampus bei Epilepsiepatienten erhielt Prof. Lukas Kunz vom UniversitĂ€tsklinikum Bonn den mit 100.000 Euro dotierten Life Sciences Bridge Award der Aventis Foundation.

Auf zellulĂ€rer Ebene untersuchten Forschende der SRH University und der UniversitĂ€t des Saarlandes um Prof. Marcus Grimm und Prof. Heike Grimm in einer Laborstudie den Einfluss von Cannabidiol (CBD) auf Zellmembran-Lipide. Die Ergebnisse zeigten VerĂ€nderungen bei Phosphatidylcholinen sowie einen RĂŒckgang mehrfach ungesĂ€ttigter Lipide; eine therapeutische Verzehrempfehlung lasse sich daraus laut den Forschenden jedoch nicht ableiten.

Hinsichtlich prÀventiver Faktoren zeigte eine im August 2026 veröffentlichte Untersuchung der australischen Bond University, dass ErnÀhrungsweisen biologischeSignalwege wie Neuroinflammation oder das Darmmikrobiom beeinflussen können. Eine mediterrane ErnÀhrung ging mit einem verlangsamten kognitiven Abbau einher, wÀhrend die MIND-DiÀt mit einem geringeren Alzheimer-Risiko assoziiert war.

Eine Korrektur der Forschenden vom 21. September 2026 stellte klar, dass fĂŒr die DASH-DiĂ€t kein solcher Zusammenhang nachgewiesen werden konnte. Fachleute betonen zudem, dass die beobachteten Korrelationen noch keine kausalen SchlĂŒsse zulassen.

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