Alzheimer-Studie, Roche

Alzheimer-Studie: Roche testet neuen Antikörper an 1600 Probanden

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 09:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Kunstbetrachtung und komplexe Spiele fördern die geistige Fitness, während Roche einen neuen Alzheimer-Antikörper testet.

Demenzprävention: Kunst, Spiele und Roche-Studie im Fokus
Abstrakte Darstellung von Neuronen und künstlerischen Elementen, die Gehirntraining und kognitive Stimulation symbolisieren. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Sowohl Kunstprojekte als auch moderne Gesellschaftsspiele sollen die geistige Fitness fördern – während Roche einen vielversprechenden Antikörper testet.

Kunstbetrachtung als Gedächtnistraining

Das Projekt „Gesundes Museum“ der Donau-Universität Krems setzt auf Kunst als Therapie. In vierwöchigen Kursen analysieren Teilnehmer ab 60 Jahren Werke von Bruegel und Jordaens. Ziel: die Langzeiterinnerung aktivieren und kognitive Prozesse anregen.

Christoph Kleinschnitz von der Universitätsklinik Essen ordnet solche Projekte als unterstützende Maßnahmen ein. Eine Heilung schwerer Erkrankungen sei nicht zu erwarten. Aber die gezielte Stimulation könne die kognitive Reserve stärken.

Der Bedarf ist enorm: Rund 1,84 Millionen Menschen in Deutschland leiden an Demenz. Laut Experten wären etwa 45 Prozent dieser Erkrankungen durch präventive Lebensstilfaktoren vermeidbar.

Wie das Gehirn Bilder verarbeitet

Eine Studie der Justus-Liebig-Universität Gießen liefert neue Einblicke in die visuelle Wahrnehmung. Forscher des Exzellenzclusters TAM untersuchten 61 Erwachsene und stellten fest: Das individuelle Blickverhalten korreliert eng mit der Gehirnstruktur.

Menschen nehmen visuelle Informationen bevorzugt dort auf, wo ihre entsprechenden Gehirnareale besonders ausgeprägt sind. Für Gesichter oder Texte ist etwa der untere Schläfenlappen zuständig. Die im Fachjournal Nature Human Behaviour veröffentlichte Studie unterstreicht: Kognitive Verarbeitung ist höchst individuell.

Brettspiele werden komplexer und friedlicher

Auch der Spielemarkt spiegelt den Trend zu geistig fordernden Beschäftigungen. Forscher Gianluca Scheidegger vom Gottlieb Duttweiler Institute analysierte über 130.000 Spiele und entdeckte signifikante Veränderungen.

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Der Anteil kooperativer Neuerscheinungen stieg von unter 5 Prozent (2013) auf fast 20 Prozent (2026). Fast die Hälfte aller neuen Spiele ist inzwischen für Einzelspieler konzipiert. Spiele werden zunehmend als Mittel zur individuellen geistigen Beschäftigung genutzt.

Parallel dazu gingen kriegerische Themen zurück. Fantasy-, Natur- und Wissenschaftsszenarien boomen. Ein Beispiel: Das für das Kinderspiel des Jahres 2026 nominierte Detektivspiel „Verflixt Verzaubert“ fördert spielerisches Lernen bereits im frühen Kindesalter.

Lernen auf Rädern: Der FLiP2Go-Bus

In Duisburg bringt ein interaktiver Doppeldeckerbus Finanzbildung an Schulen. Der FLiP2Go-Bus bietet sieben Lernstationen und wird von der Sparkasse Duisburg unterstützt. Oberbürgermeister Sören Link und Sparkassen-Vorstand Joachim Bonn betonten: Mobile Bildungsangebote fördern wichtige Kompetenzen für die Lebensgestaltung.

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Auch der Zeittunnel Wülfrath kombinierte am 19. Juli klassische Geschicklichkeitsspiele mit Wissensquizzen zu Natur- und Umweltthemen. Ziel: körperliche Bewegung und kognitive Aktivität verknüpfen.

Roche startet Alzheimer-Studie mit neuem Antikörper

Flankiert werden diese präventiven Ansätze durch Fortschritte in der Pharmaforschung. Roche bereitet die Phase-III-Studie „PrevenTRON“ für den Antikörper-Wirkstoff Trontinemab vor. 1600 Teilnehmer ab 55 Jahren sollen mitmachen – Menschen ohne Gedächtnisprobleme, die aber durch Blutmarker ein erhöhtes Alzheimer-Risiko aufweisen.

Der Wirkstoff überwindet die Blut-Hirn-Schranke mit einer speziellen Technologie. Ziel: Amyloid-beta-Plaques effektiver bekämpfen. Bisherige Medikamente wie Lecanemab oder Donanemab verlangsamten die kognitive Verschlechterung um 27 bis 35 Prozent. Von der neuen Generation erwarten Forscher geringere Nebenwirkungen und höhere Effizienz.

KI hilft im Alltag

Auch technologische Alltagsanwendungen integrieren zunehmend Assistenzsysteme. Google erweiterte die Navigations-App Waze um einen Motorrad-Modus. Die KI warnt vor Gefahrenstellen wie Schlaglöchern oder schmalen Brücken – und lenkt die Aufmerksamkeit gezielt auf relevante Umweltreize.

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