Alzheimer-Schutz: Diabetes-Medikamente senken Risiko um 43%
Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 14:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Kosten: 1.134 Milliarden Euro pro Jahr. Angesichts dieser Zahlen rĂŒcken prĂ€ventive Strategien in den Fokus â und die gute Nachricht: Ein erheblicher Teil des Risikos ist beeinflussbar.
ErnÀhrung als Schutzschild
Bestimmte ErnĂ€hrungsmuster können das Demenzrisiko senken. Eine Ăbersichtsarbeit im Fachblatt Nutrients (Mai 2026) zeigt: Polyphenole aus Obst, GemĂŒse, Olivenöl, Tee, Kakao und Kaffee wirken antioxidativ und entzĂŒndungshemmend. Sie schĂŒtzen offenbar die Nervenzellen.
Besonders die mediterrane DiĂ€t und die MIND-DiĂ€t stehen im Fokus. Doch die Wirkung ist individuell: Die Darmflora steuert, wie gut der Körper die Stoffe aufnimmt. Von isolierten NahrungsergĂ€nzungsmitteln wie Vitaminen oder Omega-3-Kapseln raten die aktuellen WHO-Leitlinien ab â es sei denn, ein Mangel ist klinisch nachgewiesen. Besser: natĂŒrliche Lebensmittel.
WHO: 45 Prozent der Risiken vermeidbar
Die Weltgesundheitsorganisation schĂ€tzt, dass sich bis zu 45 Prozent aller DemenzfĂ€lle durch gezielte MaĂnahmen verhindern oder hinauszögern lieĂen. Ihre im Juli 2026 aktualisierten Empfehlungen umfassen zwölf Kernbereiche.
Neben ErnĂ€hrung und Bewegung â 150 bis 300 Minuten moderate AktivitĂ€t pro Woche â sind Rauchverzicht und weniger Alkohol zentral. Neu hinzugekommen: kognitive Stimulation durch Lesen oder RĂ€tsel, soziale AktivitĂ€ten und der Einsatz von HörgerĂ€ten bei Hörverlust. Auch die Behandlung von Bluthochdruck, Diabetes, Ăbergewicht und hohen Cholesterinwerten ist essenziell. Und sogar Umweltfaktoren wie Luftverschmutzung werden jetzt berĂŒcksichtigt.
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Diabetes-Medikamente senken Alzheimer-Risiko
Die Forschung liefert parallel neue Daten. Eine Analyse in JAMA Network Open (Juli 2026) zeigt: SGLT2-Inhibitoren, die gegen Typ-2-Diabetes eingesetzt werden, senkten das Alzheimer-Risiko um 43 Prozent. GLP-1-Rezeptoragonisten immerhin um 33 Prozent. Das ist relevant: Diabetes erhöht das Alzheimer-Risiko statistisch um rund die HÀlfte.
Roche testet Impfstoff gegen Alzheimer
Einen ganz anderen Ansatz verfolgt Roche. Der Pharmakonzern startete im Juli 2026 eine Phase-III-Studie namens PrevenTRON. Getestet wird der Antikörper Trontinemab â basierend auf der Brain-Shuttle-Technologie, die den Wirkstoff gezielt ins Gehirn transportiert.
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Rund 1.600 symptomfreie Personen ab 55 Jahren nehmen teil. Voraussetzung: ein erhöhter Biomarker-Wert fĂŒr p-tau217 im Blut, der frĂŒhe pathologische VerĂ€nderungen im Gehirn anzeigt. Bisherige Medikamente verlangsamen die Erkrankung nur. Die Studie soll klĂ€ren, ob ein frĂŒhzeitiges Eingreifen den Ausbruch der Demenz ganz verhindern oder zumindest deutlich verzögern kann.
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